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Hersteller · Wiesa (Erzgebirge)

VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa

1959–1990 DDR 1949–1990 plausibel

Für die Endmontage der DDR-Kalaschnikows wurde ein Betrieb mit der Tarnbezeichnung „Gerätewerk Wiesa” beziehungsweise VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa im Erzgebirge eingerichtet. Er arbeitete unter demselben VEB-Dach wie der Suhler Betrieb.

Verteilte Fertigung, zentrale Montage

Die Konstruktionsweise der DDR-Rüstung war bewusst dezentral. Einzelteile entstanden in zahlreichen Betrieben im ganzen Land, die Endmontage lief in Wiesa zusammen; für die Objektbestimmung heißt das, dass Baugruppen unterschiedliche Fertigungskennungen tragen können — ein Punkt, der in der Stempelkunde noch systematisch zu erfassen ist.

Modellfolge

AbModellGrundlage
1959MPi Ksowjetische AK
1965MPi KMsowjetische AKM, Blechpressverfahren
1988PG 500MPi-KM-Ableitung, 500-mm-Lauf, Zielfernrohr

Eine Fertigungsanekdote mit Objektrelevanz: Die ersten Serien erhielten mangels Birkenholz Buchenholzschäfte, die den Dauerprüfungen der NVA nicht standhielten. Schaftmaterial ist damit ein Datierungsmerkmal.

Wichtige Abgrenzung. MPi K und MPi KM sind vollautomatische Waffen und damit Kriegswaffen nach dem KWKG. Sie werden hier ausschließlich industriegeschichtlich dokumentiert; halbautomatische zivile Ableitungen unterliegen einer eigenen rechtlichen Bewertung.

Offene Forschungsfragen. Schreibweise des Ortsnamens, Gründungsdatum, Verhältnis zum Suhler Werk, Liste der Zulieferbetriebe, Kennzeichnungssystematik der Baugruppen.

Rechtsform und Firmierung

1959
Gerätewerk Wiesa · Tarnbezeichnung

Der Name verschleiert den Zweck — Endmontage von Automatwaffen — und ist selbst ein Beleg für die Geheimhaltungspraxis der DDR-Rüstung.

DDR-Zeit
VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa · Volkseigener Betrieb

Arbeitete unter demselben VEB-Dach wie der Suhler Betrieb.

Fertigungsprogramm

ab 1959
MPi K

nach dem Vorbild der sowjetischen AK

ab 1965
MPi KM

nach dem Vorbild der AKM, im material- und kostensparenden Blechpressverfahren

ab 1985
MPi AK-74N und MPi AKS-74N

Lizenzvertrag vom 15. Mai 1981; für die Fertigung wurden eigene Maschinen und Anlagen aufgebaut, sowjetische Waffen wurden nicht zugekauft.

ab 1988
PG 500

MPi-KM-Ableitung mit 500-mm-Lauf, durchbrochenem Schaft und Zieloptik.

Standorte

  • Wiesa (Erzgebirge)

    Eigens eingerichteter Montagebetrieb unter Tarnbezeichnung. Die Schreibweise schwankt in den Quellen zwischen „Wiesa" und „Weisa".

Zwangsarbeit — Zeitraum nicht einschlägig

Der Betrieb bestand ab 1959 und liegt damit außerhalb des Zeitraums, für den die Prüfregel dieses Registers gilt.

Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .

Verbleib

Mit der deutschen Einheit endete die Fertigung. Der Betrieb ist damit der einzige des Registers, der ausschließlich in der DDR bestand — ohne Vorgänger vor 1949 und ohne Fortsetzung nach 1990.

Modelle dieses Herstellers

Quellen

  1. [Online] Faktory 47 — East German AK History Link
  2. [Online] RRT877 — MPi KM — die Geschichte der Kalaschnikow in der DDR, Teil 1 Link