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Werkstatt

Woran ich gerade arbeite

Das Forschungsprogramm beschreibt, was dieses Vorhaben insgesamt vorhat. Diese Seite ist enger und persönlicher: Sie sagt, welche Fragen mich im Augenblick beschäftigen, welche Einträge ich selbst für die schwächsten halte und wo ich Neuen zum Einstieg raten würde.

Ich betreibe dieses Register allein. Was hier steht, ist entsprechend kein Arbeitsplan mit Terminen, sondern der Stapel auf dem Tisch.

Die offenen Fragen

Hat Suhl die Makarow gefertigt oder montiert?

Dass im VEB Ernst-Thälmann-Werk zwischen 1958 und 1965 Makarow-Pistolen entstanden, halte ich für ausreichend gedeckt, und am Objekt ist die Phase über den Abnahmestempel K 100 und die fehlende Bandöse in Sekunden zu erkennen. Was ich nicht sagen kann, ist die Fertigungstiefe: ob in Suhl vollständig gefertigt oder in Teilen aus Lieferungen montiert wurde.

Daran hängt auch die Stückzahl, die ich bis heute nirgends belegt gefunden habe. Weiterkommen würde ich hier nur über Betriebsunterlagen des VEB und über Beschaffungsakten der bewaffneten Organe.

Pistole M (Makarow)

Wo wurde das Volkssturmgewehr gebaut — Suhl oder Weimar?

Der Eintrag führt das Suhler Stammwerk als Hersteller, und das ist seine schwächste Angabe. Für Suhl sprechen zwei Darstellungen und der Umstand, dass Karl Barnitzke dort Chefkonstrukteur war; mindestens eine Darstellung verlegt die Fertigung in das Zweigwerk Weimar. Für Weimar spricht die dortige Kapazität, dagegen die Zerstörung des Werks durch den Luftangriff im Februar 1945.

Der Weg, auf dem ich Fertigungsorte sonst absichere, versagt hier gerade: Die Waffe trägt keine Abnahmezeichen. Und den Konstrukteur darf ich nach meiner eigenen Methodik nicht als Nachweis nehmen. Beide Werke einzutragen wäre keine Lösung, sondern eine verdoppelte Behauptung.

Volkssturmgewehr VG 1-5

Woher stammt die 80-Prozent-Angabe zu Erfurt?

Verbreitet ist die Angabe, in Erfurt seien rund 80 Prozent aller deutschen Handfeuerwaffen des Ersten Weltkriegs gefertigt worden. Ich habe sie nicht nachprüfen können und halte sie angesichts der parallelen Fertigung bei Mauser Oberndorf, DWM Berlin, den Gewehrfabriken Spandau, Amberg und Danzig sowie den Suhler Häusern für erklärungsbedürftig.

Möglicherweise bezieht sie sich auf eine einzelne Waffe oder ein einzelnes Jahr. Bis das geklärt ist, steht die Zahl im Eintrag nur als Zitat und nicht als Befund. Mich stört daran weniger die Zahl selbst als die Frage, wie oft sie schon weitergereicht wurde, ohne dass jemand nach ihrer Herkunft gefragt hat.

Königlich Preußische Gewehrfabrik Erfurt

Wo stand das Barackenlager „Fröhlicher Mann", und was wurde daraus?

Der Gesellschaftsvertrag vom 8. Februar 1943 liegt im Wortlaut vor: zehn Suhler und Zella-Mehliser Waffenfirmen, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, 902 Plätze. Über die Firmen sagt er viel. Über den Ort sagt er nichts.

Ich weiß deshalb nicht, wo das Lager stand und was aus dem Gelände geworden ist, und ich habe auch die vollständige Liste der zehn Gesellschafter nicht beisammen. Das ist der Punkt, an dem mir die Arbeit am unangenehmsten ist: Der Vertrag nennt Plätze, nicht Personen — und die Menschen, um die es geht, kommen in der Überlieferung, die ich in der Hand habe, fast nicht vor.

Das Barackenlager „Fröhlicher Mann"

Wer übernahm den Menz-Standort, und was lief dort im Krieg?

Zwei Darstellungen stehen gegeneinander: die eine nennt 1937 und die Berliner AG Lignose, die andere 1938 und die Firma Theodor Bergmann Erben. Auflösen kann ich das bislang nicht, und ich lasse den Widerspruch deshalb im Eintrag stehen.

Wichtiger ist mir, was danach kam. Am Standort wurde weitergefertigt, und was dort zwischen 1939 und 1945 entstand und mit welchen Arbeitskräften, habe ich nicht geprüft. Die Literatur hält nur fest, die Liliput-Fertigung sei „vermutlich" zugunsten der Rüstungsproduktion eingestellt worden — das ist eine Vermutung und trägt nichts.

Waffenfabrik August Menz, Suhl

Die dünnsten Einträge

Jeder Eintrag trägt seinen Belegstatus offen, das genügt aber nicht — eine Statusangabe sagt nicht, wie unwohl mir bei einer Seite ist. Diese vier würde ich als Erste ersetzen, wenn mir jemand eine bessere Quelle in die Hand drückte.

Zum Einstieg empfohlen

Wer zum ersten Mal hier ist, landet erfahrungsgemäß bei den bekannten Namen. Das ist verständlich, führt aber am Ertrag vorbei. Diese drei Einträge würde ich stattdessen vorschlagen.

Hinweise

Zu allem, was auf dieser Seite steht, nehme ich Hinweise gern entgegen: Archivsignaturen, Literaturstellen, Befunde am eigenen Stück, auch ein bloßer Fingerzeig, wo ich suchen sollte. Ein Foto einer Stempelgruppe ist mir mehr wert als eine weitere Sekundärdarstellung. Die Anschrift lautet [email protected].

Wer einen Fehler findet, schreibt am besten dasselbe. Was ich daraufhin ändere, steht mit Ursache und Konsequenz im Korrekturregister — auch das, was mir peinlich ist.