Vergleichsstück · Sowjetunion
PPSch-41
- Fertigung
- Staatliche Werke der UdSSR, unter anderem in Moskau und Wjatskije Poljany
- Kaliber
- 7,62 × 25 mm Tokarew
- Zeitraum
- 1941–1947
- Belegstatus
- plausibel
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Die PPSch arbeitet nach demselben Prinzip wie die MP 18 von 1918, und daran ist nichts Neues. Vor dem Schuss steht der schwere Verschlussblock ganz hinten und wird dort festgehalten, im Lauf steckt keine Patrone. Beim Abdrücken wird er losgelassen, eine Feder treibt ihn nach vorn, er schiebt eine Patrone aus dem Magazin in den Lauf — und weil der Zündstift fest vorn am Block sitzt, zündet sie in demselben Augenblick, in dem sie ankommt. Der Rückstoß wirft den Block zurück, die leere Hülse fliegt heraus, und solange der Abzug gedrückt bleibt, wiederholt sich das. Verriegelt ist dabei nichts; allein das Gewicht des Blocks hält den Lauf lange genug zu. Neu an dieser Waffe ist die Herstellung: Gehäuse und Laufmantel bestehen aus einem einzigen gefalzten Blechteil, der Schaft ist Holz, zum Reinigen klappt das Ganze wie ein Buch auf, und im gesamten Gerät stecken zwei Schraubverbindungen. Zwei Einzelheiten fallen auf. Hinten im Gehäuse liegt ein Puffer aus gepressten Fasern, auf den der Block bei jedem Schuss aufschlägt; seine Dicke bestimmt, wie weit der Block läuft, und damit, wie schnell die Waffe schießt — ein abgenutzter Puffer verändert die Feuerrate. Und vorn ragt der Blechmantel über die Mündung hinaus und ist dort schräg abgedeckt, sodass die nachströmenden Gase nach oben ausweichen müssen. Das drückt die Mündung nach unten und hält sie bei rund fünfzehn Schüssen je Sekunde etwas ruhiger.
Vergleichsstück. Die PPSch-41 gehört nicht zur ostdeutschen Fertigung. Sie steht hier aus zwei Gründen: als Maßstab, an dem sich die in Erfurt und Suhl gefertigte MP 40 messen lassen muss, und als Waffe, die nach 1945 im Untersuchungsraum geführt wurde.
Beide sind zuschießende Maschinenpistolen mit unverriegeltem Masseverschluss, beide entstanden binnen eines Jahres, beide sind Blechpresswaffen. Wer sie nebeneinanderlegt, hat den seltenen Fall vor sich, dass alles gleich ist außer der Fertigungsentscheidung; deshalb lohnt der Vergleich, und deshalb ist wichtig, wo er nicht trägt.
Die Bezeichnung
Vor jeder Sachaussage steht ein Begriffsproblem, und es betrifft den Untersuchungsraum unmittelbar. Unter „MP 41” beziehungsweise „MPi 41” begegnen drei verschiedene Gegenstände:
| Kurzbezeichnung | Was gemeint ist | Beleglage |
|---|---|---|
| MP 41 | die Suhler Haenel-Konstruktion von 1941 — Verschluss der MP 40 im Holzschaft, mit Umschaltabzug | amtliche deutsche Bezeichnung |
| „MP 41” | erbeutete PPSch-41, umgebaut auf 9 × 19 mm | keine amtliche Bezeichnung, Sammlergebrauch |
| MPi 41 | die PPSch-41 im Dienst der Deutschen Volkspolizei | Objektkatalog der Bautzener Sammlung |
Die unveränderte Beutewaffe führte die Wehrmacht unter der Fremdgerätnummer MP 717(r), der einzigen amtlichen deutschen Bezeichnung für die sowjetische Waffe im Originalkaliber. Der 9-mm-Umbau war technisch geringfügig: neuer Lauf, geänderter Magazinschacht für MP-40-Magazine.
Der Konflikt ist nicht aufgelöst. Die Darstellung zu den Kampfgruppen der Arbeiterklasse führt „MPi 41” und „PPSch-41” nebeneinander auf und verweist bei „MPi 41” auf die Haenel-Waffe; der Bautzener Objektkatalog bezeichnet die PPSch selbst als MPi 41. Beides kann zutreffen, denn in DDR-Beständen lagen tatsächlich beide Waffen, und beides kann derselbe Gegenstand doppelt gezählt sein. Für die Beurteilung eines Fundstücks folgt daraus, dass die Bezeichnung in einer Bestandsliste die Waffe nicht bestimmt. Das tut das Kaliber.
Fertigung
Beide sind Blechpresswaffen im Sinne der Fertigungsverfahren. Der Unterschied liegt in der Konsequenz.
| MP 40 (1940) | PPSch-41 (1941) | |
|---|---|---|
| Gehäuse | gerolltes Blechrohr, Anbauteile gepresst und punktverschweißt | Verschlussgehäuse und Laufmantel als ein Blechteil, gefalzt und verschweißt |
| Verbindung der Baugruppen | verschraubt und verstiftet | Scharnier, werkzeuglos zum Reinigen aufklappbar |
| Gewindeverbindungen | mehrere, unter anderem am Teleskoprohr | zwei insgesamt |
| Griff- und Handschutzteile | gepresstes Kunstharz auf Phenolbasis | Holz, Schaft und Kolben in einem Stück |
| Schulterstütze | klappbare Metallstütze mit Gelenken | keine, fester Holzkolben |
| Dämpfung | dreiteiliges Teleskoprohr als Luftpuffer | Faserpuffer, ein Verschleißteil |
| Laufbohrung | blank | verchromt |
| Teilezahl | in den eingesehenen Quellen nicht angegeben | 87 (die vorangegangene PPD: 95) |
| Bearbeitungsstunden | nicht belegt | 5,6 — an anderer Stelle „später auf 7,3 korrigiert” (PPD: 13,7) |
Die letzte Zeile ist die wichtigste, und sie ist halb leer. Für die sowjetische Seite liegen Zahlen vor; für die MP 40 wurde keine vergleichbare Stundenangabe gefunden. Die verbreitete Erzählung, die PPSch sei „schneller herstellbar” gewesen als die MP 40, ist deshalb keine Rechnung, sondern ein Schluss aus Verfahrensmerkmalen. Dieses Register zieht ihn und kennzeichnet ihn als Schluss.
Gespart wurde an drei Stellen.
Holz statt Kunstharz. Ein Phenolharzteil verlangt Werkzeug, Presse, Heizzeit und eine Chemikalienkette. Ein Holzschaft verlangt Holz und eine Kopierfräse. Entscheidend für 1941 war, dass er sich in jeder Möbeltischlerei fertigen ließ, die keine Rüstungsfertigung ist. Der eigentliche Gewinn liegt in der Verlagerungsfähigkeit, nicht im Stückpreis.
Falzen und Scharnier statt Verschrauben. Der Laufmantel ist mit dem Verschlussgehäuse dasselbe Blechteil und nicht darauf geschraubt; die Waffe zerfällt zum Reinigen in zwei um ein Scharnier kippende Hälften. Zwei Gewindeverbindungen in der ganzen Waffe bedeuten: kein Gewindeschneiden, keine Lehren dafür, keine Facharbeiterstunde.
Der Lauf. Nach verbreiteter Darstellung entstanden die Läufe aus halbierten Laufrohlingen der Mosin-Nagant; ein Rohling ergab zwei Läufe. Plausibel, weil Bohrungs- und Geschossdurchmesser zusammenpassen, hier aber ohne Primärbeleg. Der Prüfstein liegt beim Drall. Träfe man an PPSch-Läufen den Mosin-Drall von rund 240 mm an, wäre das eine starke Stütze, denn ein 5,5-g-Pistolengeschoss braucht ihn nicht. Der Befund ist an jedem Stück in Minuten zu erheben; er fehlt hier.
Für die Haltbarkeit hat das Verfahren vier Folgen:
- Holz ist schwerer, quillt und reißt; der Schafthals ist die übliche Bruchstelle. Ein gerissener Schaft ist dafür reparabel, ein gebrochenes Phenolharzteil nicht. Für eine Armee mit langen Nachschubwegen ist das keine Nebensache.
- Der Faserpuffer ist ein Verbrauchsteil und damit gegenüber dem gekapselten Teleskoprohr im Nachteil. Er hat aber zwei Eigenschaften, die dem Rohr fehlen: Er ist ohne Werkzeug zu wechseln, und sein Zustand ist sichtbar.
- Das gefalzte Blechgehäuse verzieht sich unter Belastung anders als ein gefrästes; Gehäuseverzug gehört bei beiden Waffen zur Zustandsprüfung, bei der PPSch mit ihrer großen Blechfläche stärker.
- Die verchromte Laufbohrung ist das Gegenteil einer Sparmaßnahme. Sie kostet Verfahren, Anlage und Zeit. Ausgegeben ist das genau dort, wo korrodierende Zündsätze und lange Reinigungsabstände den Lauf sonst verzehren. Die MP 40 hat sie nicht.
Die Zusammenfassung lautet deshalb nicht „die PPSch ist billiger gebaut”. Beide Waffen sparen, aber an verschiedenen Stellen, und die PPSch gibt dort aus, wo die Waffe altert.
Konstruktion
Patrone
Die 7,62 × 25 mm Tokarew ist eine Flaschenhalspatrone, zylindrische Hülse mit Schulter und kurzem Hals, abgeleitet von der 7,63 × 25 mm Mauser der C 96. Die 9 × 19 mm ist eine schwach konische Hülse ohne Schulter. Beide sind Pistolenpatronen; der Unterschied liegt in der Auslegung innerhalb der Klasse und nicht in der Klasse selbst.
| 7,62 × 25 mm (PPSch, 269 mm Lauf) | 9 × 19 mm (MP 40, 251 mm Lauf) | |
|---|---|---|
| Hülsenform | Flaschenhals mit Schulter | schwach konisch, ohne Schulter |
| Geschossmasse (Katalogwert) | 5,5 g | 8,0 g |
| v₀ | 488 m/s | rund 380 m/s |
| Mündungsenergie (gerechnet) | rund 660 J | rund 578 J |
| Impuls je Schuss (gerechnet) | rund 2,7 N·s | rund 3,0 N·s |
| Geschossquerschnitt (gerechnet) | 45,6 mm² | 63,9 mm² |
| Energie je Querschnitt (gerechnet) | rund 14,5 J/mm² | rund 9,0 J/mm² |
| Absenkung auf 100 m (gerechnet) | rund 24 cm | rund 38 cm |
Erstens die Flugbahn. Die höhere Anfangsgeschwindigkeit verkürzt die Flugzeit auf 100 m um rund ein Fünftel, und die Absenkung geht mit dem Quadrat der Flugzeit; daher gut zwei Drittel der Absenkung der 9-mm-Patrone. Für eine Waffe mit fester 100/200-m-Klappkimme ist das der eigentliche Gewinn.
Zweitens die Wirkung. Die Mündungsenergie ist aus diesem Lauf höher, nicht niedriger. Wer von „geringerer Wirkung” spricht, meint etwas anderes und sollte es benennen. Ein schlankes, spitzes Vollmantelgeschoss mit hoher Querschnittsbelastung durchschlägt ein weiches Ziel eher, als dass es Energie darin absetzt. Die 9-mm-Patrone bringt weniger Energie mit, gibt aber einen größeren Anteil davon ab. „Geringere Auftreffwirkung” ist also nur als Aussage über die Energieabgabe richtig, nicht über die Energie, und auch dann bleibt es eine allgemeine ballistische Aussage und keine an dieser Waffe gemessene.
Drittens der Durchschlag. Dieselbe hohe Querschnittsbelastung, die die Energieabgabe im Ziel senkt, erhöht die Durchdringung von Bekleidung, Holz und leichter Deckung. Im Gelände- und Häuserkampf war das kein Nachteil.
Magazine
Zur Bauart siehe Magazine und Zuführung: Trommelmagazine haben von allen Bauarten die längste und kurvenreichste Zuführstrecke und sind entsprechend reibungs- und schmutzempfindlich.
Dazu kommt eine Besonderheit, die im Sammlerbestand ständig zu Fehlschlüssen führt. Die Trommeln wurden werkseitig an die einzelne Waffe angepasst und mit deren Seriennummer bezeichnet; je Waffe gehörten zwei dazu. Eine fremde Trommel sitzt mit Spiel, wird ungenügend gehalten und führt schlecht zu. Wer an einem Altstück Zuführstörungen feststellt, prüft deshalb zuerst die Nummerngleichheit und erst danach Waffe, Auszieher oder Feder.
Zwei weitere Punkte. Oberhalb von etwa 65 der nominell 71 Patronen gilt Fehlzuführung als wahrscheinlich; Nennkapazität ist nicht Gebrauchskapazität. Und das Gewicht: Gerechnet mit rund 10,8 g je Patrone trägt eine gefüllte Trommel rund 1,7 kg, die Waffe damit gegen 5,3 kg.
Ab 1942 trat das gekrümmte Stangenmagazin zu 35 Patronen hinzu. Die Krümmung ist Geometrie und keine Stilfrage. Die Flaschenhalshülse ist in der Seitenansicht ein Keil, und ein Stapel solcher Keile fächert auf, genau die Rechnung, die unter Magazine und Zuführung für 7,62 × 39 mm und 5,45 × 39 mm durchgeführt ist. Das gerade Magazin der MP 40 ist die Ausnahme, nicht die Regel. Es ist gerade, weil die 9 × 19 mm fast zylindrisch ist, und zahlt dafür mit Reibung.
Die Ablösung war nicht vollständig. Im Gebrauch trug man üblicherweise eine Trommel in der Waffe und Stangenmagazine in den Taschen. Anders als bei der MP 18 ist die Magazinbauart bei der PPSch deshalb kein brauchbares Datierungsmerkmal. Die Blechstärke ist eines: 0,5 mm früh, 1 mm spät.
Mündungsschrägung
Der Laufmantel reicht über die Mündung hinaus. Seine Stirnfläche ist bis auf die Geschossdurchtrittsbohrung geschlossen und schräg abgesetzt, sodass oben eine große Öffnung bleibt. Dem Gas, das dem Geschoss folgt, ist der Weg nach vorn versperrt; es muss nach oben ausströmen, und die Rückwirkung drückt die Mündung nach unten.
Mehr ist es nicht: kein bewegliches Teil, keine Passung, ein Blechschnitt. Warum die Maßnahme überhaupt etwas ausrichtet, lässt sich abschätzen; die folgende Rechnung ist eine Größenordnungsabschätzung dieses Registers, keine Quellenaussage.
Mit rund 0,5 g Treibladung und einer wirksamen Ausströmgeschwindigkeit in der Größenordnung von 1.200 m/s trägt das Gas einen Impuls von etwa 0,6 N·s je Schuss, rund ein Fünftel des Geschossimpulses von 2,7 N·s. Wird davon grob die Hälfte nach oben umgelenkt, entsteht je Schuss ein Abwärtsimpuls an der Mündung von rund 0,3 N·s; bei 15 Schuss je Sekunde eine mittlere Abwärtskraft von etwa 4,5 N, angreifend rund 0,7 m vor der Schulterauflage. Das ergibt ein Moment in der Größenordnung von 3 N·m. Dem steht das Aufsteigmoment gegenüber. Der Rückstoßstrom von rund 40 N greift auf der Seelenachse an, die etwa 55 mm über der Schulterauflage liegt, also rund 2 N·m.
Beide Momente liegen in derselben Größenordnung. Das erklärt, warum eine so grobe Maßnahme messbar wirken kann. Der Hebelarm der Mündung ist gut zehnmal so lang wie der Höhenversatz der Seelenachse. Ein Kompensator kauft seine Wirkung über den Hebel und nicht über die Kraft; er ist deshalb an einer kurzen, hoch liegenden Waffe wirksamer als an einer langen mit tiefer Seelenachse.
Die in der Literatur genannte Verbesserung des Streukreises um rund 70 Prozent ist damit größenordnungsmäßig nicht unglaubwürdig. Als Beleg bleibt sie trotzdem schwach: bezogen auf die PPD und nicht auf die MP 40, nur als Zitat zweiter Hand vorliegend, ohne mitgeteilte Versuchsbedingungen. Bezahlt wird die Wirkung außerdem mit Mündungsfeuer und Knall, die deutlich steigen, weil das Gas quer zur Schussrichtung aufreißt.
Feuerrate
Die Kadenzangaben streuen, und der Konstruktionsbefund erklärt warum. Die Pufferdicke legt den Verschlussweg fest. Ein dickerer Puffer verkürzt den Weg und hebt die Kadenz, ein zerfallener senkt sie. Als Konstruktionswert gilt 900 Schuss/min; die MP 40 liegt bei rund 500. Was das bedeutet, wird erst in der Rechnung deutlich. Auch diese Werte sind Abschätzungen dieses Registers.
| PPSch-41 | MP 40 | |
|---|---|---|
| Kadenz | 900/min = 15 s⁻¹ | 500/min = 8,3 s⁻¹ |
| Impuls je Schuss | 2,7 N·s | 3,0 N·s |
| Rückstoßstrom im Dauerfeuer | rund 40 N | rund 25 N |
| Waffengewicht leer | 3,63 kg | 3,97 kg |
| Rückstoßstrom je kg, leer | 11,2 N/kg | 6,4 N/kg |
| Waffengewicht mit gefülltem Magazin | 5,3 kg (Trommel) | 4,6 kg |
| Rückstoßstrom je kg, geladen | 7,6 N/kg | 5,5 N/kg |
| Magazininhalt in einem Zug verfeuert | 4,7 s (71 Schuss) · 2,3 s (35 Schuss) | 3,8 s (32 Schuss) |
Die einzelne Patrone ist die schwächere, der Feuerstoß die härtere Belastung. Je Schuss hat die Tokarew-Patrone rund ein Zehntel weniger Impuls als die 9 × 19 mm. Über die Zeit kehrt sich das um. Bei 1,8-facher Kadenz steht ein rund 1,6-fach höherer Rückstoßstrom an einer leichteren Waffe. Der Schütze der PPSch hält rund das Anderthalb- bis Doppelte dessen, was der Schütze der MP 40 hält.
Die schwere Trommel ist im Dauerfeuer kein Nachteil, sondern Ballast im guten Sinn. Bezogen auf das geladene Gewicht schrumpft der Abstand von 1,75 auf rund 1,4. Wer eine PPSch mit Stangenmagazin führt, tauscht Tragekomfort gegen Ruhe im Feuerstoß, eine Abwägung, die selten so benannt wird.
Der taktische Preis ist die Feuerdisziplin. 71 Patronen sind in weniger als fünf Sekunden verschossen, 35 in gut zwei. Bei 67 ms Schussabstand ist zwischen zwei Schüssen nichts zu korrigieren; die Waffe erzwingt Stöße von zwei bis drei Schuss und macht sie zugleich schwer beherrschbar. Die MP 40 erlaubt dem Geübten den Einzelschuss durch Antippen, obwohl sie keine Umschaltung hat. Die PPSch hat die Umschaltung und braucht sie auch. Der Nachfolger zieht die Konsequenz. Die PPS-43 senkt die Kadenz auf rund 700, den Stahleinsatz um über 50 Prozent und die Fertigungszeit um über 60 Prozent. Verdrängt hat sie die PPSch im Krieg dennoch nicht.
Verwendung
Der Bezug zum Untersuchungsraum besteht zweimal, und keiner der beiden ist eine Fertigung.
Erstens im Krieg, von der Gegenseite her. Die Wehrmacht führte erbeutete PPSch unter der Fremdgerätnummer MP 717(r) und setzte sie in großer Zahl ein; ein Teil wurde auf 9 × 19 mm und MP-40-Magazine umgebaut. Die MP 40 aus Erfurter und Suhler Fertigung stand dieser Waffe an derselben Front gegenüber und lag zugleich in denselben Händen.
Zweitens nach 1945, im Dienst. Die PPSch gehörte als MPi 41 zur Erstausstattung der Deutschen Volkspolizei und der Kasernierten Volkspolizei und blieb bis 1959 im Bestand; ab 1960 wurde auf die Kalaschnikow umgerüstet. In den 1950er Jahren führten die Kampfgruppen der Arbeiterklasse sie neben Karabiner 98k, StG 44 und MG 42. Dieses Bestandsbild beschreibt die Materiallage der frühen DDR genauer als jede Beschaffungsakte: alles, was da war, aus zwei Kriegsparteien, im selben Waffenraum.
Der beste Einzelbeleg ist ein Objekt: ein Stück mit der Seriennummer 1688 aus der ehemaligen Waffentechnischen Sammlung der Schule für Versorgungsdienste der Deutschen Volkspolizei in Bautzen, heute im Forum Polizei_Geschichte Sachsen. Es stand dort als Lehrmittel für die Ausbildung waffentechnischen Personals und nicht als Ausstellungsstück, also genau in der Rolle, in der eine Waffe dieses Register interessiert.
Für die Einordnung gilt dabei die Registerregel: Verwendung ist kein Herstellernachweis. Die PPSch wurde im Untersuchungsraum geführt, nicht gefertigt. Ihr Platz hier ist der des Vergleichsstücks, mit dem Zusatz, dass dieses Vergleichsstück den Waffenkammern der Region über anderthalb Jahrzehnte angehörte.
Waffenrechtliches
Vollautomatische Waffe und damit Kriegswaffe nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Sie wird hier ausschließlich technik- und fertigungsgeschichtlich dokumentiert. Die Umschaltbarkeit auf Einzelfeuer ändert daran nichts: Maßgeblich ist, dass Dauerfeuer möglich ist. Siehe Methodik.
Offene Forschungsfragen. Erstens der Drall der PPSch-Läufe: Entspricht er dem der Mosin-Nagant von rund 240 mm? Der Test ist an jedem Stück in Minuten durchzuführen und entscheidet über die Darstellung, die Läufe seien aus halbierten Gewehrlaufrohlingen entstanden; erhoben hat ihn dieses Register bislang nicht. Zweitens die Fertigungsstunden der MP 40: Existiert für die Erfurter, Suhler oder Steyrer Fertigung eine Stundenangabe, die dem sowjetischen Wert gegenübergestellt werden könnte? Ohne sie bleibt der meistgezogene Vergleich dieses Themas ein Verfahrensschluss. Drittens der Widerspruch 5,6 gegen 7,3 Bearbeitungsstunden: Was genau wurde „korrigiert”, die Messung, der Umfang der gezählten Arbeitsgänge oder das Fertigungsjahr? Viertens die Bezeichnungsfrage: Gibt es eine DDR-Dienstvorschrift oder Bestandsliste, die „MPi 41” eindeutig einer der beiden Waffen zuordnet, der Suhler Haenel-Konstruktion oder der PPSch? Fünftens die SBZ-Zeit vor 1949: Ab wann führten deutsche Polizeikräfte im Untersuchungsraum sowjetische Maschinenpistolen, und über welchen Weg gelangten sie dorthin? Sechstens der 9-mm-Umbau der Beutewaffen: Wo wurde er ausgeführt, in Truppenwerkstätten oder in einem Betrieb? Läge letzteres im Untersuchungsraum, wäre die PPSch hier nicht mehr nur Vergleichsstück.
Konstruktion
- Verschluss
- Unverriegelter Masseverschluss aus dem Vollen, mit fest eingesetztem Schlagbolzen. Am hinteren Gehäuseende sitzt ein Puffer aus harzgetränktem Fasermaterial auf der Führungsstange der Schließfeder; er nimmt den Anschlag des Verschlusses auf und bestimmt über seine Dicke den Verschlussweg.
- Ladeprinzip
- Rückstoßlader, unverriegelt, zuschießend. Prinzipiell identisch mit MP 18, MP 28 und MP 40 — die Unterschiede liegen sämtlich in der Fertigung, nicht im Funktionsprinzip.
- Zuführung
- Trommelmagazin für 71 Patronen, ab 1942 zusätzlich gekrümmtes Stangenmagazin für 35. Frühe Magazine aus 0,5 mm Blech galten als störanfällig, spätere aus 1 mm Blech als brauchbar.
- Abzug
- Umschaltbar Einzel- und Dauerfeuer; der Umschalthebel sitzt als zweiter Hebel im Abzugsbügel vor dem Abzug. Auch im Einzelfeuer bleibt die Waffe zuschießend.
- Sicherung
- Schieber im Spannhebel, der den Verschluss wahlweise in vorderer oder hinterer Stellung festlegt — der Rastlösung von MP 18 und früher MP 40 konstruktiv überlegen, weil sie beide Endlagen sperrt.
- Visierung
- Früh Schiebekimme mit Einteilung bis 500 m, später L-förmige Klappkimme mit nur zwei Stellungen, 100 und 200 m. Der Wechsel ist Datierungsmerkmal und Eingeständnis zugleich: Die 500-m-Teilung war für eine Pistolenpatrone ohne Sinn.
Maße und Leistung
- Länge
- 843 mm
- Lauflänge
- 269 mm
- Gewicht
- 3,63 kg ohne Magazin; mit gefüllter Trommel rund 5,3 kg (gerechnet)
- Magazin
- 71 Patronen Trommel; ab 1942 35 Patronen Stangenmagazin
- V₀
- 488 m/s (englischsprachige Angabe)
- Kadenz
- 900 Schuss/min als Konstruktionswert; Angaben bis 1250 — siehe Belegnotiz
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Ausgangslage — Verschluss offen
Der Verschluss steht hinten am Abzugsstollen, das Patronenlager ist leer. Gesichert wird über einen Schieber im Spannhebel, der in eine Ausnehmung des Gehäuseschlitzes greift; anders als bei der frühen MP 40 lässt sich auch die vordere Stellung sperren.
- 2
Auslösen und Vorlauf
Der Abzug gibt den Verschluss frei. Die Schließfeder treibt ihn vor, der Stoßboden schiebt die oberste Patrone über die Zuführrampe ins Lager, der Auszieher schnappt über den Hülsenrand.
- 3
Zündung im Vorlauf
Der Schlagbolzen steht fest im Verschlussboden und zündet, sobald die Patrone am Lagerstoß anliegt und der Verschluss noch Restschwung nach vorn hat. Bei 3,63 kg Waffengewicht und 900 Schuss je Minute ist diese vorwärts gerichtete Masse kein Nebeneffekt, sondern die Bedingung dafür, dass die Waffe überhaupt zu halten ist.
- 4
Rücklauf, Auszug, Auswurf
Der Gasdruck über den Hülsenboden treibt den Verschluss zurück. Weil nichts verriegelt ist, beginnt der Rücklauf sofort; gegen das vorzeitige Öffnen steht allein die Verschlussmasse. Der Auszieher hält die Hülse, der feste Auswerfer schleudert sie nach oben rechts aus.
- 5
Anschlag am Faserpuffer
Der Verschluss läuft bis auf den Puffer am hinteren Gehäuseende. Hier liegt der bauliche Unterschied zur MP 40, die den Vorlauf über die Luftsäule eines dreiteiligen Teleskoprohrs dämpft: Die PPSch fängt den Rücklauf mit einem Verschleißteil ab. Die Pufferdicke legt den Verschlussweg fest — ein dünner gewordener Puffer verlängert den Weg und senkt die Kadenz. Wer an einem Altstück eine abweichende Feuerrate misst, prüft deshalb zuerst den Puffer und nicht die Schließfeder.
- 6
Fortsetzung, Einzelschuss oder Halt
Bei „Dauerfeuer" wiederholt sich der Zyklus. Bei „Einzelfeuer" fängt der Stollen den Verschluss nach jedem Schuss wieder hinten; die Waffe bleibt mit leerem Lager stehen und schießt beim nächsten Abzug erneut zu. Ein Einzelschuss aus dem geschlossenen Verschluss ist damit nicht gemeint und auch nicht erreichbar.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verschlussruhelage: Die Schließfeder presst den Verschluss gegen den feststehenden Lauf. Verriegelt ist nichts — es hält allein die Masse.
- 2 Schuss: Der Gasdruck treibt Geschoss und Hülse auseinander. Der Verschluss beginnt zurückzuweichen, bewegt sich wegen seiner Trägheit aber nur wenige Zehntelmillimeter, bis das Geschoss den Lauf verlassen hat.
- 3 Rücklauf: Erst nach dem Druckabfall öffnet der Verschluss weit, wirft die Hülse aus und spannt die Feder.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
MP 40
ERMA Erfurt, C. G. Haenel Suhl, Steyr-Daimler-Puch · Deutschland (Erfurt, Suhl) und Österreich · 1940- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, gerades Stangenmagazin für 32 Patronen, nur Dauerfeuer, rund 500 Schuss/min
- Unterschied
- Dasselbe Verschlussprinzip, dieselbe Aufgabe, dieselben Jahre — und zwei Auffassungen davon, wie weit Fertigungsvereinfachung gehen darf. Die MP 40 behält Teleskoprohr, Kunstharzteile und gelenkige Klappstütze; die PPSch ersetzt alle drei durch Holz, Scharnier und Faserpuffer. Die PPSch kann Einzelfeuer, die MP 40 nicht; die MP 40 ist mit halber Kadenz die ruhigere Waffe.
- Befund
- Der wichtigste Vergleich dieses Eintrags — und einer, der in der einen Richtung nicht ausgerechnet werden kann: Für die PPSch sind Fertigungsstunden überliefert, für die MP 40 wurde in den eingesehenen Quellen keine vergleichbare Angabe gefunden.
MP 18,I
Theodor Bergmann Waffenbau, Abteilung Suhl (Konstruktion Hugo Schmeisser) · Deutschland (Suhl) · 1918- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 9 × 19 mm, nur Dauerfeuer
- Unterschied
- Der Ursprung der Gattung, 23 Jahre früher: gefrästes Gehäuse, Holzschaft, Büchsenmacherarbeit. Die PPSch übernimmt das Funktionsprinzip unverändert und ersetzt ausschließlich das Herstellungsverfahren.
- Befund
- Zwischen 1918 und 1941 fand in dieser Gattung kein Prinzipienwechsel statt, sondern ein Fertigungswechsel. Den Holzschaft haben beide — bei der MP 18 aus Tradition, bei der PPSch aus Berechnung.
MP 28,II
C. G. Haenel · Deutschland (Suhl) · 1928 plausibel- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, Umschaltung auf Einzelfeuer, waagerecht eingeführtes Stangenmagazin; unter anderem in 7,63 × 25 mm Mauser gefertigt
- Unterschied
- Die nächste Verwandte im Untersuchungsraum, und zwar doppelt: Sie bringt dieselbe Einzelfeuer-Umschaltung, die die PPSch hat und die MP 40 gerade nicht hat — und sie wurde in einer Patrone gebaut, die mit der Tokarew-Patrone maßlich zusammenfällt.
- Befund
- Die Frage, ob eine Suhler Maschinenpistole in diesem Kaliber denkbar war, ist damit nicht spekulativ: Sie war gebaut. Ob Haenel-Waffen dieses Kalibers je auf sowjetische Munition trafen, ist hier nicht untersucht.
PPS-43 (Sudajew)
Staatliche Werke der UdSSR, Erstfertigung im belagerten Leningrad · Sowjetunion · 1943- System
- Unverriegelter Masseverschluss, zuschießend, 7,62 × 25 mm, Klappschulter aus Stahl, Stangenmagazin für 35 Patronen, rund 700 Schuss/min
- Unterschied
- Die konsequente Fortsetzung derselben Logik: gegenüber der PPSch über 50 Prozent weniger Stahleinsatz, über 60 Prozent weniger Fertigungszeit, über 500 g weniger Gewicht und eine deutlich niedrigere Kadenz. Aufgegeben werden Holzschaft und Trommelmagazin.
- Befund
- Beweist, dass die PPSch nicht das Ende der Sparlinie war, sondern deren Mitte — und löst genau das Kadenzproblem, das der PPSch anhaftet. Ersetzt hat sie die PPSch im Krieg gleichwohl nicht.
Tokarew TT-33
Tulaer Waffenfabrik und weitere Werke · Sowjetunion · 1933- System
- Verriegelter Rückstoßlader, Browning-Kipp vereinfacht, 7,62 × 25 mm
- Unterschied
- Dieselbe Patrone, zwei Verschlussarten — und daran lässt sich die Registerthese prüfen: Bei 116 mm Lauflänge und Kurzwaffengewicht verlangt die Patrone eine Verriegelung, bei 269 mm Lauflänge und 3,63 kg genügt Masse.
- Befund
- Nicht die Patrone allein entscheidet über die Verriegelung, sondern die Patrone im Verhältnis zur verfügbaren Verschlussmasse. Die PPSch darf unverriegelt sein, weil sie schwer sein darf.
MPi K / MPi KM
VEB Gerätewerk Wiesa · DDR · 1959 plausibel- System
- Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss, verriegelt, Mittelpatrone 7,62 × 39 mm, Einzel- und Dauerfeuer
- Unterschied
- Die Waffe, welche die PPSch in der DDR ablöste. Sie erreicht dasselbe Ziel — beherrschbares Dauerfeuer aus der Hand — über die Patrone statt über die Verschlussmasse und behält dabei Gewehrreichweite.
- Befund
- Der Ablösezeitpunkt ist objektnah greifbar: PPSch im Bestand bis 1959, Umrüstung ab 1960. Damit ist sie die letzte Maschinenpistole im eigentlichen Wortsinn im ostdeutschen Dienst.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Trommelmagazin nur bedingt austauschbar
Die Trommeln wurden werkseitig an die einzelne Waffe angepasst und mit deren Seriennummer bezeichnet; je Waffe gehörten zwei dazu. Eine fremde Trommel sitzt mit Spiel im Schacht — mit den Folgen ungenügender Halterung und Zuführstörungen. Bei der Zustandsbeurteilung ist deshalb zuerst die Nummerngleichheit zu prüfen; eine nummernfremde Trommel ist kein Waffenmangel, sondern ein Zusammenstellungsmangel.
plausibel
-
Nennkapazität ist nicht Gebrauchskapazität
Die Trommel fasst nominell 71 Patronen; oberhalb von etwa 65 gilt Fehlzuführung als wahrscheinlich. Der Unterschied folgt aus der langen, gekrümmten Zuführstrecke und tritt bei Trommelmagazinen häufiger auf als bei Stangenmagazinen.
plausibel
-
Blechstärke der frühen Magazine
Frühe Magazine aus 0,5 mm Blech galten als störanfällig, spätere aus 1 mm Blech als brauchbar. Die Blechstärke ist damit Datierungs- und Funktionsmerkmal zugleich und am Einzelstück in Sekunden zu messen.
plausibel
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Hohe Kadenz bei geringem Gewicht
Rund 900 Schuss je Minute bei 3,63 kg ergeben einen Rückstoßstrom je Kilogramm Waffengewicht, der rund das Anderthalb- bis Doppelte des Wertes der MP 40 erreicht (Rechnung im Fließtext). Praktisch: sehr kurze Feuerstöße, hoher Munitionsverbrauch, geringe Trefferdichte jenseits naher Entfernungen. Die gefüllte Trommel wirkt dabei als willkommener Ballast — mit dem leichteren Stangenmagazin wird die Waffe im Dauerfeuer unruhiger, nicht ruhiger.
plausibel
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Mündungsfeuer und Knall durch den Kompensator
Der geschlossene Laufmantel lenkt die Pulvergase nach oben ab. Das verringert den Mündungsauftrieb — und verstärkt Mündungsfeuer und Knall erheblich, weil das Gas quer zur Schussrichtung aufreißt statt nach vorn abzuströmen. Eine Nahkampfwaffe zahlt hier mit Blendung des eigenen Schützen bei Dunkelheit.
plausibel
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Faserpuffer und Schafthals als Verschleiß- und Bruchstellen
Der Puffer am hinteren Gehäuseende ist ein Verbrauchsteil; ist er zerfallen, schlägt der Verschluss auf das Gehäuse und der hintere Gehäuseabschluss wird geschlagen. Der Holzschaft nimmt dieselben Anschläge und dazu die Feuchtigkeitswechsel des Feldgebrauchs auf — Risse im Schafthals sind das übliche Schadensbild. Beide sind allerdings mit einfachen Mitteln zu beheben, was bei einem gebrochenen Kunstharzteil nicht gilt.
ungeklärt
Verwendung
- Standardmaschinenpistole der Roten Armee ab 1941; bis Ende 1941 rund 92.000 Stück, 1942 etwa 1,5 Millionen, bis Kriegsende rund 5,4 Millionen
- Von der Wehrmacht als Beutewaffe unter der Fremdgerätnummer MP 717(r) geführt und unverändert weiterverwendet; daneben Umbauten auf 9 × 19 mm durch Laufwechsel und geänderten Magazinschacht für MP-40-Magazine, ohne amtliche Bezeichnung
- Nach 1945 als MPi 41 Teil der Erstausstattung der Deutschen Volkspolizei und der Kasernierten Volkspolizei, im Bestand bis 1959; ab 1960 Umrüstung auf die Kalaschnikow
- In den 1950er Jahren bei den Kampfgruppen der Arbeiterklasse neben Karabiner 98k, StG 44 und MG 42 geführt
- Lizenz- und Nachbauten unter anderem in China (Typ 50), Nordkorea (Typ 49), Ungarn (48 M) und Vietnam (K50M)
Quellen
- [Online] Wikipedia (de) — PPSch-41 Link
- [Online] Wikipedia (en) — PPSh-41 Link
- [Objektbefund] Forum Polizei_Geschichte Sachsen — Maschinenpistole „PPSch-41" , Inventarnummer W 018, Seriennummer 1688, aus der ehemaligen Waffentechnischen Sammlung der Schule für Versorgungsdienste der Deutschen Volkspolizei in Bautzen; dort als MPi 41 geführt Link
- [Online] Modern Firearms — PPSh-41 , Faserpuffer, Sicherungsschieber im Spannhebel, Umschalthebel im Abzugsbügel, Visierungswechsel, Blechstärken der Magazine, 900 Schuss/min Link
- [Objektbefund] Forgotten Weapons — The Iconic „Burp Gun" — Shooting the PPSh-41 , Schießbericht am Einzelstück; Kadenzangabe rund 1250 Schuss/min, Nachmessung etwa 1050; ausdrücklich die Magazine als Schwachpunkt Link
- [Online] Wikipedia (de) — PPS-43 , Stahleinsatz gegenüber der PPSch-41 um über 50 Prozent, Fertigungszeit um über 60 Prozent gesenkt Link
- [Online] Wikipedia (de) — Kampfgruppen der Arbeiterklasse , Bewaffnung der 1950er Jahre; führt „MPi 41" und „PPSch-41" nebeneinander auf und verweist bei „MPi 41" auf die Haenel-MP 41 Link
- [Literatur] McNab 2014 — Osprey Weapon Series: Soviet submachine guns of World War II , Quelle der Angabe „Streukreisverbesserung um rund 70 Prozent gegenüber der PPD"; hier nur als Zitat zweiter Hand über die englischsprachige Wikipedia greifbar, Original nicht eingesehen
- [Literatur] Bolotin — History of Soviet Small Arms and Ammunition , Ursprung der Angaben zu Bearbeitungsstunden (5,6 beziehungsweise 7,3 gegen 13,7 für die PPD) und Teilezahlen (87 gegen 95); zitiert nach der englischsprachigen Wikipedia, Original nicht eingesehen
- [Online] Bundesministerium der Justiz — Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen, Kriegswaffenliste Link