Modell
Simson-Taschenpistole 6,35 mm (Modelle 1922 und 1927)
- Fertigung
- Simson & Co.
- Kaliber
- 6,35 mm Browning
- Zeitraum
- 1922–1935
- Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden
GESICHERT im Sinne einer objektnahen Quelle ist die Herstellerzuschreibung, und zwar auf dem denkbar direktesten Weg: Die Waffe trägt links am Griffstück „WAFFENFABRIKEN SIMSON & CO. SUHL" nebst dem Firmenzeichen aus drei ineinandergreifenden Dreiecken mit einem S im mittleren, rechts am Verschluss „SELBSTLADEPISTOLE SIMSON D. R. P." und am Lauf „CAL 6.35". Diese Beschriftung ist in zwei voneinander unabhängigen Sammlerdarstellungen und in Auktionsbeschreibungen deutschsprachiger Häuser übereinstimmend wiedergegeben. Gesichert sind ferner Kaliber, Bauart und Magazinzahl. Der Eintrag steht deshalb auf „plausibel" und nicht auf „ungeklärt". Der Nachweis der Fertigung liegt vor; was fehlt, ist jede Werksquelle zu ihrem Umfang. NICHT BELEGT ist das Patent. Die Waffe führt den Vermerk „D. R. P.", also Deutsches Reichspatent; die Sammlerdarstellung, die dem nachgegangen ist, hält ausdrücklich fest, das zugehörige Patent nicht ausfindig gemacht zu haben. Ein Konstrukteursname ist in keiner eingesehenen Quelle genannt. Beides bedeutet: Für diese Waffe fehlt der Nachweis, der bei anderen Suhler Erzeugnissen die Entwurfsgeschichte trägt. NICHT BELEGT ist jede Stückzahl im Sinne einer Fertigungsstatistik. Die kursierende Größenordnung von etwa 20.000 Stück beruht ausschließlich auf gesammelten Seriennummern. Dokumentiert sind drei Blöcke: 1 bis etwa 2226 für die erste Ausführung, etwa 2271 bis 4935 und etwa 20379 bis 34645 für die zweite. Die Zahl 20.000 entsteht, indem man diese Blöcke addiert und annimmt, der Bereich zwischen rund 5.000 und rund 20.000 sei nie vergeben worden. Trifft die Annahme nicht zu, liegt die tatsächliche Ausbringung bei bis zu 34.645 Stück. Beide Lesarten sind hier nicht entscheidbar. Eine einzelne Händlerbeschreibung nennt daneben „weniger als 2.000" Stück; sie bezieht sich erkennbar auf die erste Ausführung allein und ist mit deren Seriennummernblock vereinbar, nicht aber mit der Gesamtfertigung. WIDERSPRÜCHLICH sind die Maße: 116 gegen 114 mm Länge, 22 gegen 20 mm Breite, 375 gegen 380 g Gewicht. Die Spannen sind klein und für die Bestimmung folgenlos, zeigen aber, dass keine der Darstellungen auf einem Werksmaßblatt beruht. Die abweichenden Teilezahlen 33 und 30 sind dagegen kein Widerspruch: Die niedrigere Zahl ist ausdrücklich ohne das Magazin gezählt. WIDERSPRÜCHLICH ist der Zerlegevorgang. Zwei Darstellungen ziehen den Verschluss nach vorn vom Griffstück ab, eine führt ihn etwa einen Zentimeter zurück und hebt ihn nach oben ab. Das ist am Objekt in einem Griff zu klären und für den Umgang mit einem Originalstück nicht gleichgültig. WIDERSPRÜCHLICH ist ebenso der Drehwinkel der Sicherung: Die deutschsprachige Sammlerdarstellung nennt 90 Grad, zwei weitere Darstellungen 180 Grad. Am Objekt geprüft wurde das für diesen Eintrag nicht. WIDERSPRÜCHLICH ist die Bezeichnung der zweiten Ausführung. Die deutschsprachige Sammlerliteratur und die Auktionshäuser führen sie als „Modell 1927", eine englischsprachige Darstellung als „Model 1926" mit dem Hinweis, sie werde auch 1927 genannt; eine englischsprachige Übersicht führt beide Ausführungen als „Modell 1" und „Modell 2" und ordnet die Jahreszahlen dem amerikanischen Handel zu. Für die ERSTE Ausführung ist die Frage dagegen entschieden: Die deutschsprachige Sammlerdarstellung hält unter der abgebildeten Werbung von 1922 und 1923 fest, die Pistole werde offiziell als Modell 1922 bezeichnet. Am Stück selbst steht in keinem Fall eine Modellbezeichnung. DÜNN BELEGT sind die Beschusszeichen. Genau eine der eingesehenen Objektbeschreibungen nennt einen Stempel: Ein Auktionshaus führt für ein Stück der zweiten Ausführung Krone über N auf und bezeichnet es als „Suhler Beschußzeichen". Das ist zwar das erwartbare Nitrobeschusszeichen, aber die Ortszuweisung der Beschreibung geht zu weit: Krone über N galt reichsweit, Suhl und Zella-Mehlis unterscheiden sich nur in der Schriftform des Wortes „NITRO", und die gibt die Beschreibung nicht wieder. Eine zweite Darstellung bestätigt lediglich, dass an ihrem Stück Beschuss- und Waffenzeichen vorhanden und tief eingeschlagen waren, ohne sie zu benennen. Die Ortszuweisung stützt sich damit weiterhin auf die Firmenbeschriftung — was für das Muster genügt, für ein einzelnes Stück aber nicht dasselbe ist. NICHT BELEGT ist der Grund des Fertigungsendes. Die deutschsprachige Sammlerdarstellung setzt es „um 1935" an, eine zweite auf 1936, beide ohne Quelle. Das fällt zeitlich mit der erzwungenen Übertragung des Unternehmens am 28. November 1935 zusammen. Ein ursächlicher Zusammenhang liegt nahe und ist hier ausdrücklich nicht belegt; ebenso wenig ist geklärt, ob die Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke die Fertigung noch eine Zeit lang fortsetzten oder Restbestände abverkauften. UNGEPRÜFT, aber übereinstimmend berichtet ist die wirtschaftliche Lage des Betriebs in denselben Jahren, und sie berührt die Einordnung dieses Eintrags unmittelbar. Die deutschsprachige Übersichtsdarstellung und die Sammlerdarstellung führen beide aus, der Monopolvertrag mit der Reichswehr vom 25. August 1925 habe das Unternehmen die Weltwirtschaftskrise gut überstehen lassen, während die örtliche Konkurrenz zusammenbrach; beide ohne Quelle, und die zweite dürfte von der ersten abhängen, so dass die Übereinstimmung weniger wiegt, als die Zahl der Fundstellen nahelegt. Eine Gegendarstellung ist mir nicht begegnet. Für dieses Register ist die Frage keine Nebensache: Von der Antwort hängt ab, ob die zivile Pistolenfertigung bei Simson eine wirtschaftliche Notwendigkeit war oder ein zweites Standbein neben einem gesicherten Staatsauftrag. Beantworten lässt sie sich nur an der Monografie von Ulrike Schulz, die diesem Eintrag nicht vorlag. ZWANGSARBEIT: Für die Fertigungszeit dieser Waffe ist die Prüfregel des Registers auf die Rechtsperson Simson & Co. anzuwenden; für sie ist der Einsatz von Zwangsarbeit nicht einschlägig. Die Zeit ab 1936 gehört zu den Nachfolgebetrieben. Siehe den Herstellereintrag.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Die Waffe arbeitet nach dem einfachsten Muster, das der Selbstladepistolenbau kennt. Der Lauf steckt fest im Griffstück und bewegt sich nie. Über ihm liegt ein loses Stahlstück, das den Lauf von hinten zuhält. Verhakt ist es mit nichts. An seinem Platz halten es allein sein eigenes Gewicht und eine Feder. Beim Abdrücken schnellt ein federgespannter Bolzen im Inneren dieses Stahlstücks vor und schlägt auf den Boden der Patrone. Der Druck der Pulvergase treibt das Geschoss durch den Lauf und schiebt zugleich die Patronenhülse nach hinten gegen das Stahlstück. Weil dieses schwer ist und die Feder dagegenhält, kommt es erst spät in Fahrt, und das Geschoss hat den Lauf da längst verlassen. Dann läuft es zurück, zieht die Hülse heraus, wirft sie nach oben aus und spannt den Bolzen neu; die zusammengedrückte Feder schiebt es sofort wieder vor, und unterwegs nimmt es die nächste der sechs Patronen aus dem Magazin im Griff mit in den Lauf. Neu ist daran nichts, auch 1922 nicht. Auffällig ist allein, wie schwer die Waffe für ihre schwache Patrone ausfiel: 375 Gramm, rund die Hälfte mehr als die Konkurrenz aus Zella-Mehlis, bei gleicher Patronenzahl. Der Sicherungshebel links am Griffstück muss zum Sichern weit gedreht werden, damit er in der Tasche nicht von selbst umspringt; er schiebt im Inneren die Stange beiseite, die den Abzug mit dem gespannten Bolzen verbindet, und hält sie dort fest, so dass der Abzugsfinger ins Leere greift. Zum Zerlegen genügt ein Hebel vorn am Abzugsbügel, Werkzeug braucht es nicht.
Simson & Co. ist der Betrieb, an dem sich fast alles zeigen lässt, was dieses Register erzählen will: Aufstieg im Kaiserreich, Alleinlieferung unter Versailles, Enteignung 1935, Grundstock der Wilhelm-Gustloff-Stiftung, Fortbestand des Werksgeländes über vier politische Systeme hinweg. Geführt wurde von diesem Haus bislang genau ein Erzeugnis, die Pistole 08. Zwölftausend Stück in neun Jahren, ein Staatsauftrag.
Der zivile Teil des Programms fehlte vollständig. Er ist der größere.
Konstruktion
Am Aufbau ist wenig zu erklären. Unverriegelter Masseverschluss bei feststehendem Lauf, Schlagbolzenschloss ohne außenliegenden Hahn, einreihiges Magazin zu sechs Patronen im Griff, Auszieher und Auswurffenster mittig oben, Auswurf senkrecht nach oben. Das war 1922 bis auf die Lage des Ausziehers der Normalfall der Gattung, und es blieb es bis 1945. Wer wissen will, warum diese Bauart bei 6,35 mm Browning trägt und bei 9 × 19 mm nicht mehr, findet die Begründung bei den Verschlusssystemen und den Patronenklassen: Die Patrone bestimmt die Verschlussmasse, und die Verschlussmasse bestimmt die Baugröße.
Drei Dinge sind der Waffe eigen.
Erstens der Zerlegehebel. Er sitzt vorn im Abzugsbügel, wird eingedrückt, danach lässt sich der Verschluss vom Griffstück trennen. Wie genau, sagen die Quellen unterschiedlich: zweimal nach vorn abgezogen, einmal um etwa einen Zentimeter zurückgeführt und nach oben abgehoben. Werkzeug braucht es nicht, und an der ganzen Waffe sitzen zwei Schrauben. Das ist bei Taschenpistolen der Zeit nicht selbstverständlich; die Erfurter Ortgies löste dieselbe Aufgabe anders, nämlich indem sie Schrauben weitgehend vermied.
Zweitens das Gewicht. 375 Gramm sind für sechs Patronen 6,35 mm Browning viel. Das zeitgleiche Walther Modell 9 aus Zella-Mehlis kommt mit 260 Gramm aus, die 6,35-mm-Liliput aus derselben Stadt mit 270 bis 290. Ein Gewinn steht dem nicht gegenüber. Bei dieser Patrone bringt Masse weder Präzision noch spürbar weniger Rückstoß, und in einem Marktsegment, in dem über Baugröße und Preis entschieden wird, ist Mehrgewicht schlicht ein Nachteil.
Drittens der Befund, dass die Waffe kein Browning-Abkömmling ist. Er wird in Händlerbeschreibungen betont und ist zu präzisieren. Die Maße sind vom Colt Model 1908 Vest Pocket kaum zu unterscheiden, 116 gegen 114,3 mm Länge, 375 gegen 368,5 g, beide sechs Patronen. Das liegt an der Patrone und sagt über Verwandtschaft nichts. Im Aufbau dagegen trifft die Behauptung zu: Zerlegehebel und Drehsicherung stehen in keinem Browning-Entwurf, und die für Browning kennzeichnende Griffsicherung fehlt.
Die Sicherung
Der Hebel sitzt links am Griffstück und wird nach unten gedreht. Dabei schiebt eine Rundung seiner Achse die Abzugsstange nach hinten und hebt deren Verbindung zum Abzug auf. Der Abzug bleibt beweglich und bewirkt nichts.
Zwei Punkte gehören daneben. Der erste ist der Drehwinkel, und die Quellen widersprechen sich: Die deutschsprachige Sammlerdarstellung nennt eine Vierteldrehung, zwei weitere eine halbe. Der Zweck ist in beiden Lesarten derselbe. Ein Hebel, der weit zu drehen ist, springt in der Manteltasche nicht von allein um.
Der zweite Punkt wiegt schwerer und ist eine Frage der Zustandsbeurteilung. Gesichert wird die Übertragung, nicht das Schlagstück. Der gespannte Schlagbolzen bleibt nach dem Stand der eingesehenen Beschreibungen selbst unbelegt. Wer ein solches Stück begutachtet, prüft deshalb zuerst, ob die Abzugsstange in der Sicherungsstellung wirklich außer Eingriff steht.
Entwicklung
Nach 1918 stand jedes Suhler Haus vor derselben Rechnung. Die militärische Nachfrage war fort, der Versailler Vertrag begrenzte, was überhaupt gefertigt werden durfte, und die Werkzeuge, Vorrichtungen und Fachkräfte waren da. Was blieb, war der zivile Markt.
Simson bediente ihn breit. Jagdwaffen führte das Haus seit 1880, Fahrräder seit 1896, Automobile seit 1907; 1924 begann die Serienfertigung der Luxusautomobile Simson Supra. In diese Reihe gehört die Taschenpistole. Beworben wurde sie erstmals in der Ausgabe des Fachblatts „Der Waffenschmied” vom 25. Dezember 1922; eine zweite Anzeige erschien 1923 in Gerhard Bocks „Moderne Faustfeuerwaffen und ihr Gebrauch”. Beides sind Werbeanzeigen der Firma und keine Darstellungen der Waffe durch Dritte, und beide sind für diesen Eintrag nicht im Original eingesehen, sondern über die Sammlerdarstellung zitiert, die sie abbildet.
Fünf Jahre später ist der Ton in der Gebrauchsanweisung ein anderer. Die Konstruktion, heißt es dort 1927, sei „klar und übersichtlich” und vermeide „unnütze Spielereien und Experimente zweifelhafter Neuerungen”. Im selben Jahr erhielt Carl Walther in Zella-Mehlis den Gebrauchsmusterschutz auf eine „Selbstladepistole mit Revolverspannschloss mit Spannabzug”, die ab 1929 als Walther PP den Markt für Selbstlader mit Spannabzug, Entspannhebel und Ladeanzeige neu ordnete. Dass Simson ankündigte, das nicht mitzumachen, ist die Deutung der ausgewerteten Darstellung und keine Quellenaussage; die Darstellung selbst formuliert sie als Mutmaßung. Belegt sind der Wortlaut, die Jahreszahl und der Schutzvermerk.
Fertigung
Hier steht der Eintrag auf dünnem Grund, und der Grund ist genau zu benennen. Eine Fertigungsstatistik zu dieser Waffe liegt nicht vor. Kein Auftragsbuch, keine Absatzzahl, kein Katalogeintrag mit Stückzahl. Was es gibt, sind gesammelte Seriennummern.
| Ausführung | Dokumentierte Seriennummern | Umfang des Blocks |
|---|---|---|
| Modell 1922 | 1 bis etwa 2226 | rund 2.200 |
| Modell 1927, erster Block | etwa 2271 bis 4935 | rund 2.700 |
| Modell 1927, zweiter Block | etwa 20379 bis 34645 | rund 14.300 |
Zwischen 4935 und 20379 ist keine einzige Nummer dokumentiert. Die verbreitete Größenordnung von rund 20.000 Stück entsteht, indem man die drei Blöcke addiert und annimmt, der Bereich dazwischen sei nie vergeben worden. Die deutschsprachige Sammlerdarstellung nennt dafür auch ein Motiv: Simson könnte den Sprung gesetzt haben, um die eigene Fertigung größer erscheinen zu lassen, als sie war. Das ist ein bekanntes Verfahren und macht die Annahme plausibel; ein Beleg ist es nicht. Die zweite Darstellung hält für die Lücke ausdrücklich fest, dass es bislang keine Erklärung gebe. Wäre durchgezählt worden, läge die Ausbringung bei bis zu 34.645 Stück, also beim Anderthalbfachen. Dieser Eintrag entscheidet das nicht und führt beide Lesarten.
Eine einzelne Händlerbeschreibung nennt „weniger als 2.000” Stück. Sie meint erkennbar nur die erste Ausführung und passt zu deren Block; als Gesamtzahl gelesen wäre sie falsch. Der Fall zeigt, wie eine Zahl beim Weiterreichen ihren Bezug verliert.
Auch mit dem vorsichtigen Wert steht daneben ein Befund, der die übliche Gewichtung dieses Betriebs verschiebt:
| Erzeugnis | Zeitraum | Stück |
|---|---|---|
| Pistole 08 für die Reichswehr | 1925–1934 | rund 12.000 |
| Taschenpistole 6,35 mm | 1922 bis etwa 1935 | rund 20.000 (Schätzung aus Seriennummern) |
Die bekannte Waffe dieses Hauses ist die seltenere. Beide Zahlen sind Schätzungen unterschiedlicher Belastbarkeit, und die Reihenfolge kippt nicht, wenn man den unteren Rand ansetzt.
Wann die Fertigung endete, ist offen. Eine Darstellung sagt „um 1935”, eine zweite 1936, beide ohne Quelle. Am 28. November 1935 übertrugen Julius und Arthur Simson den Betrieb unter vorgehaltener Waffe an Fritz Sauckel. Dass die zivile Pistolenfertigung mit dem Ende der Familienfirma aufhörte, liegt nahe. Belegt ist es nicht, und ob die Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugwerke noch Restbestände abverkauften, ist ebenfalls ungeklärt.
Varianten
Die beiden Ausführungen unterscheiden sich äußerlich und nicht im Aufbau. Vereinfacht wurde das Griffstück: Die frühe Form ist vorn gerundet und hinten flach, die spätere durchgehend flach gefräst. Das ist eine Fertigungsvereinfachung und keine Verbesserung für den Käufer.
| Merkmal | Modell 1922 | Modell 1927 |
|---|---|---|
| Griffstückseiten | vorn gerundet, hinten flach | durchgehend flach gefräst |
| Griffrillen am Verschluss | anfangs 12, unterhalb Nr. 1000 auf 7 verringert | 8, frühe Stücke noch 7 |
| Sicherungshebel | konzentrische Kreise | Fischhautmuster |
| Seriennummern | 1 bis etwa 2226 | ab etwa 2271 |
Der Übergang liegt zwischen den Nummern 2226 und 2271. Für die Bestimmung ist die Zahl der Griffrillen das schnellste Merkmal, allerdings kein sicheres: Sieben Rillen gibt es an späten Stücken der ersten und an frühen der zweiten Ausführung.
Die Modellbezeichnungen
Auf keinem Stück steht eine Modellbezeichnung. Angebracht sind der Firmenname, der Schriftzug „Selbstladepistole Simson D. R. P.”, die Kaliberangabe am Lauf und die Seriennummer. Damit ist aber nur gesagt, dass die Bezeichnung kein Objektmerkmal ist, nicht, dass sie von Sammlern stammt. Für die erste Ausführung hält die deutschsprachige Sammlerdarstellung unter der abgebildeten Werbung von 1922 und 1923 fest, die Pistole werde offiziell als Modell 1922 bezeichnet. Das ist genau das Werbematerial, mit dem sich die Frage entscheiden lässt, und für diese Ausführung ist sie damit entschieden.
Für die zweite bleibt sie offen. Eine englischsprachige Darstellung datiert sie auf 1926 und merkt an, sie werde auch 1927 genannt; eine englischsprachige Übersicht führt beide Ausführungen als „Modell 1” und „Modell 2” und stellt die Jahreszahlen als amerikanische Handelsbezeichnungen daneben. Am Objekt ist das nicht zu entscheiden. Bis dahin gilt, was die Methodik verlangt: Der Ordnungsbegriff wird als solcher gekennzeichnet und nicht als Objektmerkmal geführt.
Eine Abzweigung gehört hierher, obwohl sie keine Variante ist. Um 1928/29 baute Simson einen Prototyp im Kaliber 9 × 19 mm, und zwar als unverriegelten Masseverschluss. Rahmen und Aufbau stammen erkennbar von der zweiten Taschenpistolenausführung, der Griff von der Pistole 08, die Magazine sind abgeänderte Haenel-Schmeisser-Magazine zu acht Patronen. Anlass war ein Interesse der Heereswaffenbehörde an einem billigeren Ersatz für die Pistole 08. Aus dem Vorhaben wurde nichts, weil das Heer die Mittel auf Karabiner und Maschinenpistolen lenkte. Wie viele entstanden, ist offen: Eine Darstellung schätzt zehn bis fünfzehn gefertigte bei drei bekannten erhaltenen, eine zweite hält nur fest, mindestens zwei seien erhalten. Für diesen Eintrag ist der Prototyp aus einem anderen Grund wichtig. Er zeigt, dass die zivile Konstruktion im Haus als Ausgangspunkt taugte, und er zeigt zugleich die Grenze der Bauart: 9 × 19 mm ist für einen unverriegelten Masseverschluss zu stark, was ein Blick in die Patronenklassen vorhersagt.
Für die Bestimmung
Die Waffe ist über die Beschriftung eindeutig anzusprechen, und das ist bei einem Erzeugnis dieses Registers nicht die Regel.
- Linke Griffstückseite. „WAFFENFABRIKEN SIMSON & CO. SUHL”, dazu das Firmenzeichen aus drei ineinandergreifenden Dreiecken mit einem S im mittleren.
- Rechte Verschlussseite. „SELBSTLADEPISTOLE SIMSON D. R. P.”
- Lauf. „CAL 6.35”.
- Seriennummer. Vorn am Griffstück, auf dem Griffrücken zur Laufseite hin. Eine zweite Darstellung nennt daneben eine Wiederholung links am Lauf in Höhe des Patronenlagers, bei der von fünfstelligen Nummern nur die letzten vier Ziffern eingeschlagen sind. Wer eine fünfstellige Waffe prüft, darf die kürzere Laufnummer also nicht für eine Abweichung halten. Die Nummer trägt die ganze Datierung dieses Modells, denn ein Fertigungsjahr steht nirgends auf der Waffe.
- Griffschalen. Bei der ersten Ausführung Hartgummi mit einer Schraube unten und dem schräg über die Schale laufenden Schriftzug „Simson”. Ausgenommen sind die frühesten Stücke: Für die niedrigste dokumentierte Nummer 102, angesprochen als Vorserie, sind ungeschraubte Holzgriffschalen mit einem Klemmsitz nach Ortgies-Art beschrieben. Für die zweite Ausführung beschreibt ein Auktionshaus schwarze Kunststoffschalen mit Fischhautmusterung und Firmenschriftzug.
- Beschusszeichen. Krone über N, das Nitrobeschusszeichen. Ein Auktionshaus gibt es für ein Stück der zweiten Ausführung wieder; die übrigen eingesehenen Objektbeschreibungen bilden die Kleinstempel nicht ab.
Beim letzten Punkt ist eine Einschränkung nötig, und sie richtet sich gegen die Quelle selbst. Das Auktionshaus führt den Stempel als „Suhler Beschußzeichen” auf. Das ist er nicht ohne weiteres: Krone über N ist ein reichsweites Zeichen und weist nach Deutschland, nicht nach Suhl. Suhl und Zella-Mehlis lassen sich nur an der Schriftform des Wortes „NITRO” auseinanderhalten, und die gibt die Beschreibung nicht wieder. Die Ortszuweisung trägt hier die Firmenbeschriftung, nicht der Beschuss.
Drei Verwechslungen sind gängig und leicht auszuräumen:
- Simson-Jagdwaffen. Böcke, Drillinge und Flinten mit dem Schriftzug „Simson Suhl” stammen überwiegend aus der DDR-Fertigung des VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerks und aus der Zeit danach. Der Name überdauerte die Firma, die ihn begründet hatte, um Jahrzehnte.
- Simson-Makarow. Die ab 1994/95 unter dem wiederbelebten Markennamen gefertigte Makarow teilt mit dem Vorkriegsbetrieb den Namen und den Ort. Eine Rechtsnachfolge ist damit nicht behauptet. Nach der ersten Zuschreibungsregel dieses Registers ist ein gleichlautender Firmenname am selben Ort kein Beleg für Kontinuität.
- Simson-Pistole 08. Sie ist eine Ordonnanzwaffe mit Kniegelenkverschluss in 9 × 19 mm und hat außer dem Firmennamen nichts mit dieser Taschenpistole zu tun.
Einordnung
Erstens schließt der Eintrag eine Lücke, die dieses Register selbst gerissen hatte. Simson stand hier bislang für einen Staatsauftrag und eine Enteignung. Ein Waffenhersteller ist aber zuerst ein Betrieb, der etwas verkauft, und verkauft wurde in Suhl zwischen 1922 und 1935 überwiegend Ziviles.
Zweitens die Ausweichbewegung nach 1919, und hier ist genauer zu sein, als die Parallele zunächst nahelegt. Für August Menz mit der Liliput und für die Deutschen Werke mit der Ortgies war die zivile Taschenpistole das tragende Geschäft; Menz hatte daneben praktisch nichts, und die Erfurter Fertigung endete, als die alliierte Kontrolle sie beendete. Bei Simson liegt der Fall anders. Als die Taschenpistole 1922 auf den Markt kam, galt dasselbe wie überall. Drei Jahre später unterschrieb das Haus einen Monopolvertrag mit der Reichswehr, und von da an lief die zivile Fertigung neben einem gesicherten Staatsauftrag her. Die Größenordnungen sprechen dafür, dass sie deswegen nicht unwichtig wurde. Rund 20.000 Pistolen gegen rund 12.000 der Pistole 08 sind kein Nebengeschäft.
Über die Wirkung dieses Rückhalts sind sich die eingesehenen Darstellungen einig, und die Einigkeit ist selbst ein Befund. Übersichtsdarstellung und Sammlerliteratur schreiben übereinstimmend, die Monopolstellung habe das Unternehmen die Weltwirtschaftskrise gut überstehen lassen, während die örtliche Konkurrenz zusammenbrach. Keine der Darstellungen führt dafür eine Quelle an, und geprüft ist die Aussage damit nicht.
Zwei Einschränkungen gehören daneben, und beide sind belegt. Die erste kommt aus der Forschungsliteratur: Die Reichswehr finanzierte Modernisierung und Ausbau der Anlagen, und dafür gab die Familie erhebliche unternehmerische Entscheidungsrechte ab. Ein Betrieb, dessen Auslastung von einem einzigen Auftraggeber abhängt, ist gut ausgelastet und schlecht abgesichert. Die zweite ist für diesen Eintrag die wichtigere, weil sie den Bogen zurück zur Enteignung schlägt: Beide Sammlerdarstellungen benennen die Kehrseite der Vorzugsstellung ausdrücklich. Sie brachte Simson die Feindschaft der Suhler Konkurrenz ein, die sich über den Vorwurf ungerechter Auftragsverteilung mit der thüringischen NSDAP verband. Der Zugriff auf das Haus begann nicht 1933, sondern als Streit um Aufträge in derselben Stadt.
Drittens die Grenze der Bauart. Die Taschenpistole, der 9-mm-Prototyp und die Pistole 08 stehen im selben Haus für drei Punkte auf einer Skala. Bei 6,35 mm Browning genügt Masse. Bei 9 × 19 mm genügt sie nicht mehr, was das Vorhaben von 1929 zeigt. Dazwischen liegt der Bereich, in dem die Konstrukteure entschieden, ob sie verriegeln oder verzögern. Genau daran hängt die Systematik dieses Registers, und ein zivil gefertigtes Erzeugnis belegt sie so gut wie ein militärisches.
Viertens, und für dieses Register nicht nebensächlich: Diese Waffe ist die einzige Pistole, die Simson & Co. je aus eigenem Entwurf auf den Markt brachte. Zwei voneinander unabhängige Darstellungen halten das übereinstimmend fest; die Pistole 08 war ein übernommener fremder Entwurf auf übernommenen Erfurter Maschinen. Gefertigt wurde sie in dem Werk, das der Familie 1935 entzogen wurde und dessen Wert den Grundstock der Wilhelm-Gustloff-Stiftung bildete. Wer ein solches Stück in der Hand hat, hält einen Gebrauchsgegenstand aus der letzten selbstbestimmten Zeit dieses Unternehmens. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus.
Waffenrechtliches
Die Simson-Taschenpistole ist eine halbautomatische Kurzwaffe für Zentralfeuerpatronen. Sie ist keine Kriegswaffe und fällt nicht unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Erwerb und Besitz sind erlaubnispflichtig und setzen eine Waffenbesitzkarte voraus; eine Freistellung als Altwaffe greift nicht, weil die Konstruktion weit nach 1871 entstand und Munition des Kalibers 6,35 mm Browning hergestellt wird. Die Einordnung im Einzelfall trifft die zuständige Behörde; dieser Eintrag ersetzt keine Feststellung und gibt keine Rechtsauskunft. Siehe Methodik.
Ein Begriffshinweis gehört daneben, weil er in Anzeigen und Gutachten regelmäßig falsch steht. 6,35 mm Browning ist eine Zentralfeuer-Pistolenpatrone und kein Kleinkaliber. Der Ausdruck ist im heutigen deutschen Fachgebrauch für Randfeuerpatronen im Kaliber .22 reserviert; im Sprachgebrauch bis in die 1950er Jahre hätte er auf diese Patrone allerdings zugetroffen, weil er damals alles unter 7 mm Geschossdurchmesser umfasste. Wer eine zeitgenössische Anzeige liest, muss das mitlesen. Siehe Patronenklassen.
Offene Forschungsfragen. Erstens die Stückzahl: Enthält der Firmenbestand Simson & Co. im Staatsarchiv Meiningen Auftrags-, Absatz- oder Beschussunterlagen zur Taschenpistole, und ist der Seriennummernbereich zwischen 5.000 und 20.000 vergeben worden oder nicht? Zweitens das Patent: Der Schriftzug „D. R. P.” verweist auf ein Reichspatent, das bislang niemand nachgewiesen hat. Eine Recherche im Patentregister nach Anmeldungen der Firma für die Jahre 1920 bis 1922 würde die Frage entscheiden und zugleich den Konstrukteur benennen. Drittens die Kleinstempel: Für ein Stück ist Krone über N belegt, für alle übrigen nichts. Lässt sich an der Schriftform des Wortes „NITRO” der Suhler Beschuss nachweisen? Dafür genügen Aufnahmen von drei Stücken. Viertens das Fertigungsende: Endete die Fertigung mit der erzwungenen Übertragung im November 1935, oder lief sie unter der neuen Firma weiter? Fünftens die Bezeichnung der zweiten Ausführung: Für die erste ist „Modell 1922” als Firmenbezeichnung aus der Werbung von 1922/23 belegt; gibt es entsprechendes Werbe- oder Katalogmaterial, das die zweite selbst datiert, 1926 oder 1927? Sechstens der Zerlegevorgang, bei dem die Darstellungen die Richtung des Verschlusses gegenläufig angeben — eine Frage, die ein einziges Stück in der Hand beantwortet. Siebtens die Lage des Betriebs in der Weltwirtschaftskrise, für die alle eingesehenen Darstellungen dasselbe unbelegte Urteil wiederholen; sie ließe sich an der einschlägigen Monografie von Ulrike Schulz voraussichtlich klären, die diesem Eintrag nicht vorlag.
Konstruktion
- Verschluss
- Unverriegelter Masseverschluss bei feststehendem Lauf. Die Baugröße folgt unmittelbar der Patrone: 6,35 mm Browning leistet rund 85 Joule, dafür genügt ein leichtes Verschlussstück ohne jede Verriegelung.
- Ladeprinzip
- Rückstoßlader, unverriegelt (Blowback)
- Zuführung
- Einreihiges Stangenmagazin im Griff, 6 Patronen; Magazinhalter am Griffboden
- Abzug
- Schlagbolzenschloss, Single Action, kein außenliegender Hahn. Der Spannzustand ist am geschlossenen Verschluss nicht ablesbar.
- Sicherung
- Drehhebel an der linken Griffstückseite. Er verschiebt die Abzugsstange, entkoppelt sie vom Abzug und legt sie zugleich fest. Weil die einteilige Abzugsstange zugleich als Abzugsstollen dient, ist damit auch das Glied festgelegt, das den Schlagbolzen hält; ein zusätzlicher Riegel am Schlagbolzen selbst fehlt. Über den Drehwinkel widersprechen sich die Darstellungen (90 oder 180 Grad, siehe Belegnotiz). Der Zweck des großen Winkels ist in beiden Lesarten derselbe — in der Tasche soll der Hebel nicht von selbst umspringen. Keine Griffsicherung, keine Magazinsicherung.
- Visierung
- Feste Kimme und Korn, flach in den Verschluss eingearbeitet. Bei dieser Baugröße Formsache und keine Zielhilfe.
Maße und Leistung
- Länge
- 116 mm nach der deutschen Sammlerdarstellung, 114 mm nach einer zweiten Darstellung
- Lauflänge
- 55 mm
- Gewicht
- 375 g; eine zweite Darstellung nennt 380 g
- Magazin
- 6 Patronen
- V₀
- In den eingesehenen Quellen für diese Waffe nicht angegeben. Für 6,35 mm Browning aus kurzem Lauf nennt dieses Register andernorts 200 bis 230 m/s bei rund 3,2 g Geschossmasse; das ist eine Kaliber-, keine Modellangabe
- Kadenz
- entfällt — Selbstlader
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Laden und Ruhelage
Magazin in den Griff einführen, Verschluss am gerippten Heck zurückziehen, loslassen. Der Stoßboden schiebt die oberste Patrone aus den Magazinlippen ins Patronenlager des feststehenden Laufs. Danach liegt der Verschluss unter Federdruck am Lauf an, der Schlagbolzen ist gespannt. Von außen ist beides nicht zu sehen: weder Hahn noch Spann- noch Ladeanzeige.
- 2
Sichern und Entsichern
Der Drehhebel links am Griffstück schiebt mit einer Rundung seiner Achse die Abzugsstange nach hinten und hebt die Verbindung zum Abzug auf. Gleichzeitig legt der Hebel die Stange fest. Der Abzug bleibt beweglich und bewirkt nichts. Die Stange ist einteilig und dient zugleich als Abzugsstollen; festgelegt wird also nicht bloß die Übertragung, sondern das Glied, an dem der Schlagbolzen hängt. Bei der Beurteilung eines Altstücks ist zu prüfen, ob die Stange in Sicherungsstellung wirklich außer Eingriff steht und dort auch gehalten wird.
- 3
Auslösen und Zündung
Der Abzug zieht über die Abzugsstange die Schlagbolzenrast aus dem Eingriff. Der Schlagbolzen läuft unter Federdruck vor und schlägt auf das Zündhütchen im Boden der Patrone.
- 4
Trägheitsphase
Jetzt geschieht das Entscheidende dadurch, dass nichts geschieht. Der Lauf steht fest, verriegelt ist nichts; gehalten wird der Verschluss allein von seiner Masse und der Schließfeder. Der Gasdruck wirkt über den Hülsenboden von der ersten Millisekunde an, doch Masse lässt sich nur langsam beschleunigen. Bis der Verschluss messbar geöffnet hat, ist das Geschoss draußen und der Druck abgefallen. Die Rechnung geht nur auf, weil die Patrone schwach ist.
- 5
Lösen der Hülse und Rücklauf
Einen mechanischen Erstauszug wie am Zylinderverschluss kann es hier nicht geben: Es fehlt die Kammerdrehung, an der eine Steuerfläche angriffe. Die am Lager anliegende Hülse löst der Gasdruck selbst; der Auszieher hält sie nur fest. Ein rauhes, verharztes oder angerostetes Patronenlager erhöht die Reibung, verzögert das Öffnen und führt zu abgerissenen Hülsenrändern.
- 6
Ausziehen und Auswerfen
Der Auszieher sitzt bei dieser Waffe nicht seitlich, sondern mittig oben am Verschlussstück, und der Auswurf erfolgt entsprechend senkrecht nach oben durch das Auswurffenster in der Verschlussoberseite. Die Kralle führt die Hülse über den gesamten Rücklauf; frei wird sie erst am hinteren Ende der Bewegung, wenn der Hülsenboden auf den feststehenden Auswerfer trifft. Der Zeitpunkt ist Bedingung: Würde die Hülse früher frei, läge sie im Weg der nachrückenden Patrone. Unregelmäßiger Auswurf hat hier meist seine Ursache am Auswerfer oder an einer müden Auszieherfeder.
- 7
Vorlauf und Zuführung
Die Schließfeder treibt den Verschluss vor. Der Stoßboden greift den Hülsenboden der obersten Patrone, schiebt sie aus den Magazinlippen und führt sie über eine Zuführschräge ins Patronenlager. Der Zuführwinkel ist hier unkritisch: Der Weg ist kurz, das 6,35-mm-Geschoss stumpf. Die Störstelle langer Patronen mit spitzem Geschoss besteht nicht.
- 8
Unterbrechung nach dem Schuss
Damit die Waffe nach einem Schuss stehen bleibt, obwohl der Finger den Abzug noch gezogen hält, muss die Verbindung zwischen Abzug und Schlagbolzenrast im laufenden Zyklus getrennt und erst danach wiederhergestellt werden. Bei der Simson besorgt das der Verschluss selbst: In der Rückwärtsbewegung entkoppelt er die Abzugsstange vom Abzug, im Vorlauf unter Federdruck wird die Stange wieder gefangen und die Verbindung hergestellt. Damit übernimmt dasselbe einteilige Bauteil drei Aufgaben: Übertragung, Abzugsstollen und Unterbrechung. Für die Zustandsbeurteilung folgt daraus, dass eine verschlissene Abzugsstange sich in drei ganz verschiedenen Fehlerbildern zeigen kann.
- 9
Zerlegen
Magazin entnehmen, Patronenlager freimachen, Abzug durchziehen, Zerlegehebel vorn im Abzugsbügel eindrücken, Verschluss vom Griffstück trennen. Über die Richtung widersprechen sich die Darstellungen: Zwei nennen ein Abziehen des Verschlusses nach vorn, eine ein Zurückführen um etwa einen Zentimeter und Abheben nach oben. Am Objekt wäre das in einem Griff entschieden, für diesen Eintrag ist es das nicht. Kein Werkzeug, zwei Schrauben an der ganzen Waffe. Die Sammlerdarstellungen nennen 33 beziehungsweise 30 Einzelteile; die niedrigere Zahl gilt ausdrücklich ohne das Magazin.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verschlussruhelage: Die Schließfeder presst den Verschluss gegen den feststehenden Lauf. Verriegelt ist nichts — es hält allein die Masse.
- 2 Schuss: Der Gasdruck treibt Geschoss und Hülse auseinander. Der Verschluss beginnt zurückzuweichen, bewegt sich wegen seiner Trägheit aber nur wenige Zehntelmillimeter, bis das Geschoss den Lauf verlassen hat.
- 3 Rücklauf: Erst nach dem Druckabfall öffnet der Verschluss weit, wirft die Hülse aus und spannt die Feder.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
Walther Modell 9
Carl Walther · Deutschland (Zella-Mehlis) · 1921- System
- Unverriegelter Masseverschluss, 6,35 mm Browning, Schlagbolzenschloss, offene Verschlussoberseite, 6 Patronen
- Unterschied
- Dieselbe Bauart, dieselbe Patrone, dieselbe Magazinzahl, aber ein anderer Entwurfsgedanke. Das Modell 9 misst 99 mm und wiegt 260 g, die Simson 116 mm und 375 g. Bei gleicher Leistung ist die Suhler Waffe also gut ein Sechstel länger und knapp die Hälfte schwerer. Walther verkleinerte, so weit die Patrone es zuließ; Simson baute die Waffe aus, so weit der Markt es hinnahm.
- Befund
- Der wichtigste Vergleich dieses Eintrags, weil er zwei thüringische Häuser im selben Marktsegment zeigt. Er sagt zugleich, warum die Simson selten und die Walther häufig ist: Das Modell 9 lief bis 1945 und wurde zum Massenartikel, die Simson blieb bei einer Größenordnung von 20.000 Stück.
Liliput
Waffenfabrik August Menz · Deutschland (Suhl) · 1920- System
- Unverriegelter Masseverschluss, 4,25 mm Liliput sowie 6,35 und 7,65 mm Browning; Lauf und Griffstück aus einem Block gefräst
- Unterschied
- Zwei Suhler Antworten auf denselben Marktdruck, gegensätzlich angelegt. Menz suchte ein Alleinstellungsmerkmal in einer Miniaturpatrone ohne Gebrauchswert und sparte Teile, indem er Lauf und Griffstück aus einem Stück fräste. Simson blieb beim gängigen Kaliber und suchte das Unterscheidungsmerkmal in der Ausführung. Die 6,35-mm-Liliput wiegt 270 bis 290 g und liegt damit zwischen Walther und Simson.
- Befund
- Beide Häuser standen in derselben Stadt und in derselben Klasse. Der Unterschied liegt im Rückhalt: Menz hatte neben der Liliput nichts, Simson hatte Jagdwaffen, Fahrräder und ab 1925 einen Reichswehrvertrag.
Ortgies-Taschenpistole
Deutsche Werke AG · Deutschland (Erfurt) · 1919- System
- Unverriegelter Masseverschluss, 6,35 und 7,65 mm Browning sowie 9 mm kurz, einrastende Griffsicherung mit Löseknopf, weitgehend schraubenlos
- Unterschied
- Dieselbe Ausweichbewegung eines ehemaligen Ordonnanzfertigers, nur in einer anderen Größenordnung. In Erfurt entstanden bis Anfang 1924 rund 400.000 Pistolen, in Suhl über dreizehn Jahre etwa 20.000. Beide Häuser setzten auf eine eigene Bedienlösung: Erfurt auf die einrastende Griffsicherung, Suhl auf den weit zu drehenden Sicherungshebel.
- Befund
- Der Größenunterschied ist der eigentliche Befund. Die Ortgies war ein Massenartikel, die Simson eine Nebenlinie. Wer die Suhler Fertigung an der Erfurter misst, unterschätzt sie nicht — er beschreibt sie richtig.
Colt Model 1908 Vest Pocket
Colt's Patent Fire Arms Manufacturing Company · USA · 1908 plausibel- System
- Unverriegelter Masseverschluss, .25 ACP (6,35 mm Browning), Schlagbolzenschloss, Griffsicherung, Handsicherung, ab 1916/17 Magazinsicherung
- Unterschied
- Der Maßstab der ganzen Gattung, entworfen von John Moses Browning und aus der FN Modell 1906 hervorgegangen. Die Maße sind mit 114,3 mm Länge, 51 mm Lauf, 368,5 g und 6 Patronen von der Simson kaum zu unterscheiden. Getrennt sind beide bei den Sicherungen: Der Colt trägt deren zwei bis drei, die Simson genau eine.
- Befund
- Der Vergleich prüft die in Händlerbeschreibungen erhobene Behauptung, die Simson sei anders als fast alle Taschenpistolen ihrer Zeit keine Browning-Abwandlung. Im Ergebnis der Maße stimmt das nicht — beide Waffen sind gleich groß, weil die Patrone dieselbe ist. Im Aufbau stimmt es: Der Zerlegehebel am Abzugsbügel und die entkoppelnde Drehsicherung stehen in keinem Browning-Entwurf. Bei rund 420.000 Colt gegen rund 20.000 Simson steht daneben, was Eigenständigkeit am Markt wert war.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Sicherung wirkt auf die Abzugsstange, nicht auf den Schlagbolzen
Gesichert wird durch Entkoppeln und Festlegen der Abzugsstange. Diese ist einteilig und dient zugleich als Abzugsstollen, so dass mit ihr auch das Glied festgelegt ist, an dem der Schlagbolzen hängt; die Sicherung ist damit besser als die Bezeichnung „Abzugssicherung" vermuten lässt. Ein eigener Riegel am Schlagbolzen fehlt gleichwohl. Alles hängt an einem einzigen Bauteil, das im Betrieb außerdem die Unterbrechung besorgt und entsprechend beansprucht ist. Für die Zustandsbeurteilung eines Altstücks heißt das: Der Sitz der Stange ist in beiden Hebelstellungen zu prüfen. Am Objekt nachgesehen wurde das für diesen Eintrag nicht.
plausibel
-
Weder Lade- noch Spannanzeige
Am geschlossenen Verschluss ist nicht ablesbar, ob eine Patrone im Lager steckt und ob der Schlagbolzen gespannt ist. Entspannt wird nur durch Auslösen oder Zerlegen. Für Taschenpistolen der Zeit ist das der Normalfall und kein Sonderfehler; die Anzeige führte in dieser Klasse erst die Walther PP von 1929 ein. Dass die Gebrauchsanweisung von 1927 mit ihrer Absage an „zweifelhafte Neuerungen" auf eben diese Entwicklung zielte, ist eine Vermutung der ausgewerteten Darstellung und nicht mehr.
plausibel
-
Baugewicht ohne Gegenleistung
375 g für sechs Patronen 6,35 mm Browning sind viel. Das Walther Modell 9 leistet dasselbe mit 260 g. Ein Mehrgewicht von rund 45 Prozent bringt bei dieser Patrone weder Präzision noch Rückstoßvorteil, wohl aber einen Nachteil in genau der Eigenschaft, für die eine Westentaschenpistole gekauft wird. In einem Marktsegment, das über Größe und Preis entschieden wurde, ist das die naheliegendste Erklärung für die kleine Stückzahl. Belegt ist die Erklärung nicht; belegt sind nur die Gewichte.
plausibel
-
Reibung im Patronenlager wirkt unmittelbar auf die Funktion
Weil der Gasdruck die Hülse selbst lösen muss und kein mechanischer Erstauszug nachhilft, schlägt der Zustand des Patronenlagers bei dieser Bauart direkt in Funktionsstörungen durch. Verharzte Altfette, Flugrost und Auszieherkrallen mit ausgeschlagener Nut sind bei Waffen, die jahrzehntelang in Schubladen lagen, der Regelbefund. Das ist ein Bauartmerkmal aller Masseverschlusspistolen und keine Eigenheit dieser Waffe.
plausibel
-
Modellbezeichnungen stehen nicht auf der Waffe
Weder „Modell 1922" noch „Modell 1927" ist an einem Stück angebracht. Die Waffe trägt den Firmennamen, den Schriftzug „Selbstladepistole Simson D. R. P.", die Kaliberangabe am Lauf und die Seriennummer. Für die erste Ausführung ist „Modell 1922" nach der deutschsprachigen Sammlerdarstellung allerdings die offizielle Bezeichnung der Firma und kein bloßer Sammlerbegriff; die Darstellung stützt das auf die Werbung von 1922/23. Für die zweite Ausführung fehlt ein solcher Beleg, und sie ist strittig: Eine englischsprachige Darstellung datiert sie auf 1926, eine englischsprachige Übersicht führt beide Ausführungen als „Modell 1" und „Modell 2". Wer nach Modellnamen katalogisiert, katalogisiert in jedem Fall eine Zuschreibung und kein Objektmerkmal.
plausibel
Verwendung
- Ziviler Westentaschen- und Handtaschenmarkt der Weimarer Republik
- Beworben ab Dezember 1922 im Fachblatt „Der Waffenschmied" und 1923 in Gerhard Bocks Handbuch „Moderne Faustfeuerwaffen und ihr Gebrauch"
- Eine behördliche oder militärische Beschaffung dieser Waffe ist in den eingesehenen Quellen nicht belegt und wird hier nicht behauptet
Quellen
- [Online] Taschenpistolen.de — Taschenpistole des Monats 06/2023: Simson & Co, Modelle 1922 und 1927 , Maße 116 × 80 × 22 mm, Lauf 55 mm, 375 g, 6 Patronen, 33 Teile; Beschriftung und Firmenzeichen; Seriennummernblöcke 1–2200, 2200–5000 und 20000–35000; Schätzung rund 20.000 Stück nebst der Vermutung, der Nummernsprung solle die Fertigung größer erscheinen lassen; Sicherung als 90-Grad-Drehhebel, der die Abzugsstange entkoppelt UND festlegt; einteilige Abzugsstange, die zugleich als Abzugsstollen und über den Verschluss als Unterbrechung dient; Auszieher mittig oben, Auswurf senkrecht nach oben; Zerlegen mit Verschluss einen Zentimeter zurück und nach oben ab; Griffrillen 12, unterhalb Nr. 1000 auf 7, beim zweiten Modell 8; Griffstück vorn gerundet bzw. ganz flach; Abbildung der Werbung vom 25.12.1922 und der Anzeige bei Bock 1923 mit dem Zusatz, die Pistole werde offiziell als Modell 1922 bezeichnet; Patent nicht auffindbar Link
- [Online] Unblinking Eye — The Simson Pistols , Zweite Ausführung dort als „Model 1926", auch 1927 genannt; Seriennummern der ersten Ausführung mindestens 102 bis 2226, der zweiten ab 2271; „probably less than twenty-thousand pistols were made, in total"; Beschriftung; Griffschalen aus Hartgummi mit einer Schraube unten und schrägem Simson-Schriftzug; „the serial number is located on the front of the grip strap"; „the extractor and ejection port on top of the gun"; Sicherung mit vollen 180 Grad, die das „S" freigibt; Zerlegen durch Abziehen des Verschlusses nach vorn Link
- [Online] Feuerkampf und Taktik — Die Prunkvolle: Selbstladepistole Simson D. R. P. (6,35 mm) , Maße 114 × 20 × 80 mm, 380 g, 30 Teile ohne Magazin, Sicherung 180 Grad; Fertigung „1922 bis 1936?"; erste Ausführung 1922 bis 1926, niedrigste dokumentierte Seriennummer 102 als Vorserie mit ungeschraubten Holzgriffschalen nach Ortgies-Art; zweite Ausführung ab 2271, höchste 34645, Lücke zwischen 4935 und 20379 ohne Erklärung; Seriennummer an der Frontseite des Griffstücks und links am Lauf, dort bei fünfstelligen Nummern nur die letzten vier Ziffern; Auszieherkralle oben auf zwölf Uhr; Zerlegen durch Vorschieben des Verschlusses; Zitat aus der Gebrauchsanweisung von 1927; Gebrauchsmusterschutz für Walther 1927; Beschuss- und Waffenzeichen am Stück vorhanden, aber nicht wiedergegeben; Neid der Suhler Konkurrenz an der Vorzugsstellung Link
- [Literatur] Gebrauchsanweisung Simson 1927 — Gebrauchsanweisung zur Selbstladepistole Simson, 1927 , Hier NICHT eingesehen, sondern über die Darstellung „Feuerkampf und Taktik" zitiert — die Konstruktion sei „klar und übersichtlich" und vermeide „unnütze Spielereien und Experimente zweifelhafter Neuerungen"
- [Literatur] Der Waffenschmied — Werbeanzeige Simson & Co., Ausgabe vom 25. Dezember 1922 , Hier NICHT eingesehen, sondern über Taschenpistolen.de abgebildet und zitiert; früheste dort nachgewiesene Bewerbung der Waffe. Werbung der Firma, keine Darstellung durch Dritte
- [Literatur] Bock, Moderne Faustfeuerwaffen — Gerhard Bock: Moderne Faustfeuerwaffen und ihr Gebrauch, 1923 , Hier NICHT eingesehen. Nach Taschenpistolen.de enthält der Band eine WERBEANZEIGE der Firma für diese Pistole; ob Bock die Waffe im Text behandelt, ist damit nicht gesagt und wäre am Original zu prüfen
- [Literatur] Schulz, Simson — Ulrike Schulz: Simson. Vom unwahrscheinlichen Überleben eines Unternehmens 1856–1993, Wallstein, Göttingen 2013, ISBN 978-3-8353-1256-2 , Hier NICHT eingesehen. Die einschlägige Monografie zum Betrieb; von zwei der ausgewerteten Sammlerdarstellungen als Grundlage genannt und für jede Nachprüfung der Fertigungs- und Absatzfragen dieses Eintrags der erste Zugriff Link
- [Literatur] Schulz, Enteignung — Ulrike Schulz: Die Enteignung der Firma Simson & Co., Suhl/Thüringen 1927–1935, in: Quellen zur Geschichte Thüringens, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2011 , Hier NICHT eingesehen; Quellenedition zur Enteignung
- [Online] sehepunkte — Rezension zu Ulrike Schulz, Simson , Reichswehr finanzierte Modernisierung und Ausbau der Fertigungsanlagen und eine Forschungsstelle; damit verbundener Verlust unternehmerischer Entscheidungsrechte Link
- [Online] Wikipedia (de) — Simson (Unternehmen) , Jagdwaffen ab 1880, Fahrräder ab 1896; Monopolvertrag mit der Reichswehr vom 25. August 1925 über leichte Maschinengewehre, Gewehre, Karabiner und Pistolen; erster Pkw in Serie 1911, Serienfertigung des Simson Supra ab 1924; Angabe, die Monopolstellung habe das Überstehen der Weltwirtschaftskrise ermöglicht; Verpachtung an die BSW GmbH am 19. September 1933 Link
- [Online] Wikipedia (en) — Simson (company) , Beginn der Automobilfertigung 1907 (dort ohne Beleg); „In the 1920s Simson also produced .25 ACP Westentaschenpistolen … Until 1989 this was Simson's only venture into commercial handgun production", geführt als „Model 1" und „Model 2" gegenüber den US-Handelsnamen 1922 und 1927; Pistole 08 für die Reichswehr 1925–1934 in rund 12.000 Stück; Enteignung, BSW ab 1936, Gustloff-Werke ab 1939. Zur Weltwirtschaftskrise und zu Entlassungen 1932 enthält der Artikel NICHTS Link
- [Objektbefund] Pre98 Antiques — Simson Model 1922 Vest Pocket Pistol , Dreistellige Seriennummer, Angabe „less than 2000", Hinweis auf die Eigenständigkeit gegenüber der Browning-Westentaschenpistole Link
- [Objektbefund] Dorotheum — Pistole, Waffenfabrik Simson & Co. — Suhl, Mod. 1927, Kal. 6,35 mm , Zwei Lose aus den Auktionen vom 10.12.2016 und 2.12.2017 mit der Modellansprache „Mod. 1927", den beiden Beschriftungen, seitlicher Drehhebelsicherung, „schwarze Kunststoffgriffschalen mit Fischhaut und Firmenschriftzug" und der Angabe „Suhler Beschußzeichen: Krone über ,N'" — die einzige Nennung eines Kleinstempels in den eingesehenen Objektbeschreibungen; die Ansprache als „Suhler" Zeichen ist eine Zuschreibung des Auktionshauses Link
- [Online] Forgotten Weapons — RIA: 1929 Simson Prototype 9mm , Prototyp in 9 × 19 mm als einfacher unverriegelter Masseverschluss; Ende des Vorhabens, weil das Heer die Mittel auf Karabiner und Maschinenpistolen lenkte. Dass die Waffe eine Vergrößerung der Taschenpistole ist, sagt DIESE Darstellung nicht; das steht bei Historical Firearms und Rock Island Auction Link
- [Objektbefund] Rock Island Auction — Simson & Company Prototype 9mm Pistol , Datierung um 1928/29; Rahmen und Aufbau der zweiten Taschenpistolen- ausführung mit dem Griff der Pistole 08; abgeänderte Haenel-Schmeisser-Magazine zu 8 Patronen; Angabe von drei bekannten erhaltenen Stücken bei geschätzt 10 bis 15 gefertigten Link
- [Online] Historical Firearms — Simson 9mm Prototype , Prototyp aus dem flachen Griffstück der zweiten Taschenpistolenausführung und dem Griff der Pistole 08; abgeänderte Haenel-Schmeisser-Magazine zu 8 Patronen; Ladeanzeige und mittiges Auswurffenster oben; großer Sicherungshebel; „at least two survive" — also eine Untergrenze und keine Angabe „nur zwei" Link
- [Online] Wikipedia (en) — Colt Model 1908 Vest Pocket , 114,3 mm, 51 mm Lauf, 368,5 g, 6 Patronen, rund 420.705 Stück 1908–1948, Entwurf John Moses Browning aus der FN Modell 1906 Link