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OD WH

Vergleichsstück · Sowjetunion

Karabiner S (Simonow SKS-45)

Fertigung
Sowjetische Staatsbetriebe (Tula, Ischewsk)
Kaliber
7,62 × 39 mm
Zeitraum
1949–1990
Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden

ZUR EINORDNUNG: Dieser Eintrag ist als VERGLEICHSSTÜCK geführt, weil die Waffe im Untersuchungsraum nicht gefertigt wurde. Die deutschsprachige Übersichtsdarstellung nennt als Lizenzfertiger ausdrücklich China, Jugoslawien und Albanien und führt die DDR unter den NUTZERN. Eine Zusammenstellung auf einer NVA-Seite listet dagegen „DDR (Karabiner S)" in einer Aufzählung, die Fertiger und Varianten vermengt. Dieses Register wertet das NICHT als Beleg einer DDR-Fertigung: Eine Aufzählung ohne Werksangabe ist keine Fertigungsangabe — dieselbe Unterscheidung, an der das Register beim Spreewerk und beim SSG 82 gescheitert ist. Sollte sich eine DDR-Fertigung belegen lassen, wäre der Eintrag umzustellen und die Änderung zu protokollieren. ÜBEREINSTIMMEND belegt sind Entwicklung durch Simonow ab 1944, Einführung 1949 parallel zur AK-47, Fertigungszeit 1945 bis 1968, rund 15 Millionen Stück weltweit, die Maße (1.020 mm, 3,75 kg, V0 735 m/s, festes Magazin zu 10, wirksame Entfernung 400 m, rund 40 Schuss/min), Kippblockverriegelung, Gasdrucklader, das fest verbundene Klappbajonett und die Bezeichnung „Karabiner S" im Arsenal der NVA. ABWEICHEND ist das Einführungsjahr in der DDR: Eine Darstellung nennt Import ab 1957, eine andere nennt kein Jahr. 1957 fällt mit der Aufstellung der NVA und der beginnenden Lizenzfertigung der MPi in Wiesa zusammen und ist plausibel, aber nicht gegengeprüft. NICHT ERMITTELT sind: die Stückzahl der an die DDR gelieferten Waffen, das Datum der Ausmusterung aus dem Truppendienst, der Verbleib nach 1990 und die Frage, ob in der DDR ZUBEHÖR gefertigt wurde. Für Bajonette und Schichtholz- schäfte gibt es Angebote und Forenbeiträge, die von DDR-Fertigung sprechen; eine belastbare Quelle dafür liegt diesem Register nicht vor. Das wäre der interessanteste Prüfpunkt, weil eine belegte Zubehörfertigung die Waffe zumindest teilweise in den Untersuchungsraum holen würde.

So funktioniert sie

Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.

Dieser Karabiner lädt sich selbst, gibt aber nur Einzelschüsse ab — für jeden Schuss muss der Abzug neu gezogen werden. Angetrieben wird das Nachladen von Pulvergas: Kurz vor der Mündung zweigt eine Bohrung im Lauf einen Teil der Gase ab und treibt damit einen kurzen Kolben nach hinten, der wiederum den Verschlussträger anstößt. Verriegelt wird nicht durch Drehen, sondern durch Kippen: Das hintere Ende des Verschlussblocks wird beim Schließen nach unten in eine Aussparung des Gehäuses gedrückt und stützt sich dort ab, solange der Druck wirkt. Läuft der Träger zurück, hebt er dieses Ende wieder heraus und nimmt den Verschluss mit. Das Magazin ist fest eingebaut und fasst zehn Patronen; gefüllt wird es von oben mit einem Ladestreifen oder Patrone für Patrone — es lässt sich also nicht einfach gegen ein volles tauschen, und genau das ist der Grund, warum diese Bauart militärisch bald überholt war. Unter dem Lauf sitzt ein Klappbajonett, das fest mit der Waffe verbunden ist und nach hinten in den Schaft eingelegt wird, wenn es nicht gebraucht wird.

Dieser Eintrag steht hier, weil die Waffe nicht hierher gehört — und weil genau das der Befund ist.

Wer sich die DDR bewaffnet vorstellt, sieht mit einiger Wahrscheinlichkeit dieses Bild: die Ehrenwache an der Neuen Wache Unter den Linden, im Stechschritt, das Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett vor der Brust. Das ist der Karabiner S. Er war die sichtbarste Waffe der DDR — auf Briefmarken, in der Wochenschau, bei jedem Staatsbesuch, jeden Mittwoch um halb drei bei der großen Wachparade.

Und er wurde nie hier gebaut.

Was das für dieses Register bedeutet

Der Gegenstand dieses Projekts ist die Waffenherstellung im Gebiet der heutigen ostdeutschen Länder, nicht die Bewaffnung der DDR. Beides fällt regelmäßig auseinander, und der Karabiner S ist der deutlichste Fall.

Die deutschsprachige Übersichtsdarstellung nennt als Lizenzfertiger China, Jugoslawien und Albanien und führt die DDR ausdrücklich unter den Nutzern. Eine Zusammenstellung auf einer NVA-Seite listet dagegen „DDR (Karabiner S)” in einer Aufzählung, die Fertiger und Varianten vermengt. Dieses Register wertet das nicht als Beleg: Eine Aufzählung ohne Werksangabe ist keine Fertigungsangabe.

Das ist dieselbe Unterscheidung, an der das Register schon zweimal gescheitert ist — beim Spreewerk und beim SSG 82. Der Eintrag ist deshalb als Vergleichsstück geführt. Sollte sich eine DDR-Fertigung belegen lassen, wird er umgestellt und die Änderung protokolliert.

Am Tag der Einführung überholt

Der Karabiner wurde 1949 bei den sowjetischen Streitkräften eingeführt — im selben Jahr wie die AK-47. Das ist kein Zufall der Chronologie, sondern der Kern seiner Geschichte: Die Armee bekam gleichzeitig zwei Waffen für dieselbe Aufgabe, von denen eine der anderen in jeder Hinsicht überlegen war.

Am Tag der Einführung überholt
Karabiner SMPi-K (AK)
Patrone7,62 × 39 mm7,62 × 39 mm
Magazinfest, 10 Patronenwechselbar, 30 Patronen
Feuerartennur EinzelfeuerEinzel- und Dauerfeuer
VerriegelungKippblockDrehkopf
NachladenLadestreifen von obenMagazinwechsel

Beide verschießen dieselbe Mittelpatrone, die eigens entwickelt worden war, um beherrschbares Dauerfeuer aus der Hand zu ermöglichen (siehe Patronenklassen). Der Karabiner nutzt diese Möglichkeit nicht. Er ist ein Selbstlader mit Sturmgewehrmunition — und damit ein Zwischenschritt, den die Entwicklung bereits übersprungen hatte.

Er blieb trotzdem, solange die Umrüstung dauerte, und danach für die Repräsentation.

Die Rollenverteilung in der DDR ist besonders klar

In der DDR lässt sich das Verhältnis der beiden Waffen an einem Punkt festmachen, der dieses Register unmittelbar angeht:

  • Die MPi wurde ab 1957 in Wiesa in Lizenz gebaut.
  • Der Karabiner wurde nach der greifbaren Angabe ab demselben Jahr importiert.

Was die DDR selbst fertigte, war also die modernere Waffe. Der Karabiner kam fertig ins Land und blieb ein Ausrüstungsgegenstand, kein Erzeugnis. Für die Zeremonie reichte er — und dafür wurde er schließlich fast ausschließlich verwendet.

Konstruktion

Kippblock statt Drehkopf

Verriegelt wird nicht durch Drehen, sondern durch Kippen: Beim Schließen drückt der Verschlussträger das hintere Ende des Verschlussblocks nach unten in eine Aussparung des Gehäuses. Dort stützt es sich ab, solange der Gasdruck wirkt. Läuft der Träger zurück, hebt er dieses Ende wieder heraus und nimmt den Verschluss mit.

Dasselbe Prinzip führt in diesem Register auch das FN FAL und, in anderer Ausführung, der MKb 42(H). Es baut einfach und kurz, verteilt die Last aber auf eine abgestützte Fläche statt ringsum — der Drehkopf der Kalaschnikow ist in dieser Hinsicht der solidere Weg. Siehe Verschlusssysteme.

Kurzhubiger Kolben, weit vorn

Die Gasentnahme sitzt weit vorn am Lauf, der Kolben ist kurzhubig: Er stößt den Träger an und bleibt dann stehen, statt den ganzen Weg mitzulaufen. Das hält die bewegte Masse klein. Der Gegenentwurf ist der langhubige Kolben der Kalaschnikow, der fest mit dem Träger verbunden ist und mitläuft — unempfindlicher gegen Schmutz, dafür mit mehr bewegter Masse. Siehe Ladeprinzipien.

Der längere Lauf gegenüber der AK-47 ergibt eine höhere Mündungsgeschwindigkeit: 735 m/s.

Das Klappbajonett

Unter dem Lauf sitzt ein Bajonett, das fest mit der Waffe verbunden ist und sich ohne Werkzeug nicht abnehmen lässt. Bei Nichtgebrauch klappt es nach hinten, die Spitze legt sich in eine Aussparung des Vorderschafts.

Für das Bild, das von dieser Waffe geblieben ist, ist dieses Bauteil entscheidend. Ein aufgepflanztes Bajonett ist auf Entfernung sichtbar und zeremoniell wirksam, und es ist der Grund, warum gerade dieser Karabiner und nicht die MPi zur Repräsentationswaffe wurde. Die Kalaschnikow hat kein festes Bajonett — sie sieht in der Ehrenformation nach nichts aus.

Für die Bestimmung

  1. Festes Magazin mit Ladestreifenführung — das erste und sicherste Merkmal gegenüber jeder Kalaschnikow-Variante.
  2. Klappbajonett unter dem Lauf, nicht abnehmbar.
  3. Gasentnahme weit vorn, kurzhubiger Kolben.
  4. Fertigerkennzeichen. Sowjetische Stücke tragen die Zeichen der Werke Tula oder Ischewsk; chinesische, jugoslawische und albanische Lizenzstücke sind an eigenen Kennzeichen zu erkennen. Ein Stück mit DDR-Kennzeichnung wäre eine Überraschung und wäre zu dokumentieren.
  5. Zubehör. Für Bajonette und Schichtholzschäfte gibt es Angebote und Forenbeiträge, die von DDR-Fertigung sprechen. Belastbar ist das nicht — siehe unten.

Offene Forschungsfragen. Wie viele Karabiner S erhielt die DDR, und wann genau? Das Jahr 1957 steht in einer einzelnen Darstellung. — Wann wurde die Waffe aus dem Truppendienst ausgemustert, und blieb sie danach nur noch bei den Ehrenkompanien? — Was geschah nach 1990 mit den Beständen? — Und die für dieses Register interessanteste Frage: Wurde in der DDR Zubehör für den Karabiner gefertigt? Für Bajonette und Schäfte wird das behauptet, ohne Beleg. Ließe es sich zeigen, wäre die Waffe zumindest teilweise in den Untersuchungsraum zu holen — und der Eintrag müsste umgestellt werden.

Waffenrechtliches

Selbstladegewehr, kein Vollautomat, damit keine Kriegswaffe nach dem KWKG. Für Erwerb und Besitz gilt das Waffengesetz; verbindlich ist allein die Entscheidung der zuständigen Behörde. Dieses Register dokumentiert die Waffe technik- und zeitgeschichtlich. Siehe Methodik.

Konstruktion

Verschluss
Kippblockverriegelung: Das hintere Ende des Verschlusses wird beim Schließen nach unten in eine Aussparung des Gehäuses gekippt und stützt sich dort ab. Keine Drehbewegung. Siehe Verschlusssysteme.
Ladeprinzip
Gasdrucklader mit kurzhubigem Kolben; die Gasentnahme sitzt weit vorn am Lauf.
Zuführung
Fest eingebautes Kastenmagazin zu 10 Patronen, von oben mit Ladestreifen oder einzeln zu füllen. Kein Magazinwechsel — der entscheidende Unterschied zur Kalaschnikow.
Abzug
Nur Einzelfeuer. Die praktische Feuerfolge liegt bei etwa 40 Schuss je Minute.
Sicherung
Flügelsicherung am Abzugsbügel
Visierung
Offenes Visier, Kimme und Korn; wirksame Entfernung nach der NVA-Angabe bis 400 m

Maße und Leistung

Länge
1.020 mm
Gewicht
3,75 kg
Magazin
10 Patronen, fest eingebaut
V₀
735 m/s
Kadenz
rund 40 Schuss/min als praktische Feuerfolge

Funktionsablauf im Einzelnen

Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.

  1. 1

    Laden

    Der Verschluss wird zurückgezogen und fängt sich; von oben wird ein Ladestreifen mit zehn Patronen in Führungen gesetzt und der Inhalt mit dem Daumen ins Magazin gedrückt. Das Magazin bleibt an der Waffe.

  2. 2

    Verriegeln

    Beim Vorlauf schiebt der Verschluss die oberste Patrone ins Lager. Auf dem letzten Stück drückt der Verschlussträger das hintere Ende des Verschlussblocks nach unten in eine Aussparung des Gehäuses. Dort stützt es sich ab — verriegelt ist damit nicht durch Formschluss ringsum, sondern durch eine einzige, nach unten abgestützte Fläche.

  3. 3

    Schuss und Gasentnahme

    Nach dem Schuss passiert das Geschoss eine Bohrung weit vorn im Lauf. Ein Teil der Gase tritt in den Gaszylinder und treibt einen kurzhubigen Kolben nach hinten, der über eine Stange den Verschlussträger anstößt und danach stehen bleibt.

  4. 4

    Entriegeln und Auswerfen

    Der zurücklaufende Träger hebt das hintere Ende des Verschlusses aus der Aussparung und nimmt ihn mit. Die Hülse wird ausgezogen und ausgeworfen, die Schließfeder gespannt, das Schlagstück gespannt.

  5. 5

    Vorlauf

    Die Feder treibt Träger und Verschluss zurück nach vorn, die nächste Patrone wird zugeführt und der Block wieder abgekippt. Nach dem letzten Schuss hält der Verschlussfang die Waffe offen — das Zeichen, dass ein neuer Ladestreifen fällig ist.

Kippblockverschluss

Schemaskizze, nicht maßstäblich

1 2
  1. 1 Verriegelt: Der Verschlussblock ist als Ganzes nach unten in eine Rastfläche des Gehäuses gekippt und stützt sich dort ab.
  2. 2 Entriegelt: Der zurücklaufende Verschlussträger hebt den Block aus der Rastfläche aus; die Baugruppe läuft gemeinsam zurück.

Vergleichsstücke außerhalb der Region

Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.

MPi-K / MPi-KM

VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa · DDR (Wiesa) · 1957 plausibel
System
Gasdrucklader mit langhubigem Kolben, formschlüssig verriegelter Drehkopfverschluss, Wechselmagazin zu 30, Einzel- und Dauerfeuer
Unterschied
Dieselbe Patrone, dieselbe Armee, dieselben Jahre — und die Waffe, die den Karabiner ablöste. Drei Unterschiede entscheiden: Wechselmagazin statt festem Magazin, Dauerfeuer statt Einzelfeuer, dreißig Patronen statt zehn.
Befund
Der eigentliche Befund dieses Eintrags. Beide Waffen wurden in der Sowjetunion 1949 nebeneinander eingeführt — der Karabiner war also am Tag seiner Einführung bereits überholt. In der DDR ist die Rollenverteilung besonders klar: Die MPi wurde in Wiesa in Lizenz gebaut, der Karabiner wurde importiert. Was die DDR selbst fertigte, war die modernere Waffe.

Gewehr 43

Walther, Berlin-Lübecker Maschinenfabrik u. a. · Deutschland · 1943 plausibel
System
Gasdrucklader mit kurzhubigem Kolben, Verriegelung über Stützklappen, 7,92 × 57 mm, abnehmbares Magazin zu 10
Unterschied
Die deutsche Antwort auf dieselbe Aufgabe, sechs Jahre früher und in der vollen Gewehrpatrone. Das G43 hat ein abnehmbares Magazin, der Karabiner ein festes — bemerkenswerterweise ist die ältere Waffe hier die modernere.
Befund
Beide gehören derselben kurzen Epoche an: dem Selbstladegewehr im Einzelfeuer, das zwischen dem Repetierer und dem Sturmgewehr liegt. Diese Epoche dauerte kaum ein Jahrzehnt.

M1 Garand

Springfield Armory u. a. · Vereinigte Staaten · 1936 plausibel
System
Gasdrucklader mit Langhubkolben, Drehkopfverschluss, .30-06, Ladeblock zu 8
Unterschied
Der Vorläufer der ganzen Gattung und der einzige Selbstlader, der als Standardgewehr eines Weltkriegs breit eingeführt war. Auch er lädt über einen Block statt über ein Wechselmagazin.
Befund
Drei Waffen, drei Länder, dieselbe Zwischenstellung — und dieselbe Schwäche: Wer nachladen will, muss die Waffe von oben füllen. Das Wechselmagazin ist die Neuerung, die diese Gattung beendete.

ČZ vz. 52 (Selbstladekarabiner)

Česká zbrojovka · Tschechoslowakei · 1952 ungeklärt
System
Selbstladekarabiner, 7,62 × 45 mm, später 7,62 × 39 mm
Unterschied
Der tschechoslowakische Gegenentwurf zum selben Zeitpunkt — zunächst sogar in einer eigenen Patrone, bis der Warschauer Pakt die sowjetische durchsetzte. NICHT zu verwechseln mit der gleichnamigen Pistole vz. 52, die dieses Register gesondert führt.
Befund
Er zeigt, dass die Selbstladekarabiner-Antwort um 1950 im ganzen Ostblock unabhängig gefunden wurde, und dass die Vereinheitlichung der Munition die eigenständigen Wege beendete.

Bekannte Schwächen

Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.

  • Festes Magazin

    Zehn Patronen, von oben mit Ladestreifen zu füllen, kein Wechsel. Im Gefecht bedeutet das: Nachladen dauert und geht nur mit beiden Händen und freiem Blick nach oben. Gegen eine Waffe mit dreißig Patronen im Wechselmagazin ist das kein Nachteil, sondern eine andere Waffengattung.

    plausibel

  • Nur Einzelfeuer

    Die Waffe verschießt die Mittelpatrone 7,62 × 39, die eigens dafür entwickelt wurde, beherrschbares Dauerfeuer zu ermöglichen — nutzt diese Möglichkeit aber nicht. Sie ist ein Selbstlader mit Sturmgewehrmunition.

    plausibel

  • Am Tag der Einführung überholt

    Karabiner und Kalaschnikow wurden 1949 nebeneinander eingeführt. Die Truppe hatte damit von Anfang an die bessere Waffe zur Verfügung. Der Karabiner blieb, solange die Umrüstung dauerte — und danach als Repräsentationswaffe.

    plausibel

Verwendung

  • Sowjetische Streitkräfte ab 1949, parallel zur AK-47 eingeführt
  • NVA ab 1957 als „Karabiner S", aus sowjetischer Lieferung — keine DDR-Fertigung belegt
  • Ehrenkompanien der Wachregimenter: Ehrenformationen bei Staatsbesuchen, Ehrenwache an der Neuen Wache, wöchentliche große Wachparade
  • Weltweit rund 15 Millionen Stück; Lizenzfertigung in China, Jugoslawien und Albanien

Quellen

  1. [Online] Wikipedia (de) Simonow SKS-45 , Entwicklung durch Sergei Gawrilowitsch Simonow ab 1944, Einführung 1949 parallel zur AK-47; Produktionszeit 1945 bis 1968, weltweit etwa 15 Millionen Stück; Lizenzfertigung in China, Jugoslawien und Albanien mit späteren eigenständigen Varianten, die DDR als Nutzer genannt; im Arsenal der NVA als „Karabiner S" geführt; 7,62 × 39 mm, Gesamtlänge 1.020 mm, 3,75 kg, festes Magazin zu 10, nur Einzelfeuer, rund 40 Schuss/min; dauerhaft verbundenes Klappbajonett; Ladung über Ladestreifen oder einzeln; allmähliche Verdrängung durch die AK-47, heute Repräsentationswaffe Link
  2. [Online] nva-geschichte.de Selbstladekarabiner Simonow SKS-45 , Länge 1.020 mm, 3,75 kg, V0 735 m/s, wirksame Entfernung bis 400 m, festes Kastenmagazin zu 10, Gasdrucklader mit Kippblockverriegelung, Flügelsicherung am Abzugsbügel; längerer Lauf als die AK-47 und dadurch höhere Mündungsgeschwindigkeit; nach hinten klappendes Bajonett; Verwendung bei der Ehrenwache der NVA; Import aus der UdSSR ab 1957, geführt als „Kar.-S" Link
  3. [Online] Wikipedia (de) Wachregiment „Friedrich Engels" , Ehrenkompanien mit Karabinern und Säbeln ausgerüstet; Ehrenformationen bei Staatsbesuchen, Ehrenwache an der Neuen Wache am Mahnmal für die Opfer des Faschismus und Militarismus, große Wachparade wöchentlich mittwochs Link