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OD WH

Vergleichsstück · Belgien

FN FAL (Fusil Automatique Léger)

Fertigung
Fabrique Nationale d'Armes de Guerre, Herstal
Kaliber
7,62 × 51 mm NATO, 7,92 × 33 mm Kurz (Versuchsmuster 1946, nicht in Serie), .280 British / 7 × 43 mm (Versuchsmuster 1948–1951, nicht in Serie)
Zeitraum
1953–…
Belegstatus
plausibel

So funktioniert sie

Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.

Auch das FAL lädt sich selbst nach, und zwar mit Pulvergasen, die beim Schuss durch eine Bohrung aus dem Lauf abgezweigt werden — aber es geht damit anders um als die meisten. Über dem Lauf sitzt ein kurzer Kolben. Die Gase stoßen ihn nur ein Stück weit an; er schlägt gegen den Träger des Verschlusses und wird von seiner eigenen Feder sofort wieder nach vorn gestellt, statt die ganze Strecke mitzulaufen. Die Rückstände bleiben dadurch vorn und kommen nicht in die Führung des Verschlusses. Der Verschluss — das Stück, das den Lauf hinten zuhält — dreht sich nicht, sondern kippt: Sein hinteres Ende ist im Moment des Schusses nach unten abgesenkt und liegt dort auf einem quer eingesetzten gehärteten Teil auf, breit und flach. Der zurücklaufende Träger hebt dieses Ende erst wieder heraus und nimmt den Verschluss dann mit. Die leere Hülse fliegt nach rechts, eine Feder schiebt alles nach vorn, die nächste Patrone rutscht in den Lauf, und ganz zum Schluss drückt der Träger das Verschlussende wieder nach unten. Die Besonderheit ist ein verstellbarer Regler dort, wo das Gas aus dem Lauf tritt: Der Schütze bestimmt damit, wie viel Gas ungenutzt ins Freie abbläst und wie viel auf den Kolben arbeitet. So verträgt dieselbe Waffe schwächere Munition, Kälte und Verschmutzung — verlangt dafür aber, dass jemand die Einstellung richtig wählt. Was das FAL nicht gut kann, ist eine Schussfolge aus der Hand: Seine Patrone ist eine volle Gewehrpatrone und stößt zu kräftig zurück. Viele Staaten kauften die Waffe deshalb von vornherein ohne diese Möglichkeit.

Vergleichsstück. Gehört nicht zur Fertigung im Untersuchungsraum; steht hier als Maßstab.

Das FAL ist die dritte westliche Antwort auf die Frage, die 1942 in Suhl gestellt worden war: Wie baut man ein Gewehr, das ein Schütze im Dauerfeuer noch beherrscht? Die zweite Antwort war das G3 mit rollenverzögertem Verschluss, die vierte die M16 mit unmittelbarer Gasabnahme. Das FAL steht dazwischen. An ihm lässt sich als einzigem der drei Entwürfe zeigen, dass die entscheidende Weichenstellung nicht im Verschluss lag.

Entwicklung

Das erste FAL war für die Poltepatrone eingerichtet. Das Versuchsmuster, das Fabrique Nationale 1946 fertigstellte, war im Kaliber 7,92 × 33 mm Kurz ausgeführt, also für genau die Patrone, die bei Polte in Magdeburg entwickelt worden war und die das Sturmgewehr 44 aus Suhl verschoss. Am erhaltenen Stück mit der Werksnummer 1 ist das nachvollziehbar. Es führt ein eigenes FN-Magazin, weil das deutsche StG-44-Magazin für das Gehäuse zu breit ist.

Die Berührung mit dem Untersuchungsraum läuft damit über die Munition und nicht über die Fertigung. Die Patrone stammt aus Magdeburg, die Waffe, für die sie geschaffen wurde, aus Suhl, das Versuchsmuster von 1946 aus Herstal. Zur Patrone selbst siehe Munitionsfertigung.

Der Weg der Serienwaffe führte danach weg von dieser Patrone. Nach britischer Erprobung 1948 entstanden Fassungen für die .280 British (7 × 43 mm), darunter eine Bullpup-Ausführung. Die .280 war leistungsfähiger als die deutsche Kurzpatrone, blieb aber deutlich unter der Vollpatrone; sie gehört in die Klasse der Mittelpatronen. 1950 traten das FN-Gewehr und das britische EM-2 in diesem Kaliber zur NATO-Erprobung gegen einen amerikanischen Entwurf an. Durchgesetzt hat sich keine der beiden Waffen. Durchgesetzt hat sich die amerikanische Patrone. Die 7,62 × 51 mm wurde 1953/54 NATO-Norm, und das FAL wurde darauf umkonstruiert.

Die Gattungsfrage

Dieses Register führt das FAL als Selbstladegewehr und nicht als Sturmgewehr. Verbreitet ist diese Bezeichnung nicht. Sie folgt aus der eigenen Systematik, und die gehört offengelegt.

Die Methodik stellt die Patronenklasse vor die Waffenklasse. Nach den Patronenklassen ist das Sturmgewehr die Gattung, die durch die Mittelpatrone möglich wird. Die 7,62 × 51 mm NATO ist keine Mittelpatrone. Sie leistet mit rund 3.300 J Mündungsenergie etwa das Anderthalbfache der 7,62 × 39 mm und rund neun Zehntel der Vollpatrone 7,92 × 57 mm, bei einer um sechs Millimeter kürzeren Hülse. Der Fortschritt gegenüber 1888 lag im Treibmittel, nicht in der Leistungsklasse. Wer die 7,62 × 51 mm als Mittelpatrone führt, hat die Klasse an der Hülsenlänge festgemacht statt an der Leistung.

Eine Präzisierung an der eigenen Systematik. Der Eintrag Patronenklassen nennt für die Mittelpatrone eine Hülsenlängenspanne von „etwa 33 bis 51 mm”. Die 7,62 × 51 mm liegt exakt am oberen Rand dieser Spanne und wäre nach dem Längenmerkmal allein aufzunehmen. Nach dem Leistungsmerkmal ist sie es eindeutig nicht. Das Längenmaß ist also ein Anhalt, kein Kriterium. Maßgeblich ist die Leistung.

Bleibt der Einwand, das FAL könne Dauerfeuer, ein Selbstladegewehr definitionsgemäß nicht. Der Einwand trifft. Er trifft allerdings eine Lücke in der Systematik dieses Registers und nicht die Entscheidung. Der deutsche Fachausdruck für diese Klasse lautet Automatgewehr, also Vollautomat für die volle Gewehrpatrone. Die Gattungsliste dieses Registers kennt ihn nicht. Von den drei verfügbaren Werten wäre sturmgewehr sachlich falsch und sonstige nichtssagend; selbstladegewehr ordnet die Waffe in die richtige Leistungs- und Patronenklasse ein, zu den Selbstladern für die volle Gewehrpatrone, also neben Gewehr 43 und M1 Garand, und untertreibt allein die Feuerartenwahl. Im Datensatz ist diese Untertreibung an anderer Stelle aufgefangen, durch kriegswaffe: true.

Widerspruch im eigenen Bestand, ausdrücklich benannt. Das Register führt das G3 bei gleicher Patrone und gleicher Aufgabe bislang als Sturmgewehr, ebenso das FG 42, das die volle 7,92 × 57 mm verschießt. Nach der hier angewandten Regel kann beides nicht neben dieser Entscheidung stehen bleiben. Geglättet wird der Widerspruch nicht; er gehört in das Korrekturregister. Entweder fallen die beiden Einträge, oder dieser fällt. Was nicht geht, ist beides nebeneinander ohne Begründung.

Daneben steht der Sprachgebrauch. In der Literatur, im Handel und in der Truppensprache heißt das FAL Sturmgewehr, im englischen Schrifttum überwiegend battle rifle, ein Begriff, der eben deshalb erfunden wurde, weil die Waffen dieser Klasse keine Sturmgewehre sind. Österreich führte seine Fassung sogar unter der Dienstbezeichnung StG 58. Wie bei der DDR-Bezeichnung „MPi” für die Kalaschnikow bleibt die Dienstbezeichnung erhalten; die Gattung ändert sie nicht.

Konstruktion

Der Verschlussblock des FAL sitzt lose im Verschlussträger und ist hinten frei beweglich. Im verriegelten Zustand ist sein hinteres Ende nach unten gekippt und liegt an der Rastschulter an, einem gehärteten Querteil im Gehäuse. Der Träger liegt darüber und hält den Block in dieser Lage.

Beim Schuss drückt der Gasdruck über den Stoßboden gegen den Block. Die Kraft läuft über die abgesenkte hintere Fläche in die Rastschulter und von dort ins Gehäuse. Weil die Fläche eben ist und ungefähr die Breite des Verschlusses hat, ist die Flächenpressung niedrig; bei einem Drehkopf nehmen zwei oder sieben verhältnismäßig kleine Warzen dieselbe Kraft auf.

Entriegelt wird durch Anheben, nicht durch Drehung:

  1. Der Kolben schlägt gegen den Träger, der Träger läuft an; der Block bleibt zunächst unten.
  2. Nach dem Freiweg greift eine Steuerfläche an der Trägerunterseite unter das Blockende und hebt es aus der Rastschulter.
  3. Erst wenn die Abstützfläche frei ist, nimmt der Träger den Block mit nach hinten.

Als schmutzunempfindlich gilt die Bauart aus vier Gründen. Sie tragen unterschiedlich weit:

  • Große Abstützfläche. Ein Span oder Korn auf der Rastschulter verändert die Kraftübertragung wenig, weil er einen kleinen Anteil einer großen Fläche belegt. Bei einer Warzenverriegelung liegt derselbe Span unter Umständen auf einem Zehntel der tragenden Fläche.
  • Keine Drehbewegung. Ein Drehkopf muss sich in seiner Führung verdrehen können; setzt sich der Ringspalt zu, steigt das nötige Drehmoment. Ein Kippblock hebt nur an. Die Bewegung ist kürzer, und der Träger bringt dafür die volle Kolbenkraft auf.
  • Gasführung außerhalb des Gehäuses. Der Kurzhubkolben bleibt im Gasblock. Die Rückstände bleiben dort, wo sie mit einer Bürste zu erreichen sind, und gelangen nicht in die Verschlussführung. Die M16 leitet sie systembedingt in den Verschluss.
  • Der Regler als Reserve. Nimmt die Reibung durch Verschmutzung zu, lässt sich mehr Gas zuführen. Das gehört zur Bedienung und ist kein konstruktiver Vorzug der Verriegelung; es setzt einen Schützen voraus, der die Einstellung kennt.

Der Befund ist damit einzuschränken. Gegen Verkokung, groben Schmutz und Nässe ist die Bauart nachweislich robust. Gegenüber staubfeinem Sand ist sie es nicht ohne Weiteres. Aus dem israelischen Gebrauch sind Störungen überliefert, die eine Darstellung allerdings der Pflege und nicht der Konstruktion zuschreibt. Der Punkt bleibt in diesem Register ungeklärt.

Am Gasblock sitzt eine drehbare Hülse, die eine Auslassöffnung mehr oder weniger freigibt. Geregelt wird damit nicht die Menge, die aus dem Lauf entnommen wird, sondern die Menge, die ungenutzt ins Freie abbläst. Was übrig bleibt, arbeitet auf den Kolben. Das Einstellverfahren ist einfach und gehört zum Verständnis der Waffe:

  1. Regler auf größten Auslass stellen; die Waffe repetiert dann nicht oder unvollständig.
  2. Einen Schuss abgeben, Auslass um eine Raste verkleinern, wiederholen.
  3. Sobald der Verschluss nach dem letzten Schuss zuverlässig fängt, ist die Mindestgasmenge gefunden.
  4. Von dort zwei weitere Rasten schließen. Diese Zugabe ist die Reserve für Verschmutzung, Kälte und schwächere Munitionslose.

Praktisch leistet der Regler drei Dinge. Erstens macht er die Waffe unabhängig von der Munitionsnorm. Dieselbe Waffe verträgt Lose unterschiedlicher Gasdruckkurve, wie sie bei einer über neunzig Staaten verteilten Beschaffung unvermeidlich sind. Zweitens begrenzt er den Verschleiß. Jedes Gas über der Mindestmenge geht in die Rücklaufgeschwindigkeit und damit in den Anschlag; eine dauerhaft zu weit geschlossene Waffe zerlegt sich langsam selbst. Drittens erlaubt eine gesonderte Stellung das vollständige Absperren des Gassystems für das Verschießen von Gewehrgranaten. Die Waffe wird dann von Hand repetiert.

Der Preis dafür steht in den Schwächen. Der Regler ist ein Einstellparameter, den ein Schütze falsch setzen kann. Keine andere Langwaffe dieses Registers verlangt diese Arbeit. Nummerierung und Drehsinn der Rasten geben die Darstellungen unterschiedlich an und weichen zwischen metrischer und zölliger Fassung voneinander ab; die Ziffernbelegung ist deshalb am Einzelstück zu bestimmen.

Einordnung

FAL (1953)G3 (1959)M16 (1963)
Patrone7,62 × 51 mm NATO7,62 × 51 mm NATO5,56 × 45 mm NATO
PatronenklasseGewehrpatroneGewehrpatroneinnere Mittelpatrone
AntriebGasdruck, Kurzhubkolbenkein Gassystem — RückstoßGasdruck, unmittelbar in den Träger
SperrungKippblock, formschlüssigRollen, nur verzögertDrehkopf, formschlüssig
Gewicht ungeladenca. 4,25 kgca. 4,4 kgca. 3,0 kg
Dauerfeuer aus der Handkaum beherrschbarkaum beherrschbarbeherrschbar
Gattung nach dieser SystematikSelbstladegewehrsiehe Widerspruchsvermerk obenSturmgewehr

Die Tabelle macht sichtbar, worauf dieser Eintrag hinauswill. Die beiden Waffen, die sich in der Verschlussbauart am weitesten voneinander entfernen, formschlüssige Verriegelung gegen bloße Verzögerung, verhalten sich im entscheidenden Punkt gleich. Die Waffe dagegen, die sich in der Verschlussbauart vom FAL kaum unterscheidet, verhält sich anders. Der Unterschied steht in der Patronenspalte, nicht in der Verriegelungsspalte.

Die Standardisierung von 1953/54 hat die drei westlichen Konstrukteursbüros zu einer Aufgabe verpflichtet, die 1942 in Suhl bereits als unlösbar erkannt worden war. Man kann das nachrechnen.

Überschlagsrechnung dieses Registers (Größenordnungen, keine Quellenaussage): Bei einem Geschoss von rund 9,5 g mit etwa 840 m/s und einer Ladung von rund 2,9 g ergibt sich ein Rückstoßimpuls in der Größenordnung von 11 bis 12 kg·m/s. Bei 4,25 kg Waffengewicht entspricht das einer freien Rücklaufgeschwindigkeit von rund 2,7 m/s und einer Rückstoßenergie von rund 16 J je Schuss. Für das StG 44 mit rund 8,1 g Geschoss bei 685 m/s, etwa 1,6 g Ladung und 4,6 kg Waffengewicht kommt man auf etwa 7 kg·m/s, 1,6 m/s und rund 6 J.

Bei nahezu gleichem Waffengewicht ergibt sich also das Zwei- bis Dreifache der Rückstoßenergie je Schuss, dazu eine um etwa ein Drittel höhere Kadenz. Der mittlere Rückstoß im Feuerstoß liegt damit ungefähr beim Doppelten. Kein Griffstück, kein Schaftwinkel und keine Mündungsbremse holt das ein.

Die Folgen sind in der Beschaffungswirklichkeit ablesbar, und zwar dreifach:

  1. Die Dauerfeuerstellung wurde vielerorts nicht beschafft. Die Commonwealth-Fassung L1A1 kennt sie nicht. Andere Streitkräfte untersagten den Gebrauch mit dem leichten Lauf.
  2. Es entstand eine schwerläufige Sonderfassung, um überhaupt eine automatische Waffe der Gruppe stellen zu können. Diese Zusatzkonstruktion gibt es nur, weil die Grundwaffe die Aufgabe nicht erfüllte.
  3. Der Südatlantikkonflikt 1982 führte beide Zustände in einem Gefecht zusammen. Beide Seiten trugen dieselbe Waffe, die eine ohne, die andere mit Dauerfeuerstellung. Ein sauberer Feldversuch ist das nicht, aber ein Bild dafür, dass die Feuerartenwahl bei dieser Patrone eine Beschaffungsentscheidung war und keine taktische.

Dann die Gegenprobe. Dieselbe Seite, die 1953 die Mittelpatrone verworfen hatte, führte 1963 eine ein, die 5,56 × 45 mm mit der M16. Zehn Jahre. Der Umweg über die Vollpatrone kostete den Westen eine Gewehrgeneration.

Damit schließt sich der Bogen zum Befund dieses Registers. Die These lautet, dass die Patrone die Bauart bestimmt und nicht umgekehrt. Das FAL bestätigt sie besonders scharf, weil hier die Bauart einmal gegen die These antreten durfte. Eine erstklassige Verriegelung, ein einstellbares Gassystem, neunzig Einführungsstaaten, und die Waffe kann trotzdem nicht, was ein Blechgehäuse aus Suhl 1942 mit der richtigen Patrone konnte.

Herkunft des Verschlusses

FAL und StG 44 kippen beide einen Verschlussblock nach unten in eine Rastfläche. Die Versuchung, daraus eine Ableitung zu machen, ist groß. Nach der Methodik dieses Registers ist sie nicht zulässig, denn ein geteiltes Wirkprinzip ist kein Herkunftsnachweis. Die belgische Linie hat einen eigenen, älteren Strang. Dieudonné Saive meldete seinen gasbetriebenen Selbstlader bereits 1936 zum Patent an; der Prototyp von 1937 wurde nach dem Krieg zum FN 49, aus dem FN 49 das FAL. Dass Saive die Suhler Entwicklung kannte, ist angesichts des Versuchsmusters von 1946 offenkundig. Dass er von ihr die Verriegelung übernommen hätte, folgt daraus nicht. Nachweislich übernommen hat er die Patrone.

Ebenso wenig trägt die Firmenlinie. Fabrique Nationale war seit 1897 der europäische Fertiger der Konstruktionen John Brownings; das Register führt mit der Browning HP das bekannteste Erzeugnis dieser Verbindung, und derselbe Saive führte nach Brownings Tod 1926 dessen unfertigen Pistolenentwurf zur Serienreife von 1935. Die Linie von der HP zum FAL ist damit personell durchgehend. Belegt sind damit die Werkstatt und die Person, nicht die Konstruktion. Der Kippblockverschluss des FAL ist kein Browning-Entwurf. Es gilt dieselbe Unterscheidung, die dieses Register beim Volkssturmgewehr gegen sich selbst anwenden musste: Der Konstrukteur ist kein Herstellernachweis, und die Firma ist kein Konstruktionsnachweis.

Verwendung

Zwischen 1956 und 1959 war das FAL die Ordonnanzwaffe der Bundeswehr, geführt als G1. Der Bundesgrenzschutz hatte zuvor zwei Muster beschafft, darunter eines mit Blechhandschutz und angebautem Klappzweibein; die Bundeswehr bestellte danach rund 100.000 Stück einer eigenen Ausführung mit abgesenkter Visierlinie.

Die Beschaffung endete an der Lizenz und nicht an der Waffe. Fabrique Nationale erteilte der Bundesrepublik keine Fertigungserlaubnis. Eine Darstellung führt das auf die zweimalige deutsche Besetzung Belgiens zurück; belegt ist die Verweigerung, die Begründung ist Deutung. Für die Beschaffung blieb die Folge dieselbe. Gesucht wurde ein Entwurf, der im Inland gefertigt werden durfte, und gefunden wurde er in Spanien, bei CETME.

Für dieses Register schließt sich damit ein Kreis, der in Sachsen beginnt. Die CETME-Linie geht auf das StG 45(M) und über dieses auf die Rollenverriegelung des MG 42 aus Döbeln zurück. Dass die Bundeswehr ab 1959 mit dem G3 eine Waffe führte, deren Verschlussprinzip aus dem Untersuchungsraum dieses Registers stammt, ist also eine Folge der belgischen Lizenzverweigerung. Ohne sie wäre das FAL in Deutschland in Lizenz gebaut worden, und die Döbelner Linie hätte in der Bundeswehr keinen Nachfolger gefunden.

Für die Bestimmung

  1. Baumusterfamilie. Metrische Werksfassung oder zöllige Commonwealth-Fassung? Die Familien sind in wesentlichen Baugruppen nicht teilekompatibel; alles Weitere hängt an dieser Zuordnung.
  2. Rastschulter und Verschlussabstand. Die Rastschulter wird in gestuften Höhen gefertigt und stellt den Verschlussabstand ein. Ein Stück mit unbekannter Teilehistorie ist ohne Messung nicht freizugeben.
  3. Regler und Gasblock. Sinnvolle Zwischenstellung oder festgesetzt? Ein verharzter Regler ist ein Instandsetzungsbefund, kein Bedienfehler.
  4. Schließfederlage. Fester Schaft mit Feder im Schaftrohr oder Klappschaft mit Feder im Gehäuseoberteil; die beiden Bauarten sind nicht gegeneinander tauschbar.
  5. Verschlussfang bei leerem Magazin: fängt er nicht, ist zuerst die Gaszufuhr zu prüfen.

Waffenrechtliches

Das FAL in dauerfeuerfähiger Ausführung ist ein vollautomatisches Gewehr und damit Kriegswaffe nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz, Kriegswaffenliste Nr. 29 Buchstabe c). Es wird hier ausschließlich technik- und industriegeschichtlich dokumentiert. Siehe Methodik.

Zwei Punkte sind gesondert zu beachten. Erstens nimmt die Kriegswaffenliste in Nr. 29 Buchstaben b) bis d) Modelle aus, die vor dem 2. September 1945 bei einer militärischen Streitkraft eingeführt worden sind. Für das FAL greift diese Ausnahme ersichtlich nicht; für die vor 1945 eingeführten Vollautomaten dieses Registers ist die Frage gesondert zu prüfen und hier nicht entschieden. Zweitens unterliegen halbautomatische zivile Ableitungen der FAL-Familie einer eigenen Bewertung nach dem Waffengesetz, insbesondere hinsichtlich Erscheinungsbild und Magazinkapazität. Dieses Register gibt keine Rechtsauskunft.

Offene Forschungsfragen. Erstens die Gattungsfrage über den Einzelfall hinaus: Nach welchem Kriterium soll die Grenze zwischen Mittel- und Gewehrpatrone in diesem Register künftig gezogen werden, nach Mündungsenergie, nach Geschossquerschnittsbelastung oder nach Rückstoßimpuls je Schuss? Die bisher genannte Hülsenlängenspanne von 33 bis 51 mm trägt sie nachweislich nicht, und ohne ein belastbares Kriterium bleibt die Einordnung des FAL, des G3 und des FG 42 eine Einzelfallfrage. Zweitens das Versuchsmuster von 1946: Existieren belgische Werksunterlagen zur Beschaffung der deutschen Kurzpatrone? Kam die Munition aus Beutebeständen, und welchen Fertigungscodes entstammte sie? Das wäre der einzige Weg, die Berührung mit der Magdeburger Fertigung von einer Kaliberangabe zu einem Objektbefund zu machen. Drittens die Lizenzverweigerung gegenüber der Bundesrepublik: Belegt ist die Tatsache, nicht die Begründung. Existiert ein belgischer Regierungs- oder Werksvorgang dazu, dann entscheidet er zugleich, ob die Übernahme der CETME-Linie eine technische oder eine politische Entscheidung war. Viertens die Fertigungszahl: Die kursierende Größenordnung von rund sieben Millionen Stück ist für eine über ein Dutzend Staaten verteilte Lizenzfertigung nicht nachvollziehbar hergeleitet; belastbar wäre nur eine Summierung der einzelnen Werksangaben. Fünftens der Sandbefund: Gibt es eine israelische, südafrikanische oder australische Erprobungsschrift, die die Störungsrate unter Feinstaub gemessen und nicht nur berichtet hat? Erst sie könnte entscheiden, ob die Schwäche in der Konstruktion oder in der Pflegevorschrift lag.

Konstruktion

Verschluss
**Kippblockverschluss** — der Verschlussblock wird hinten nach unten in eine Rastschulter des Gehäuses gekippt und stützt sich dort an einer großen ebenen Fläche ab. Die Rastschulter ist ein auswechselbares Einzelteil; über ihre Höhe wird der Verschlussabstand eingestellt. Der Verschluss dreht sich nicht — Patrone, Auszieher und Stoßboden behalten ihre Winkellage.
Ladeprinzip
Gasdrucklader mit **kurzhubigem Gaskolben** über dem Lauf. Der Kolben schlägt gegen den Verschlussträger und kehrt unter eigener Feder in seine vordere Lage zurück; er läuft die Rücklaufstrecke nicht mit. Die Gasmenge ist über einen **Regler** am Gasblock in Stufen einstellbar.
Zuführung
Gerades Stangenmagazin, 20 Patronen; Fassungen mit 30 Patronen bei den schwerläufigen Ausführungen
Abzug
Hahnschloss. Bei den Werksfassungen umschaltbar Einzel- und Dauerfeuer; zahlreiche Einführungsstaaten beschafften die Waffe ausdrücklich ohne Dauerfeuerstellung (Commonwealth-Fassung L1A1)
Sicherung
Kombinierter Sicherungs- und Feuerwahlhebel über dem Abzug, mit dem Daumen der Schießhand zu bedienen
Visierung
Lochkimme auf dem Gehäuseoberteil, in Stufen bis 600 m; Korn auf dem Gasblock. Beide Visierpunkte sitzen auf derselben Baugruppe — das aufklappbare Gehäuse verändert die Visierlinie deshalb nicht.

Maße und Leistung

Länge
1090 mm (Fassung 50.00); Fallschirmjägerfassungen mit Klappschaft kürzer
Lauflänge
533 mm (Fassung 50.00); 436 bis 457 mm bei den Klappschaftfassungen
Gewicht
ca. 4,25 kg ungeladen (Fassung 50.00); die schwerläufige Ausführung deutlich darüber
Magazin
20 Patronen
V₀
ca. 840 m/s bei 533 mm Lauflänge
Kadenz
650–700 Schuss/min (theoretisch)

Funktionsablauf im Einzelnen

Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.

  1. 1

    Verriegelt und schussbereit

    Der Verschlussblock liegt vorn, sein hinteres Ende ist nach unten abgesenkt und stützt sich an der **Rastschulter** ab — einem gehärteten Einzelteil, das quer im Gehäuse sitzt. Die Abstützfläche ist groß und eben; sie nimmt den Rückstoß nicht über kleine Warzen auf, sondern über eine Auflage von der Breite des Verschlusses. Der Verschlussträger liegt über dem Block und hält ihn mit seiner Unterseite in der abgesenkten Lage.

  2. 2

    Schuss, Gasentnahme, Kolbenschlag

    Nachdem das Geschoss die Gasentnahmebohrung passiert hat, strömt ein Teil der Pulvergase nach oben in den Gaszylinder. Wie viel davon ankommt, entscheidet der **Regler**: Er gibt eine Auslassöffnung mehr oder weniger frei, über die der Überschuss ins Freie abbläst. Der Rest treibt den Kolben, dieser legt einen kurzen Weg zurück, schlägt gegen die Stirnfläche des Verschlussträgers und wird von seiner eigenen Feder wieder nach vorn gestellt. Er verlässt den Gasblock nicht — die Rückstände bleiben vor dem Gehäuse und außerhalb der Verschlussführung.

  3. 3

    Freiweg und Entriegelung durch Anheben des Blockrückens

    Der Träger läuft zunächst **allein** an; in dieser Strecke bleibt der Block abgesenkt und verriegelt, sie überbrückt die Zeit bis zum Druckabfall im Lauf. Danach greift eine Steuerfläche an der Trägerunterseite unter das hintere Ende des Verschlussblocks und **hebt es aus der Rastschulter heraus**. Der Block schwenkt dabei um seinen vorderen Bereich; er dreht sich nicht und läuft nicht zurück, solange er noch angehoben wird. Erst wenn die Abstützfläche frei ist, nimmt der Träger ihn mit.

  4. 4

    Rücklauf, Auszug, Auswurf, Spannen

    Träger und Block laufen gemeinsam zurück. Der Auszieher zieht die Hülse, der Auswerfer wirft sie nach rechts aus, der Hahn wird gespannt. Die Schließfeder sitzt bei den Fassungen mit festem Schaft in einem Rohr im Schaft; bei den Klappschaftfassungen ist sie in das Gehäuseoberteil verlegt — beide Baugruppen sind deshalb nicht gegeneinander austauschbar.

  5. 5

    Vorlauf, Zuführung, erneutes Verriegeln

    Die Schließfeder treibt die Baugruppe vor, der Stoßboden schiebt die oberste Patrone aus dem geraden Magazin ins Lager. Kurz vor der Endlage drückt die Unterseite des Trägers den Blockrücken wieder nach unten in die Rastschulter — die Verriegelung geschieht also nicht durch eine eigene Feder, sondern durch den auslaufenden Träger. Nach dem letzten Schuss hebt der Magazinzubringer den Verschlussfanghebel; bleibt der Verschluss dann nicht hinten stehen, ist zuerst die Gaszufuhr zu prüfen, nicht das Magazin.

Kippblockverschluss

Schemaskizze, nicht maßstäblich

1 2
  1. 1 Verriegelt: Der Verschlussblock ist als Ganzes nach unten in eine Rastfläche des Gehäuses gekippt und stützt sich dort ab.
  2. 2 Entriegelt: Der zurücklaufende Verschlussträger hebt den Block aus der Rastfläche aus; die Baugruppe läuft gemeinsam zurück.

Vergleichsstücke außerhalb der Region

Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.

Heckler & Koch G3

Heckler & Koch GmbH · Deutschland (Oberndorf am Neckar) · 1959 plausibel
System
Rollenverzögerter Masseverschluss ohne Gassystem, Rückstoßlader, gleiche Patrone 7,62 × 51 mm NATO
Unterschied
Dieselbe Patrone, dieselbe Aufgabe, dasselbe Jahrzehnt — und die gegensätzliche Bauart: Das FAL entnimmt Gas und verriegelt formschlüssig, das G3 entnimmt kein Gas und verriegelt überhaupt nicht, sondern verzögert. Der unmittelbare Zusammenhang beider Waffen ist nicht technisch, sondern beschaffungsrechtlich: Weil Fabrique Nationale der Bundesrepublik keine Fertigungslizenz für das FAL erteilte, ging die Beschaffung 1959 auf die spanische CETME-Linie über.
Befund
Der Vergleich isoliert die Verschlussfrage sauber, weil Patrone und Aufgabe gleich bleiben. Zugleich steht hier eine Einordnungsfrage offen: Das Register führt das G3 als Sturmgewehr, dieser Eintrag das FAL als Selbstladegewehr — bei identischer Patronenklasse. Die Abweichung ist benannt und im Text begründet.

M16 / AR-15

Colt und zahlreiche Lizenznehmer · USA · 1963
System
Gasdrucklader mit unmittelbarer Gasabnahme in den Verschlussträger, Drehkopfverschluss mit sieben Warzen, Patrone 5,56 × 45 mm NATO
Unterschied
Dieselben Streitkräfte, die 1953 die volle Gewehrpatrone zur NATO-Norm erhoben und das FAL deshalb ablehnten, führten zehn Jahre später eine Waffe für eine wesentlich schwächere Patrone ein. Konstruktiv ist die M16 das Gegenteil des FAL an drei Stellen: Gas in den Verschluss statt auf einen Kolben davor, Drehkopf statt Kippblock, enge Toleranzen statt großer Spiele.
Befund
Die M16 ist die eigentliche Gegenprobe zur Standardisierungsentscheidung von 1953: Sie beweist, dass die abgelehnte Patronenklasse binnen eines Jahrzehnts von derselben Seite eingeführt wurde, die sie verworfen hatte.

MKb 42(H) / Sturmgewehr 44

C. G. Haenel · Deutschland (Suhl) · 1942 plausibel
System
Gasdrucklader mit Langhubkolben und Kippblockverschluss, Kurzpatrone 7,92 × 33 mm
Unterschied
Verriegelungsprinzip und Patrone stehen hier in umgekehrtem Verhältnis zueinander: Die **Verriegelungsart ist dieselbe** — beide kippen einen Verschlussblock nach unten in eine Rastfläche —, die **Patronenklasse ist es nicht**. Das erste FAL-Versuchsmuster von 1946 war für ebendiese Kurzpatrone eingerichtet; die Serienwaffe ist es nicht.
Befund
Der wichtigste Vergleich dieses Eintrags, weil er die Registerthese prüft: Gleiche Verriegelung, verschiedene Patrone — und die Gattung folgt der Patrone, nicht der Verriegelung. Eine Ableitung des FAL-Verschlusses aus dem StG 44 ist damit ausdrücklich **nicht** behauptet; die belgische Kipplinie läuft über das eigene Selbstladegewehr FN 49.

MPi K / MPi KM

VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa · DDR · 1959
System
Gasdrucklader mit Langhubkolben, Drehkopfverschluss, Mittelpatrone 7,62 × 39 mm
Unterschied
Der östliche Gegenentwurf desselben Jahrzehnts — und der einzige der vier Vergleichsfälle, der die Konsequenz aus 1942 tatsächlich zog. Gegenüber dem FAL: rund ein Drittel weniger Rückstoßimpuls je Schuss, kürzere Waffe, größeres Spiel in der Führung, weniger Präzision auf große Entfernung.
Befund
Die Waffe, gegen die das FAL an seiner schwächsten Stelle antreten musste. Im Dauerfeuer aus der Hand ist der Vergleich einseitig; auf Entfernungen über 400 m kehrt er sich um. Beide Befunde gehören nebeneinander.

Browning HP / FN GP35

Fabrique Nationale de Herstal · Belgien · 1935 plausibel
System
Verriegelter Rückstoßlader mit kurzem Laufrücklauf, Steuerkurve am Laufuntersatz
Unterschied
Kein technischer, sondern ein personeller und betrieblicher Vergleich: Dieselbe Fertigungsstätte, derselbe Konstrukteur. Dieudonné Saive führte nach dem Tod John Brownings 1926 dessen Pistolenentwurf zur Serienreife von 1935 und entwarf später das FN 49 und das FAL.
Befund
Zeigt, was die Firmenkontinuität belegt und was nicht: Sie belegt die Werkstatt und die Person, nicht die konstruktive Herkunft. Der Kippblockverschluss des FAL ist keine Browning-Konstruktion.

Bekannte Schwächen

Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.

  • Dauerfeuer aus der Hand praktisch nicht beherrschbar

    Der Grund liegt nicht in der Waffe, sondern in der Patrone. Bei rund 4,25 kg Waffengewicht und einem Rückstoßimpuls in der Größenordnung von 11 bis 12 kg·m/s je Schuss liegt die Rückstoßenergie etwa beim Zwei- bis Dreifachen dessen, was ein Sturmgewehr für Kurzpatrone bei nahezu gleichem Gewicht erzeugt; die Kadenz liegt zugleich um etwa ein Drittel höher. Zahlreiche Einführungsstaaten beschafften die Waffe deshalb von vornherein ohne Dauerfeuerstellung oder untersagten deren Gebrauch mit dem leichten Lauf. Dazu kommen 1090 mm Gesamtlänge und rund 4,25 kg — die Maße eines Infanteriegewehrs, nicht die eines Absitz- oder Fahrzeuggewehrs; die Klappschaftfassungen sind die Antwort darauf.

    plausibel

  • Der Gasregler ist ein Bedienparameter, kein Selbstläufer

    Der Regler gleicht Verschmutzung, Munitionslose und Temperatur aus — aber nur, wenn er richtig steht. Zu weit geöffnet: unvollständiger Rücklauf, Zuführ- und Auswurfstörungen. Zu weit geschlossen: überhöhte Rücklaufgeschwindigkeit, harter Anschlag, beschleunigter Verschleiß an Träger, Rastschulter und Gehäuse. Die Waffe verlangt damit eine Einstellarbeit, die keine andere Langwaffe dieses Registers kennt.

    plausibel

  • Rastschulter und Verschlussabstand

    Der Verschlussabstand wird nicht durch Nacharbeit am Lauf, sondern durch **Auswahl der Rastschulter** eingestellt; die Teile werden in gestuften Höhen geliefert. Das ist ein Vorteil in der Instandsetzung und eine Gefahrenstelle am zusammengesetzten Fremdstück: Wer Gehäuse, Lauf und Verschluss aus verschiedenen Waffen zusammenführt, hat den Verschlussabstand nicht geprüft, sondern geraten. Bei der Zustandsbeurteilung ist die Rastschulter der erste Prüfpunkt.

    plausibel

  • Zwei nicht austauschbare Baumusterfamilien

    Neben der metrischen Werksfassung besteht die zöllige Commonwealth-Fassung. Beide sind in wesentlichen Baugruppen **nicht** teilekompatibel; auch die Magazine passen nur in einer Richtung zuverlässig. Für die Ansprache eines Einzelstücks ist die Zuordnung zur Familie deshalb vor jeder anderen Bestimmung zu klären.

    plausibel

  • Feinsand

    Aus dem israelischen Gebrauch sind Störungen durch feinen Wüstensand überliefert; eine Darstellung führt sie auf mangelnde Pflege zurück, nicht auf die Konstruktion. Der Befund ist damit nicht eindeutig, gehört aber neben die verbreitete Aussage, der Kippblock sei schmutzunempfindlich: Er ist es gegenüber Verkokung und grobem Schmutz, nicht notwendig gegenüber staubfeinem Quarz in der Führung.

    ungeklärt

Verwendung

  • In über 90 Staaten eingeführt; Werksfertigung bei Fabrique Nationale von 1953 bis 1988, daneben Lizenz- und Nachbaufertigung unter anderem in Argentinien, Australien, Brasilien, Großbritannien, Indien, Israel, Kanada, Österreich und Südafrika
  • Bundesrepublik Deutschland: als **G1** von 1956 bis 1959 Ordonnanzwaffe der Bundeswehr, zuvor beim Bundesgrenzschutz; abgelöst durch das G3
  • Commonwealth als L1A1 beziehungsweise C1 — ausdrücklich ohne Dauerfeuerstellung
  • Südatlantikkonflikt 1982: auf beiden Seiten geführt, britischerseits als L1A1 ohne Dauerfeuer, argentinischerseits als FAL mit Dauerfeuer

Quellen

  1. [Online] Wikipedia (de) — FN FAL Link
  2. [Online] Wikipedia (en) — FN FAL , Versuchsmuster 1946 in 7,92 × 33 mm Kurz, .280 British, NATO-Standardisierung, Maßangaben Link
  3. [Objektbefund] Forgotten Weapons — 8mm Kurz FAL Photos , Werksmuster mit Seriennummer 1 im Kaliber 7,92 × 33 mm; eigenes FN-Magazin, weil das StG-44-Magazin nicht ins Gehäuse passt Link
  4. [Online] Forgotten Weapons — Rearming West Germany: The G1 FAL , Bundesgrenzschutz-Muster A und B, Bundeswehr-Auftrag über 100.000 Stück (Muster C), Verweigerung der Fertigungslizenz durch FN Link
  5. [Online] Wikipedia (en) — FN Model 1949 , Kippblockverschluss und Kurzhubkolben als Vorstufe des FAL; Konstrukteur Saive Link
  6. [Online] Wikipedia (en) — Browning Hi-Power , Fertigstellung des Entwurfs durch Dieudonné Saive nach Brownings Tod 1926 Link
  7. [Online] Shooting Illustrated — Tuning the FAL's Gas System , Wirkungsweise des Reglers, Einstellverfahren, Stellung für Gewehrgranaten Link
  8. [Online] Wikipedia (en) — IMI Galil , Störungen des israelischen FAL durch Sand und Staub, dort der Pflege zugeschrieben Link
  9. [Online] Bundesministerium der Justiz — Kriegswaffenkontrollgesetz, Anlage (Kriegswaffenliste), Nr. 29 Link