Vergleichsstück · Sowjetunion
SWD (Dragunow-Scharfschützengewehr)
- Fertigung
- Ischewsker Maschinenbauwerk und weitere sowjetische Staatsbetriebe
- Kaliber
- 7,62 × 54 mm R
- Zeitraum
- 1963–…
- Belegstatus
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ZUR EINORDNUNG: Vergleichsstück. Die Waffe wurde in der Sowjetunion entwickelt und gefertigt, nicht im Untersuchungsraum. Sie steht hier, weil sie der Maßstab ist, an dem das SSG 82 einzuordnen ist. ÜBEREINSTIMMEND belegt sind: Entwicklung 1958 bis 1963 durch Jewgeni Fjodorowitsch Dragunow, Einführung 1963, Fertigung bis in die Gegenwart; 7,62 × 54 mm R; Gesamtlänge 1.225 mm; rund 4,30 kg ohne Magazin; gekrümmtes Magazin zu 10 Patronen; wirksame Reichweite 800 m, Höchstschussweite 1.300 m; Gasdrucklader auf Grundlage des Kalaschnikow-Verschlusses, angepasst an die Randpatrone, mit getrennten Bauteilen für Kolben, Schubstange und Verschlussträger; vier rechtsdrallige Züge; Zielfernrohr PSO-1 mit vierfacher Vergrößerung, 24-mm-Objektiv und Infrarotfilter; zusätzliche mechanische Visierung als Rückfallebene; praktische Feuerfolge rund 30 Schuss/min; Rolle als Gruppenscharfschütze zur Erweiterung der Gefechtsentfernung von 400 auf 600 m; Präzision als durchschnittlich und die Waffe als sehr robust beschrieben; SWDM ab 2018. WIDERSPRÜCHLICH ist die Lauflänge: 610 mm nach der einen, 620 mm nach der anderen Angabe derselben Darstellungsfamilie. Der Unterschied ist gering, aber er besteht; dieses Register nennt beide Werte und löst ihn nicht auf. NICHT ERMITTELT und für dieses Register die wichtigste Lücke: die Verwendung in der NVA. Die deutschsprachige Übersichtsdarstellung nennt allgemein „Staaten des Warschauer Vertrags", eine NVA-Sammlerseite führt die Waffe, macht aber keine Angaben zu Bezeichnung, Einführungsjahr, Truppenteilen, Stückzahlen oder Verbleib nach 1990. Der Eintrag behauptet deshalb NICHT, die NVA habe die SWD geführt — er sagt, dass es nicht belegt ist. Damit steht auch die im SSG-82-Eintrag gezogene Verbindung unter Vorbehalt: Dass Suhl 1982 einen anderen Weg ging als die SWD, ist eine Aussage über zwei Konstruktionen, nicht über eine Beschaffungsentscheidung der NVA. NICHT ERMITTELT sind ferner: Drallänge, Präzisionsforderung in Zahlen, Munitionssorte 7N1, die Varianten SWDS und SWU im Einzelnen sowie die Fertigungsorte.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Dieses Gewehr lädt sich selbst und gibt Einzelschüsse ab. Angetrieben wird das Nachladen von Pulvergas, das aus einer Bohrung im Lauf abgezweigt wird und einen Kolben nach hinten treibt; der Kolben stößt einen Träger an, dieser dreht den Verschluss auf und nimmt ihn mit. Bis dahin klingt das wie eine Kalaschnikow, und der Verschluss stammt auch von dort. Ein wesentlicher Unterschied steckt aber im Detail: Bei der Kalaschnikow sind Kolben und Träger ein einziges Stück, das den ganzen Weg mitläuft. Hier sind Kolben, Schubstange und Träger getrennt — der Kolben stößt nur an und bleibt dann stehen. Dadurch bewegt sich beim Schuss weniger Masse, und die Waffe wird ruhiger. Genau darum geht es bei einem Gewehr, das treffen soll. Das Zielfernrohr hat vierfache Vergrößerung und im Bild eine Hilfskurve, mit der sich die Entfernung schätzen lässt: Man legt die Kurve an die Gestalt eines stehenden Menschen an und liest ab, wie weit er weg ist. Ungewöhnlich für ein Präzisionsgewehr ist, dass es zusätzlich Kimme und Korn hat — man kann also weiterschießen, wenn die Optik ausfällt.
Die SWD steht in diesem Register, weil sie der Maßstab ist, gegen den das SSG 82 einzuordnen ist. Und der wichtigste Satz über sie lautet: Sie ist kein Scharfschützengewehr im westlichen Sinn.
Gruppenschütze, nicht Scharfschütze
Die deutschsprachige Darstellung ist an diesem Punkt eindeutig: Der SWD-Schütze ist Bestandteil einer Gruppe und kein Einzelkämpfer. Seine Aufgabe ist es, die Gefechtsentfernung seiner Gruppe von 400 auf mindestens 600 m zu heben.
Das ist etwas anderes als das, was man sich unter einem Scharfschützen vorstellt. Kein vorbereiteter Anschlag, keine Tarnstellung, keine Wartezeit — sondern ein Mann, der mit seiner Gruppe läuft und weiter trifft als die anderen.
Aus dieser Aufgabe folgt praktisch jede Eigenschaft der Waffe:
| Eigenschaft | Folgt aus |
|---|---|
| Selbstlader | Es kommen mehrere Ziele in kurzer Folge |
| 4,3 kg | Der Schütze läuft mit |
| Nur vierfache Vergrößerung | Größeres Sehfeld, bewegte Ziele auffinden |
| Kimme und Korn zusätzlich | Bei Optikausfall muss er weiterkämpfen |
| Robustheit vor Präzision | Die Waffe ist im Gefecht, nicht auf dem Stand |
Die eingesehenen Darstellungen nennen die Präzision durchschnittlich und die Waffe überaus robust. Das ist kein Widerspruch, sondern die Beschreibung eines Auslegungsziels.
Warum das SSG 82 anders aussieht
Genau hier liegt der Grund, warum Suhl 1982 etwas völlig anderes baute.
| SWD | SSG 82 | |
|---|---|---|
| Ladeprinzip | Selbstlader | Repetierer |
| Patrone | 7,62 × 54 mm R, volle Gewehrpatrone | 5,45 × 39 mm, innere Mittelpatrone |
| Reichweite | 800 m | Nahbereich |
| Abzug | Militärabzug | rund 350 g, Sportgewehrniveau |
| Grundlage | Kalaschnikow-Verschluss | Kleinkaliber-Sportgewehr |
| Aufgabe | Gruppenschütze im Gefecht | Polizeieinsatz, geplanter Einzeltreffer |
Die beiden Waffen sind keine Konkurrenten. Sie lösen verschiedene Aufgaben, und die DDR hatte Zugriff auf beide — baute aber nur eine davon selbst.
Ein Vorbehalt, der in den SSG-82-Eintrag zurückwirkt. Ob die NVA die SWD tatsächlich führte, ist in den für dieses Register greifbaren Quellen nicht belegt. Die deutschsprachige Übersichtsdarstellung nennt allgemein „Staaten des Warschauer Vertrags”; eine NVA-Sammlerseite führt die Waffe, macht aber keine Angaben zu Bezeichnung, Einführungsjahr, Truppenteilen oder Stückzahlen. Der Satz „Suhl ging einen anderen Weg als die SWD” ist damit eine Aussage über zwei Konstruktionen — nicht über eine Beschaffungsentscheidung.
Der Kurzhub — ein Bauteil, das Präzision macht
Technisch stammt der Verschluss von der Kalaschnikow. Ein Detail unterscheidet die SWD aber grundlegend von der MPi-KM:
- Bei der Kalaschnikow sind Gaskolben und Verschlussträger ein Stück. Der Kolben läuft den ganzen Weg mit.
- Bei der SWD sind Kolben, Schubstange und Träger getrennt. Der Kolben stößt an und bleibt stehen.
Der Unterschied heißt Langhub gegen Kurzhub, und er entscheidet über den Zweck der Waffe. Weniger bewegte Masse bedeutet weniger Störung des Halts in dem Augenblick, in dem das Geschoss noch im Lauf ist. Für ein Sturmgewehr, das im Dreck funktionieren muss, ist der Langhub besser — mehr Masse schiebt Verschmutzungen beiseite. Für ein Gewehr, das treffen soll, ist der Kurzhub besser.
Dieselbe Verriegelung, entgegengesetzte Auslegung. Siehe Ladeprinzipien.
Die Randpatrone und das gekrümmte Magazin
Die 7,62 × 54 mm R stammt aus dem Jahr 1891 und hat einen vorstehenden Hülsenrand. Sie ist damit älter als jede andere Patrone, die in diesem Register in einer Waffe der 1960er Jahre steckt.
Randpatronen sind aus einem Kastenmagazin schwieriger zuzuführen als randlose: Liegen zwei Patronen ungünstig übereinander, kann sich der Rand der unteren vor den der oberen legen und die Zuführung blockieren. Die starke Krümmung des SWD-Magazins ist die Antwort darauf — sie staffelt die Patronen so, dass die Ränder aneinander vorbeigehen.
Dieselbe Ursache und dasselbe Ergebnis findet dieses Register bei der Lee-Enfield, deren .303 British ebenfalls einen Rand hat. Siehe Magazine und Zuführung.
Das PSO-1 und die Entfernungsschätzung im Absehen
Das Zielfernrohr vergrößert vierfach bei 24 mm Objektivdurchmesser und hat einen Infrarotfilter. Sein bemerkenswertester Teil ist das Absehen: Es enthält eine Kurve, an die die Gestalt eines stehenden Menschen angelegt wird. Aus der Höhe, die er im Bild einnimmt, lässt sich die Entfernung ablesen.
Das ist eine Behelfslösung, und sie ist als solche gedacht. Ein Schütze in vorbereiteter Stellung misst die Entfernung zu markanten Punkten vorher aus. Ein Schütze, der mit seiner Gruppe läuft, hat dafür keine Zeit — er braucht eine Schätzung, die im selben Bild steht, in dem er auch zielt.
Und dazu passt das Merkmal, das für ein Präzisionsgewehr am ungewöhnlichsten ist: Die SWD hat zusätzlich Kimme und Korn. Fällt die Optik aus, wird weitergekämpft.
Wie sich das PSO-1 zu der Jenaer Optik des SSG 82 verhält — gleiche Vergrößerung, ein Drittel weniger Licht —, steht unter Zieloptik und Visierung.
Offene Forschungsfragen. Führte die NVA die SWD, unter welcher Bezeichnung und in welcher Zahl? Das ist die für dieses Register wichtigste Lücke. — Wie lang ist der Lauf tatsächlich: 610 oder 620 mm? — Welche Präzision forderte die Beschaffung, und welche wurde erreicht? — Und wie verhält sich die Spezialmunition 7N1 zur Standardpatrone?
Waffenrechtliches
Selbstladegewehr, kein Vollautomat, damit keine Kriegswaffe nach dem KWKG. Für Erwerb und Besitz gilt das Waffengesetz; verbindlich ist allein die Entscheidung der zuständigen Behörde. Dieses Register dokumentiert die Waffe technikgeschichtlich. Siehe Methodik.
Konstruktion
- Verschluss
- Drehkopfverschluss nach Kalaschnikow-Vorbild, angepasst an die Randpatrone 7,62 × 54 mm R. Randpatronen sind aus Kastenmagazinen schwieriger zuzuführen als randlose, weil sich die Ränder verhaken können — daher das stark gekrümmte Magazin.
- Ladeprinzip
- Gasdrucklader mit kurzhubigem Kolben. Anders als bei der MPi-KM sind Kolben, Schubstange und Verschlussträger getrennte Bauteile: Der Kolben stößt an und bleibt stehen, statt den ganzen Weg mitzulaufen. Das hält die bewegte Masse klein — der entscheidende Griff für ein Gewehr, das treffen soll.
- Zuführung
- Gekrümmtes Stangenmagazin zu 10 Patronen
- Abzug
- Nur Einzelfeuer; praktische Feuerfolge rund 30 Schuss/min
- Sicherung
- Hebel nach Kalaschnikow-Art
- Visierung
- Zielfernrohr PSO-1, 4 × 24, mit Infrarotfilter und einem Absehen, das über die Gestalt eines stehenden Menschen eine Entfernungsschätzung erlaubt. Dazu Kimme und Korn als Rückfallebene — bei einem Präzisionsgewehr ungewöhnlich und ein Hinweis auf die vorgesehene Verwendung.
- Züge und Drall
- vier Züge, Rechtsdrall
Maße und Leistung
- Länge
- 1.225 mm
- Lauflänge
- 610 mm nach der einen, 620 mm nach der anderen Angabe derselben Darstellungsfamilie — der Widerspruch ist hier nicht aufgelöst
- Gewicht
- rund 4,30 kg ohne Magazin
- Magazin
- 10 Patronen
- Kadenz
- rund 30 Schuss/min als praktische Feuerfolge
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Laden
Das gekrümmte Magazin zu zehn Patronen wird eingesetzt und der Verschluss durchgeladen. Die starke Krümmung folgt der Randpatrone: 7,62 × 54 R hat einen vorstehenden Hülsenrand, und übereinanderliegende Ränder können sich verhaken, wenn die Patronen nicht sauber gestaffelt liegen.
- 2
Schuss und Gasentnahme
Nach dem Schuss tritt Gas durch eine Bohrung im Lauf in den Gaszylinder und treibt den Kolben zurück.
- 3
Kurzhub — der Unterschied zur Kalaschnikow
Der Kolben stößt über eine Schubstange den Verschlussträger an und bleibt dann stehen. Bei der Kalaschnikow ist der Kolben fest mit dem Träger verbunden und läuft den ganzen Weg mit. Weniger bewegte Masse heißt weniger Störung des Halts im Augenblick des Schusses — deshalb dieser Aufbau bei einem Gewehr, das treffen soll. Siehe Ladeprinzipien.
- 4
Entriegeln, Auswerfen, Vorlauf
Der Träger dreht den Verschlusskopf auf und nimmt ihn mit; die Hülse wird ausgeworfen, das Schlagstück gespannt, die Feder komprimiert. Danach treibt die Feder alles wieder vor.
- 5
Zielen mit dem PSO-1
Im Absehen liegt eine Kurve, an die die Gestalt eines stehenden Menschen angelegt wird; daraus lässt sich die Entfernung schätzen. Das ist eine Behelfslösung für einen Schützen, der keine Zeit für eine Entfernungsmessung hat — und ein weiterer Hinweis darauf, dass diese Waffe für den Gefechtsbetrieb gedacht ist, nicht für die vorbereitete Stellung.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verriegelt: Die Warzen des Verschlusskopfs liegen hinter den Rastflächen des Gehäuses. Der Lauf steht fest — er läuft nicht mit zurück.
- 2 Gasentnahme: Hinter dem Geschoss strömt ein Teil der Pulvergase durch die Laufbohrung in den Gaszylinder und treibt den Kolben zurück. Der Kolben ist fest mit dem Verschlussträger verbunden (Langhub).
- 3 Entriegelung: Eine Steuerkurve im Träger dreht den Verschlusskopf aus den Rastflächen; erst danach nimmt der Träger ihn nach hinten mit.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
Scharfschützengewehr 82
Abteilung BCD des MfS, Suhl · DDR (Suhl) · 1982 plausibel- System
- Repetierer, Zylinderverschluss mit vier Warzen, 5,45 × 39 mm, freischwingender Lauf, 4,5 kg
- Unterschied
- Die Suhler Waffe ist in jedem Punkt das Gegenteil: Repetierer statt Selbstlader, innere Mittelpatrone statt voller Gewehrpatrone, Sportgewehrabzug statt Militärabzug, 4,5 statt 4,3 kg bei viel kürzerer Reichweite.
- Befund
- Der Vergleich zeigt, dass beide Waffen verschiedene Aufgaben haben. Die SWD ist die Waffe eines Gruppenschützen im Gefecht; das SSG 82 ist eine Polizeiwaffe für den geplanten Einzeltreffer aus vorbereiteter Stellung. Die DDR hatte beide — und baute nur eine davon selbst.
HK PSG1
Heckler & Koch · Bundesrepublik (Oberndorf) · 1972 plausibel- System
- Rollenverzögerter Masseverschluss, Selbstlader, 7,62 × 51 mm NATO, 8,1 kg
- Unterschied
- Beide sind Selbstlader in der vollen Gewehrpatrone — und trotzdem grundverschieden. Die PSG1 wiegt fast doppelt so viel und treibt erheblichen Aufwand für Präzision; die SWD ist auf Robustheit und Beweglichkeit ausgelegt und gilt in der Präzision als durchschnittlich.
- Befund
- Der Unterschied ist keiner der Qualität, sondern des Zwecks. Wer im Gefecht mit einer Gruppe läuft, kann keine 8,1 kg tragen. Wer aus einer vorbereiteten Stellung einen Treffer setzen soll, kann sie tragen.
MPi-KM
VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa · DDR (Wiesa) · 1965 plausibel- System
- Gasdrucklader mit langhubigem Kolben, Drehkopfverschluss, 7,62 × 39 mm
- Unterschied
- Derselbe Verschluss, anderes Gaskonzept: Bei der MPi ist der Kolben fest mit dem Träger verbunden und läuft mit, bei der SWD stößt er nur an. Der Langhub ist unempfindlicher gegen Schmutz, der Kurzhub ruhiger im Schuss.
- Befund
- An diesem Paar lässt sich zeigen, dass dieselbe Verriegelung für verschiedene Zwecke verschieden eingebaut wird. Die Verriegelung entscheidet nicht über die Aufgabe der Waffe — der Rest der Konstruktion tut es.
Karabiner S (Simonow SKS-45)
sowjetische Staatsbetriebe · Sowjetunion · 1949 plausibel- System
- Gasdrucklader, Kippblockverriegelung, festes Magazin zu 10
- Unterschied
- Der andere sowjetische Selbstlader in NVA-Beständen, vierzehn Jahre früher und in der Mittelpatrone. Beide sind Einzelfeuerwaffen mit zehn Patronen — der Karabiner als überholte Allgemeinwaffe, die SWD als Spezialwaffe.
- Befund
- Die Gattung Selbstlader im Einzelfeuer verschwand nach 1949 aus der Allgemeinbewaffnung und kehrte in den 1960er Jahren als Spezialwaffe zurück. Die SWD ist der Beleg dafür.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Präzision durchschnittlich
Die eingesehenen Darstellungen bezeichnen die Präzision als durchschnittlich und die Waffe zugleich als überaus robust. Das ist kein Widerspruch, sondern die Beschreibung eines Auslegungsziels: Eine Waffe, die mit der Gruppe läuft, muss vor allem funktionieren.
plausibel
-
Randpatrone im Kastenmagazin
Die 7,62 × 54 R hat einen vorstehenden Hülsenrand. Aus einem Kastenmagazin ist eine solche Patrone schwieriger zuzuführen als eine randlose, weil sich die Ränder verhaken können, wenn die Patronen nicht richtig gestaffelt liegen. Die starke Krümmung des Magazins ist die Antwort darauf. Beim Füllen ist darauf zu achten — ein Merkmal, das die Lee-Enfield mit derselben Ursache teilt.
plausibel
-
Vierfache Vergrößerung
Das PSO-1 vergrößert vierfach. Westliche Präzisionsgewehre derselben Jahre führen sechs- bis zehnfache Optiken. Vier reicht für 600 bis 800 m und für einen Schützen, der auch ohne Optik im Gefecht bestehen muss — mehr Vergrößerung verkleinert das Sehfeld und erschwert das Auffinden bewegter Ziele.
plausibel
Verwendung
- Sowjetarmee ab 1963; Gruppenscharfschütze zur Erweiterung der Gefechtsentfernung der Gruppe von 400 auf mindestens 600 m
- Staaten des Warschauer Vertrags und China; eine ausdrückliche Nennung der DDR war in den eingesehenen Quellen NICHT zu finden
- Fertigung bis in die Gegenwart, zuletzt als SWDM ab 2018
Quellen
- [Online] Wikipedia (de) — Dragunow-Scharfschützengewehr , Entwicklung 1958–1963 durch Jewgeni Fjodorowitsch Dragunow, Fertigung ab 1963 bis in die Gegenwart; 7,62 × 54 mm R, Gesamtlänge 1.225 mm, Lauf 620 mm, 4,30 kg ohne Magazin, gekrümmtes Magazin zu 10, praktische Feuerfolge rund 30 Schuss/min, vier Züge mit Rechtsdrall; Gasdrucklader auf Grundlage des Kalaschnikow-Verschlusses, angepasst an die Randpatrone; Verschlussträger, Gaskolben und Schubstange als getrennte Bauteile, abweichend von der AK; Zielfernrohr PSO-1 4 × 24 mit Infrarotfilter, zusätzlich mechanische Visierung als Rückfallebene — bei modernen Präzisionsgewehren ungewöhnlich; Rolle als Gruppenscharfschütze zur Erweiterung der Gefechtsentfernung von 400 auf 600 m; SWDM ab 2018 Link
- [Online] nva-geschichte.de — Dragunow-Scharfschützengewehr (SWD) , Entwicklung 1958–1963, Einführung 1963 in der Sowjetarmee, Verwendung in Staaten des Warschauer Vertrags und in China; Gesamtlänge 1.225 mm, 4,31 kg mit leerem Magazin, Lauf 610 mm, Magazin zu 10, wirksame Reichweite 800 m, Höchstschussweite 1.300 m; PSO-1 4 × 24; Präzision durchschnittlich, Waffe überaus robust; Gruppenscharfschütze als Bestandteil der Gruppe, nicht Einzelkämpfer. KEINE Angaben zur Verwendung in der NVA im Einzelnen Link