Nachwirkung · Österreich (Steyr)
Steyr GB (Pi 18, GB 80)
- Fertigung
- Steyr-Daimler-Puch AG
- Kaliber
- 9 × 19 mm
- Zeitraum
- 1981–1988
- Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden
Mehrfach unabhängig belegt sind: Hersteller, Kaliber, Bauart als gasgebremster Masseverschluss, feststehender Lauf, achtzehnschüssiges Magazin, Spannabzug ohne Sicherungshebel, Polygonlauf, Serienzeitraum 1981 bis 1988, Größenordnung 15.000 bis 20.000 Stück, die Niederlage gegen die Glock 17 in der österreichischen und gegen die Beretta 92 in der US-Erprobung sowie das unlizenzierte US-Nachbauprogramm L.E.S./Rogak P-18 aus Morton Grove, Illinois. Dessen Stückzahl ist dagegen WIDERSPRÜCHLICH: rund 2.300 bis zur Einstellung 1981 nach der Enzyklopädie von Wollert/Lidschun/Kopenhagen und den beiden Wikipedia-Fassungen, 1.000 bis 1.500 zwischen 1975 und 1980 nach einer amerikanischen Darstellung von 2020. Primärquellen sind zwei Patentschriften der Steyr-Daimler-Puch AG: US 3.886.844 (Erfinder Hannes Kepplinger und Karl Wagner, Priorität 6. Dezember 1972) und US 4.010.673 (Erfinder Hannes Kepplinger und Hermann Schweighofer, Priorität 28. November 1974). NICHT belegt ist die Bezeichnung „Barnitzke-System" als Herstellerbegriff: Steyr nennt das Prinzip Gasbremse, daher das Kürzel GB; beide Patentschriften nennen weder Barnitzke noch die Gustloff-Werke noch das Volkssturmgewehr. Die im Prüfverfahren zur Schrift von 1972 entgegengehaltenen fünf älteren Schriften sind sämtlich amerikanische Patente — US 1.834.021 (Destree, belgische Priorität 1929, erteilt 1931), US 2.340.293 (Balleisen 1944), US 3.018.694 (Browning 1962), US 3.261.264 (Wilson 1966) und US 3.411.407 (Pachmayr 1968); eine deutsche Kriegskonstruktion ist nicht darunter, wohl aber mit der Schrift Destrees eine gasgebremste Bauart, die Barnitzke um fünfzehn Jahre vorausgeht. Der Name stammt aus der Nachschlagewerks- und Sammlerliteratur: Popenker („developed by German engineer Barnitzke at the end of the WW2", ohne Quellenangabe), Hogg/Walter, davon abgeleitet die englischsprachige Wikipedia, und in derselben Linie eine amerikanische Darstellung von 2020. Die eng am Stück gearbeiteten Beschreibungen von Forgotten Weapons und American Rifleman verwenden ihn nicht. NICHT geklärt ist der Übertragungsweg. Die deutschsprachige Wikipedia lässt Steyr das Barnitzke-System Ende der 1960er Jahre bewusst wieder aufgreifen; die Passage trägt dort keinen Einzelnachweis, und als „Quelle" nennt der Artikel allein den Konstrukteur Kepplinger. Die englischsprachige Wikipedia führt denselben Satz und belegt ihn mit Wollert/Lidschun/Kopenhagen, S. 334 f. — ein Buchbeleg also, aber für diesen Eintrag nicht eingesehen; ob dort tatsächlich eine Übernahme behauptet wird, ist hier offen. WIDERSPRÜCHLICH ist die Lage der Gasentnahme: Die englischsprachige Wikipedia und die amerikanische Darstellung von 2020 verorten sie „in front of the chamber"; Popenker sagt das gerade nicht, sondern spricht nur von Gas, das „into the front part of the slide" geführt werde. Die Patentschrift von 1972 und die objektnahen Beschreibungen legen die Anzapfung mit Maß fest (zwei Bohrungen von 4,5 mm, 81 mm vor der Mündung bei 136 mm Lauflänge; unabhängig davon ein gedrehter Bund „at about the mid-point"). Die Patentschrift von 1974 beschreibt gerade den Wechsel von der einen zur anderen Lage als Erfindung und bestreitet der weit vorn liegenden Anzapfung ausdrücklich die selbsttätige Anpassung an die Ladungsstärke, die der Serienwaffe durchweg nachgerühmt wird; ob die Serienwaffe die Verbesserung übernahm, ist hier nicht geklärt. Dieser Eintrag folgt den Beschreibungen mit Maßangabe, hält den Widerspruch aber offen. NICHT belegt sind die Empfänger der kleinen Lieferungen einschließlich der Angabe zum Ministerium für Staatssicherheit, die Streukreisangaben, die Abzugskräfte, die Mündungsgeschwindigkeit sowie die Behauptung einer Ausführung im Kaliber 9 × 18 mm Ultra; sie alle stehen in einer einzigen Darstellung. Deren Gewährsmann ist der Konstrukteur selbst, was bei der Bewertung des Scheiterns zu berücksichtigen ist. WIDERSPRÜCHLICH sind ferner die Werkstoffe des Griffstücks — zwei verschweißte Blechprägehälften von 1,5 mm nach der ausführlichsten deutschsprachigen Beschreibung, Kohlenstoffstahl auch bei Popenker, dagegen Aluminium mit Polymerumspritzung in einer amerikanischen Objektbeschreibung —, die Visierlänge (160 gegen 162 mm), das Konstruktionsjahr (1968 gegen „Ende der 1960er Jahre") und die Frage der Erwärmung. Die Einstufung „militaerisch = false" folgt dem Fehlen jedes Einführungsaktes; die Waffe war als Ordonnanzpistole ausgelegt, wurde aber von keiner Streitkraft und keiner Behörde eingeführt.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Bei dieser Pistole ist der Lauf fest mit dem Griffstück verschraubt und bewegt sich beim Schuss überhaupt nicht. Über ihm sitzt das bewegliche Oberteil, das die Patrone einführt und die leere Hülse auswirft. Verhakt sind beide nicht miteinander; zugehalten wird der Lauf zunächst nur vom Gewicht dieses Oberteils, und für die verwendete Patrone wäre das allein zu wenig. Deshalb steckt zwischen beiden ein Kunstgriff. Das Oberteil umschließt die vordere Hälfte des Laufs wie ein Rohr; vorn sitzt eine abnehmbare Kappe, durch die der Lauf hindurchtritt und die dicht auf einem etwa sechs Millimeter breiten Absatz am Laufende aufliegt. Nach hinten begrenzt ein fest auf dem Lauf sitzender Ring den Zwischenraum, und zwar nicht durch Anpressen, sondern über einen ganz schmalen Spalt, der das Gas ausbremst statt es völlig abzusperren. So entsteht ein ringförmiger Hohlraum rund um den Lauf. Unmittelbar vor diesem Ring führen zwei Bohrungen in den Hohlraum. Sobald das Geschoss sie passiert hat, strömt heißes Gas hinein und drückt von innen gegen die vordere Kappe, also nach vorn und damit gegen die Richtung, in die das Oberteil laufen will. Das Gas treibt hier nichts an, es hält auf. Je kräftiger die Patrone geladen ist, desto stärker hält es. Sobald das Geschoss die Mündung verlassen hat, fällt der Druck im Lauf zusammen, das Gas strömt durch dieselben Bohrungen zurück, und erst dann läuft das Oberteil frei nach hinten, wirft die Hülse aus und schiebt beim Vorlauf die nächste Patrone in den Lauf. Bezahlt wird das mit einer engen Passung genau an der Mündung: Dort muss die Kappe dicht auf dem Laufabsatz sitzen, und genau dort legen sich auch die Rückstände des Schusses ab. Wird die Waffe heiß, dehnt sich das Laufende schneller als die Kappe, und der Verschluss lässt sich nicht mehr zurückziehen.
Nachwirkung. Gefertigt in Österreich und damit außerhalb des Untersuchungsraums. Der Eintrag steht hier, weil die Waffe eine Bauart fortsetzt, deren einziges Serienerzeugnis vor ihr im Untersuchungsraum entstand.
Das Register erwähnt diese Pistole an einem Dutzend Stellen, ohne sie zu führen, und es stützt auf sie eine Behauptung: Das Verschlussprinzip der GB werde in der Literatur ausdrücklich als Barnitzke-System geführt, nach dem Chefkonstrukteur der Gustloff-Werke in Suhl. Der Satz stimmt, aber er sagt weniger, als er zu sagen scheint. Er beschreibt eine Benennungspraxis der Nachschlagewerksliteratur und keine Herstellerangabe. Wer ihn ohne diesen Zusatz zitiert, macht aus einer Ähnlichkeit eine Herkunft.
Konstruktion
Der Lauf ist über ein Brillenstück fest mit dem Griffstück verschraubt und bewegt sich beim Schuss nicht. Der Verschluss umfasst seine vordere Hälfte; zwischen beiden bleibt ein Ringraum. Vorn schließt ihn eine Mündungskappe, die über eine Bajonettverbindung im Verschluss sitzt und vom Federführungsrohr der Schließfeder gegen Verdrehung gesichert wird; hinten schließt ihn ein fest auf dem Lauf sitzender Bund, der zugleich den Verschluss auf dem Lauf führt. In den Ringraum münden zwei Bohrungen im Lauf, unmittelbar vor diesem Bund und schräg zur Mündung angestellt.
Die beiden Abschlüsse sind nicht gleichartig, und das ist für die Zustandsbeurteilung wichtiger, als es aussieht. Der hintere Bund ist eine Labyrinthdichtung aus zwei schmalen Stegen von je 1,4 mm bei 16 mm Außendurchmesser; er liegt nicht an, sondern drosselt über einen engen Spalt, und eine amerikanische Objektbeschreibung nennt den Sitz im Verschluss folgerichtig einen Schiebesitz. Gasdicht ist die Waffe an einer einzigen Stelle: vorn, wo das Führungsrohr der Mündungskappe auf einem rund sechs Millimeter breiten Bund am Laufende sitzt, an dem sich der Laufdurchmesser von 11,9 auf 12,6 mm erweitert. Diese sechs Millimeter sind die ganze Dichtung des Systems.
Damit ist die Bremskammer beschrieben, und zugleich der Unterschied zur H&K P7. Die P7 setzt einen eigenen Zylinder mit Kolben unter den Lauf; die GB braucht keinen, weil Lauf und Verschluss die Zylinderpaarung selbst bilden. Genau diese Anordnung ist der Anspruch der Patentschrift von 1972: der Lauf als Kolben, der ihn umschließende Teil des Verschlusses als Zylinder, dazwischen der abgedichtete Ringraum.
Beim Schuss läuft der Verschluss zunächst ungebremst an. Sobald das Geschoss die Bohrungen passiert hat, strömt Gas in den Ringraum und drückt auf beide Stirnflächen: nach hinten auf den feststehenden Laufbund, nach vorn auf die Innenfläche der Mündungskappe. Nur die zweite Kraft ist mechanisch wirksam, weil nur die Kappe zum beweglichen Teil gehört, und sie zeigt gegen den Rücklauf. Die Innenfläche der Kappe ist etwas kleiner ausgelegt als der Hülsenboden. Deshalb bleibt immer eine Restkraft nach hinten übrig, der Verschluss steht nicht still, er wird nur langsamer, und die Bremswirkung wächst mit dem Gasdruck: Kräftig geladene Patronen erzeugen ihre eigene stärkere Bremse. Genau das machte die Waffe unempfindlich gegen die Streuung der 9-mm-Laborierungen und war ihr am häufigsten gelobtes Merkmal.
Naheliegend wäre nun der Gedanke, die Kammer arbeite zusätzlich als Luftfeder. Der Rücklauf verkleinert sie ja, weil die Kappe auf den feststehenden Bund zuwandert, und die Patentschrift von 1972 beansprucht die Bremswirkung aus dieser Volumenverkleinerung ausdrücklich. Bestätigen lässt sich das beim Nachrechnen nicht. Die Kammer bleibt über dieselben Bohrungen mit dem Laufinneren verbunden; sobald das Geschoss ausgetreten ist, fällt der Laufdruck, und das Gas strömt zurück, statt sich verdichten zu lassen. Die Beschreibung der Serienwaffe hält denselben Vorgang fest und spricht davon, der Verschluss pumpe die entspannten Gase während des Rücklaufs in den Lauf zurück. Die Bremskraft klingt also ab. Dieses Register kennzeichnet diese Einordnung als eigene Bewertung und nicht als Quellenaussage: Die Gasbremse ist eine Bremse aus dem Laufdruck und kein pneumatischer Dämpfer.
Der feststehende Lauf ist die zweite Eigenheit und der Grund für den Ruf der Waffe. Bei einem Kippverschluss nach Browning muss der Lauf nach jedem Schuss dieselbe Lage zum Griffstück wieder einnehmen, und die Visierung sitzt auf dem Verschluss, der sie führt. Hier kann der Lauf gar nicht wandern. Dazu kommt ein Nebeneffekt der Gasbremse: Weil die Mündungskappe gasdicht auf dem Bund am Laufende sitzen muss, ist das Verschlussvorderteil im Augenblick des Schusses auf der Mündung zentriert. Was als Dichtungsaufgabe gedacht war, wirkt als Lagerung — und dieselbe Passung ist der Grund, aus dem die Waffe warmgeschossen klemmen soll, weil sich das Laufende schneller ausdehnt als die Kappe. Die genannten Leistungen, Streukreise um drei Zentimeter auf 25 m aus der Schießmaschine mit Matchmunition, stammen allerdings aus einer herstellernahen Darstellung und sind hier nicht nachgemessen.
Wo die Gasentnahme sitzt
An dieser Stelle widersprechen sich die Quellen, und der Widerspruch betrifft nicht eine Nebenangabe, sondern den Kern der Bauart. Er ist außerdem in dieses Register bereits eingewandert.
| VG 1-5 (1945) | H&K P7 (1976) | Steyr GB (1981) | |
|---|---|---|---|
| Lauflänge | 374–380 mm | rund 105 mm | 136 mm |
| Bremskammer | Ringraum zwischen Lauf und mitlaufendem Rohr | eigener Zylinder unter dem Lauf | Ringraum zwischen Lauf und Verschluss |
| Anzapfung | vier Bohrungen rund 63 mm vor der Mündung | eine Bohrung dicht vor dem Patronenlager | zwei Bohrungen rund 81 mm vor der Mündung |
| Anteil des Geschossweges bis dahin | rund fünf Sechstel | wenige Prozent | rund ein Drittel |
Die Prozentangaben sind aus den Maßangaben gerechnet und keine Quellenaussage; sie unterstellen für die Patronenlagerlänge die üblichen Werte. Die 63 mm des Volkssturmgewehrs stehen im dortigen Eintrag selbst nur in einer Quelle. Belegt sind die Bohrungsmaße der GB durch die ausführlichste deutschsprachige Beschreibung, die zwei Bohrungen von 4,5 mm Durchmesser 81 mm vor der Mündung angibt, unmittelbar vor einer Labyrinthdichtung von 16 mm Außendurchmesser. Unabhängig davon beschreibt eine amerikanische Objektbeschreibung einen gedrehten Bund etwa auf halber Lauflänge und die Gasbohrung an dessen Vorderkante. Beide Beschreibungen decken sich mit der Patentschrift von 1972, in der die Querbohrungen vor dem Kolbenbund unmittelbar in den Ringraum münden.
Ein Teil der Nachschlagewerksliteratur sagt etwas anderes, und es lohnt, hier genau zu sein. Die englischsprachige Wikipedia und eine amerikanische Darstellung von 2020 verorten die Anzapfung „in front of the chamber”, also dicht hinter dem Patronenlager. Popenker, den beide als Urheber des Namens führen, sagt das gerade nicht; bei ihm wird das Gas nur „into the front part of the slide” geleitet, was mit der gemessenen Lage bestens zusammengeht. Die Zuschreibung „vor dem Patronenlager” ist damit schmaler abgestützt, als sie aussieht.
Sie beschreibt zudem die Anordnung der zweiten Patentschrift von 1974. Diese verlegt die Querbohrungen tatsächlich dicht vor das Patronenlager und führt das Gas durch geschlossene Längsnuten unter einer aufgeschobenen Hülse nach vorn in den Ringraum. Die Schrift begründet das ausdrücklich damit, dass bei der vorbekannten Anordnung, also bei Bohrungen in großem Abstand vor dem Patronenlager, der Verschluss bereits erhebliche Geschwindigkeit habe und die Hülse schon ein gutes Stück aus dem Lager gezogen sei, bevor sich im Ringraum überhaupt Druck aufbaue; bei stark geladener Munition könnten deshalb Hülsen reißen. Die Erfindung von 1974 ist also die Kritik an der Bauart von 1972, aus demselben Haus und von einem der beiden Erfinder.
Sie geht aber noch weiter, und das ist der unbequeme Teil. Die Schrift von 1974 beansprucht die selbsttätige Anpassung an die Ladungsstärke ausdrücklich als Vorteil der neuen Lage: Nur nahe am Patronenlager hänge der Druck stark von der Ladung ab, im vorderen Laufteil dagegen kaum, weshalb die alte Anordnung auswechselbare Endkappen mit verschieden großen Öffnungen gebraucht habe — die der Schütze zu wechseln vergessen könne. Genau diese Unempfindlichkeit gegen Laborierungen ist das am häufigsten gelobte Merkmal der Serienwaffe, und diese hat keine Wechselkappen. Damit steht die gemessene Lage der Bohrungen gegen die gerühmte Eigenschaft.
Vier Aussagen also, die sich nicht zusammenfügen: Die Serienwaffe wird mit Maß auf etwa zwei Fünfteln der Lauflänge angezapft beschrieben. Die Patentschrift von 1974 erklärt genau diese Lage für unzureichend. Ein Teil der Nachschlagewerksliteratur behauptet die Lage von 1974 für die Serienwaffe. Und die Serienwaffe zeigt die Eigenschaft, die nach der Schrift von 1974 nur die Lage von 1974 hergibt. Welche Ausführung ab 1981 tatsächlich gefertigt wurde, ist an einem gemessenen Stück in wenigen Minuten zu klären und hier nicht geklärt. Dieser Eintrag folgt den Beschreibungen mit Maßangabe, weil Maße schwerer wiegen als Übernahmen, und benennt den Widerspruch.
Für das Register folgt daraus kein Austausch, sondern ein Vorbehalt. Die Vergleichstabellen in den Einträgen zum VG 1-5 und zur Gustloff-Volkspistole führen für die Steyr GB die Anzapfung „vor dem Patronenlager” und stellen sie darin mit der P7 zusammen gegen die späte Bremse des Volkssturmgewehrs. Diese Zuordnung ist nicht gesichert; sie gibt eine von zwei Überlieferungen wieder und gehört als strittig gekennzeichnet. Trifft die gemessene Lage zu, dann liegt die GB zwischen beiden Vergleichsstücken: Ihre Bremse setzt später ein als die der P7 und weit früher als die des Volkssturmgewehrs, und da der Druck einer Pistolenpatrone sein Maximum in den ersten Zentimetern des Geschossweges erreicht, wirkte auch sie erst nach dem Druckmaximum. Diese Folgerung kennzeichnet das Register als eigene Bewertung und nicht als Quellenaussage.
Die Barnitzke-Zuschreibung
Nun zur Namensfrage, wegen der dieser Eintrag geschrieben wurde. Sie zerfällt in drei Teile, die getrennt zu beantworten sind: Trägt Steyr den Namen selbst? Stimmt die Übereinstimmung der Bauart? Und ist die Herleitung belegt?
Steyr nennt das Prinzip nicht so. Die Werksbezeichnung lautet Gasbremse, daraus das Kürzel GB. Die beiden Patentschriften der Steyr-Daimler-Puch AG nennen weder Karl Barnitzke noch die Gustloff-Werke noch das Volkssturmgewehr. Die Schrift von 1974 spricht von einer „bekannten Handfeuerwaffe dieser Art” und lässt offen, welche gemeint ist. Die im Prüfverfahren zur Schrift von 1972 entgegengehaltenen fünf älteren Schriften sind sämtlich amerikanische Patente, das früheste von Joseph Destree aus Brüssel mit belgischer Priorität von 1929, erteilt 1931; es beschreibt bereits eine Waffe, deren Verschlussrücklauf mit abgezweigtem Gas gedämpft wird. Eine deutsche Kriegskonstruktion ist nicht darunter, wohl aber eine dokumentierte gasgebremste Bauart, die Barnitzke um fünfzehn Jahre vorausgeht. Ein Herstellerbeleg für die Bezeichnung liegt damit nicht vor.
Die Bauart entspricht einander. Feststehender Lauf, Ringraum zwischen Lauf und einem mitlaufenden Teil, radiale Bohrungen im Lauf, Kraft nach vorn gegen eine Ringfläche des beweglichen Teils, Kammer über dieselben Bohrungen mit dem Laufinneren verbunden: Diese fünf Merkmale treffen auf das Volkssturmgewehr und auf die GB gleichermaßen zu, und sie sind an beiden Stücken nachprüfbar. Eine objektnahe amerikanische Beschreibung nennt die Systeme deshalb praktisch identisch. Das ist eine Aussage über Bauteile und nicht über Personen, und nur solche Aussagen trägt dieses Register als Abstammungsargument.
Die Herleitung ist nicht geklärt. Woher der Name kommt, lässt sich verfolgen: aus der Nachschlagewerksliteratur, namentlich von Popenker, der ihn ohne jede Quellenangabe setzt, und aus Hogg/Walter; von dort in die englischsprachige Wikipedia und weiter in eine amerikanische Darstellung von 2020, die ihn heute unbefangen als Systembegriff verwendet. Die eng am Stück gearbeiteten Beschreibungen kommen ohne ihn aus.
Die deutschsprachige Wikipedia geht am weitesten und lässt Steyr das Barnitzke-Verschlusssystem Ende der 1960er Jahre bewusst wieder aufgreifen. Dort steht die Passage ohne Einzelnachweis, und als „Quelle” nennt der Artikel allein den Konstrukteur Kepplinger. Ein Konstrukteur, der dreißig Jahre später erklärt, woran er sich angelehnt habe, ist eine ernstzunehmende Auskunft und kein Dokument. Die englischsprachige Fassung desselben Satzes belegt ihn allerdings mit Wollert/Lidschun/Kopenhagen, Schützenwaffen 1945–1985, S. 334 f. Damit steht hinter der Übernahmebehauptung möglicherweise doch ein gedruckter Beleg, und zwar ausgerechnet einer aus einem DDR-Verlagshaus. Dieser Band lag für diesen Eintrag nicht vor. Was dort tatsächlich steht, entscheidet die Frage, und solange das ungeprüft ist, wäre es unredlich zu behaupten, es gebe nichts als eine mündliche Auskunft.
Für dieses Register heißt das: Die Einordnung als Nachwirkung bleibt, weil sie sich auf die Fortsetzung einer Bauart stützt und diese Fortsetzung am Bauteil nachprüfbar ist. Der Übertragungsweg dagegen ist offen. Karl Barnitzke hat nie für Steyr gearbeitet, kein bekanntes Steyr-Dokument nennt ihn, und die Ähnlichkeit zweier Konstruktionen beweist keine Kenntnisnahme — zumal die Prüfstelle 1972 mit Destrees Schrift von 1929 eine noch ältere gasgebremste Bauart kannte, die niemandes Namen trägt. Wer „Barnitzke-System” schreibt, benutzt einen Literaturnamen. Wer daraus ohne Vorlage einer Akte oder einer Fundstelle eine Linie von Suhl nach Steyr macht, überdehnt ihn. Siehe Methodik.
Entwicklung
Die Arbeit begann Ende der 1960er Jahre, und sie begann ohne Auftrag. Steyr-Daimler-Puch kannte die Vorstellungen des österreichischen Bundesheeres über eine neue Dienstpistole aus den gewachsenen Beziehungen und entwickelte auf eigenes Risiko; ein Lastenheft gab es nicht. Ersetzt werden sollten die Walther P 38 und die Colt M1911 aus Wehrmachtsbeständen sowie die Browning HP der Gendarmerie. Die Entwicklungsbezeichnung Pi 18 wies auf die Magazinkapazität hin, die für die Zeit ungewöhnlich war.
| Jahr | Vorgang |
|---|---|
| 6. Dezember 1972 | Priorität der ersten Patentschrift, Erfinder Kepplinger und Wagner |
| 1972 | Erste Gebrauchsmuster beim Bundesheer; kein Vertrag |
| 28. November 1974 | Priorität der zweiten Patentschrift, Erfinder Kepplinger und Schweighofer |
| Mitte der 1970er | Fertigungsunterlagen des Vorserienstücks gelangen zum US-Vertreter Rogak |
| 1981 | Fertigungsbeginn der GB |
| 1982/83 | Erprobung des Bundesheeres; die Glock 17 gewinnt |
| 1984/85 | Teilnahme an der US-Erprobung XM9; der Zuschlag geht an die Beretta 92 |
| 25. November 1988 | Letzte Lieferung von 633 Stück in die USA |
Der Bruch liegt zwischen der zweiten und der dritten Zeile. Die Waffe war 1972 vorführbereit und kam erst neun Jahre später in Fertigung. Die ausführlichste Darstellung erklärt das mit einem Koppelgeschäft: Steyr habe rund 5.000 unverkaufte Maschinenpistolen MPi 69 auf Lager gehabt, sie dem Bundesheer angeboten und die Pistole als Zugabe angehängt; über diesen Zuschnitt sei man sich nicht einig geworden. Belegt ist der Vorgang nicht, und er stammt vom Konstrukteur der Pistole. Nachprüfbar bleibt allein das Ergebnis. Als die GB 1982 auf den Markt kam, war die Glock 17 im selben Jahr fertig, und der amerikanische Markt kannte die Bauart bereits, allerdings von der falschen Seite.
Fertigung
Die Waffe ist in Ganzstahl ausgeführt, wird aber nicht überwiegend zerspant. Das Griffstück besteht nach der ausführlichsten Beschreibung aus zwei verschweißten Blechprägehälften von 1,5 mm Wandstärke, nachträglich einsatzgehärtet; der Abzugsbügel ist ein angeschraubtes Polymerteil. Polymer für das Griffstück selbst hatte Steyr erwogen und verworfen, weil hochwertige Pressen im Haus standen und Spritzgussanlagen erst zu beschaffen gewesen wären. Diese Entscheidung ist im Rückblick die teuerste des Vorgangs, denn zwei Jahre später gewann in Österreich ein Haus die Ausschreibung, das sie umgekehrt getroffen hatte.
Aufwendig ist die Waffe an anderer Stelle. Die Reaktionskammer ist innen hartverchromt, stark belastete Flächen sind induktiv gehärtet, der Lauf ist gehämmert und innen wie außen hartverchromt. Geschmiert wird nicht; die Betriebsanleitung weist ausdrücklich darauf hin, und die Führungen sind so ausgelegt, dass sie trocken laufen. Für eine Waffe, deren Führungsfläche zugleich Bremsfläche ist, ist das keine Bequemlichkeit, sondern Bedingung: Öl im Ringraum bindet Rückstände.
Eine amerikanische Objektbeschreibung gibt das Griffstück abweichend als Aluminium mit Polymerumspritzung an. Sie steht damit allein: Popenker nennt Rahmen und Verschluss aus Kohlenstoffstahl. Der Widerspruch bleibt hier trotzdem stehen; an einem zerlegten Stück ist er in Sekunden zu entscheiden, und eine Objektbeschreibung wiegt schwerer als ihre Zahl.
Varianten
Die Bezeichnungen sind eine eigene Fehlerquelle. Pi 18 ist die Entwicklungsbezeichnung bis etwa 1980. GB ist die Serienbezeichnung ab 1981; GB 80 begegnet daneben als Hinweis auf die zivile Markteinführung und bezeichnet keine andere Ausführung. Die Serienwaffe ist gegenüber dem Pi 18 allerdings sichtbar überarbeitet: kantiger Abzugsbügel, geänderter Verschlussfang- und Entspannhebel, aufgerauhte Griffstückoberfläche — nach der einen Darstellung ausdrücklich auch deshalb, um sie vom Rogak-Nachbau unterscheidbar zu machen, der die Silhouette des Pi 18 trug. Zivile und militärische Stücke unterscheiden sich in der Oberfläche: das zivile Griffstück trägt einen anthrazitfarbenen Einbrenn-Schrumpflack, das militärische ist wie der Verschluss nur phosphatiert. 1986 bot Steyr einen Kompensator an, der anstelle der Mündungskappe eingesetzt wurde und deshalb nicht auf den Lauf, sondern auf den Verschluss wirkte.
Die L.E.S./Rogak P-18 ist keine Variante, sondern ein unlizenzierter Nachbau. Der amerikanische Steyr-Vertreter erhielt Mitte der 1970er Jahre von einem Steyr-Mitarbeiter die Fertigungsunterlagen des Vorserienstücks; eine Lizenzvereinbarung bestand nicht, und Steyr hat das später schriftlich bestritten. Gefertigt wurde in Morton Grove, Illinois, aus rostfreiem Stahl und in einer Qualität, die der Waffe in der amerikanischen Presse den Spitznamen „Jammatic” eintrug. Die Stückzahl ist strittig: rund 2.300 bis zur Einstellung 1981 nach der einen Überlieferung, 1.000 bis 1.500 zwischen 1975 und 1980 nach der anderen. Als die echte GB 1982 in die Vereinigten Staaten kam, traf sie auf einen Markt, der ihre Silhouette bereits kannte und mit einer schlechten Waffe verband.
Eine Ausführung im Kaliber 9 × 18 mm Ultra wird genannt, aber nur an einer Stelle und ohne Objektnachweis. Sie ist hier nicht geführt.
Verwendung
Eingeführt wurde die GB nirgends. In der Erprobung des österreichischen Bundesheeres ab Mitte 1982 standen ihr die Beretta 92, die Glock 17, eine geringfügig geänderte H&K P7 als P 80 sowie mehrere SIG-Modelle gegenüber. Die Entscheidung fiel 1983 zugunsten der Glock; der Anfangsbedarf lag bei 25.000 Stück, beschafft wurden rund 28.000. Ab 1984 folgte die US-Erprobung XM9, aus der Anfang 1985 die Beretta 92 als Sieger hervorging, gestützt auf Preis und eine bereits vorhandene Fertigung in Maryland.
Was blieb, waren kleine Lieferungen an Sonderverwender. Genannt werden Libanon, Pakistan, amerikanische Sonderverbände, zehn Stück für das westdeutsche Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und rund einhundert Stück, die das Ministerium für Staatssicherheit der DDR über die Vereinigten Staaten beschafft haben soll. Die letzte Angabe wäre für dieses Register die interessanteste, und sie ist zugleich die schwächste: Sie steht in einer einzigen Darstellung, deren Gewährsmann der Konstrukteur ist, und ließ sich in den Beständen zur Beschaffungspraxis des MfS nicht bestätigen. Sie ist hier verzeichnet, damit sie geprüft werden kann, und nicht, weil sie belegt wäre.
Für die Bestimmung
Vier Merkmale halten die GB von allem auseinander, was ihr ähnlich sieht.
- Die Mündungskappe. Am Verschlussvorderteil sitzt eine abnehmbare Kappe mit Bajonettverbindung, die das Federführungsrohr gegen Verdrehung sichert. Keine andere Dienstpistole der Zeit hat sie. Sie ist zugleich der Einstieg beim Zerlegen.
- Der Lauf bleibt am Griffstück. Nimmt man den Verschluss ab, steht der Lauf still auf dem Griffstück. Damit sind alle Kippverschlüsse nach Browning ausgeschlossen, auch die Beretta 92 mit ihrem Schwenkriegel.
- Bohrungen und Laufbund. Ein Loch im Pistolenlauf beweist keinen Gasdrucklader. Es gilt derselbe Prüfsatz wie beim Volkssturmgewehr: Treibt das abgezweigte Gas ein Teil an, oder hält es eines auf? Hier hält es auf.
- Das Magazin. Achtzehn Patronen zweireihig, Lippen im Patronendurchmesser, Beladen von oben. Wer ein GB-Magazin einmal gefüllt hat, verwechselt es nicht.
Zur Abgrenzung gegen die L.E.S./Rogak P-18: Diese ist aus rostfreiem Stahl gefertigt und trägt die Bezeichnung des amerikanischen Fertigers; die Steyr-Stücke sind lackiert oder phosphatiert und entsprechend bezeichnet. Sie folgt außerdem der glatten Silhouette des Pi 18, während die Serien-GB den kantigen Abzugsbügel und die überarbeiteten Bedienhebel trägt. Die Verarbeitungsgüte unterscheidet beide ohnehin auf den ersten Blick. Für die Zustandsbeurteilung eines Steyr-Stücks ist der Bund am Laufende mit der Innenfläche der Mündungskappe der erste Prüfpunkt, danach der hintere Laufbund. Dort entscheidet sich, ob die Gasbremse noch dicht ist, und Verschleiß oder Verkrustung an dieser Stelle verändert das Funktionsbild, bevor am Lauf etwas zu sehen wäre.
Einordnung
Erstens als Nachweis, dass die Bauart trug. Der Eintrag zum Volkssturmgewehr hält fest, dass der gasgebremste Masseverschluss die schmale dritte Spur zwischen Masse und Verriegelung ist. Die GB zeigt, was diese Spur unter guten Bedingungen hergibt: eine Ordonnanzpistole von 845 g für die volle 9 × 19 mm, unempfindlich gegen Laborierungsunterschiede, mit feststehendem Lauf und dem entsprechenden Präzisionsgewinn. Die Suhler Konstruktion von 1944/45 war eine Notlösung; dieselbe Bauart, ohne Not gefertigt, ergibt etwas anderes.
Zweitens als Prüfstein für die eigene Zuschreibungsdisziplin. Dieses Register hat sich bei der MP 18,I schon einmal auf eine Namenszuschreibung verlassen, die nicht trug, und daraus die Regel gezogen, dass der Konstrukteur kein Herstellernachweis ist. Der Fall hier liegt anders und ist doch verwandt: Nicht ein Betrieb, sondern eine Abstammung soll über einen Personennamen belegt werden. Der Name steht in der Literatur, die Bauart steht am Bauteil, die Übertragung steht nirgends. Diese drei Ebenen auseinanderzuhalten ist die ganze Arbeit.
Drittens als Zeitfrage. Die GB war 1972 fertig und kam 1982 in den Handel. In diesen zehn Jahren verschob sich, was eine Dienstpistole ausmacht, und zwar nicht beim Verschluss, sondern beim Werkstoff, beim Preis und bei der Zahl der Bedienelemente. Die Glock 17 gewann die österreichische Ausschreibung mit rund 33 Teilen und einem Polymergriffstück gegen eine Waffe, die in der Schussleistung vorn gelegen haben soll. Der H&K P7 erging es im selben Jahrzehnt ähnlich. Zwei aufwendige Gegenentwürfe, dieselbe Bauart, dasselbe Ergebnis: Der gasgebremste Masseverschluss ist an seinem Fertigungsaufwand gescheitert und nicht an seiner Physik.
Waffenrechtliches
Die GB ist eine halbautomatische Selbstladepistole ohne Dauerfeuer und damit keine Kriegswaffe nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Als Kurzwaffe für Zentralfeuermunition ist sie erlaubnispflichtig. Dieses Register gibt keine Rechtsauskunft. Siehe Methodik.
Ein Punkt ist gegenüber dem Volkssturmgewehr bemerkenswert. Dessen serienmäßiges Magazin fasst 30 Patronen; für halbautomatische Langwaffen zieht die Waffenliste die Grenze bei mehr als zehn Patronen, für Kurzwaffen bei mehr als zwanzig. Das achtzehnschüssige Magazin der GB, in den 1980er Jahren ihr auffälligstes Verkaufsargument, bleibt darunter. Dieselbe Bauart, zwei völlig verschiedene rechtliche Lagen — und der Unterschied hängt nicht an der Technik, sondern allein an Waffengattung und Magazinkapazität.
Offene Forschungsfragen. Erstens die Anzapfung: Wo sitzen die Gasbohrungen an einem gemessenen Serienstück von 1981 oder später, dicht vor dem Patronenlager oder auf halber Lauflänge, und gibt es Längsnuten unter einer aufgeschobenen Hülse? Und findet sich am Serienstück eine wechselbare Mündungskappe mit Entlastungsbohrung, wie sie die Patentschrift von 1974 der älteren Anordnung zuschreibt? Diese Fragen entscheiden die Systemtabelle dieses Registers und sind an einem zerlegten Stück in Minuten zu beantworten. Zweitens die Zuschreibung: Was steht bei Wollert/Lidschun/Kopenhagen auf S. 334 f. tatsächlich — die englischsprachige Wikipedia belegt die Übernahmebehauptung mit diesen Seiten, eingesehen sind sie hier nicht. Und existiert im Firmenarchiv der Steyr-Daimler-Puch AG oder in den Unterlagen des Konstruktionsbüros ein Vorgang, der auf die Gustloff-Konstruktion Bezug nimmt? Ohne beides bleibt „Barnitzke-System” ein Literaturname. Drittens die österreichische Erprobung 1982/83: Sind die Erprobungsberichte des Bundesheeres zugänglich, und stützen sie die Darstellung, die GB habe in der Schussleistung vorn gelegen? Viertens die Lieferung an das MfS: Findet sich in den Beschaffungsakten des Ministeriums für Staatssicherheit ein Vorgang über österreichische Pistolen, und über welchen Weg lief er? Fünftens die Erwärmung: Die Angaben reichen von Verbrennungen an der Hand bis zur störungsfreien Werkserprobung über 40.000 Schuss je Waffe; ein dokumentierter Schießversuch mit Temperaturmessung würde das entscheiden.
Konstruktion
- Verschluss
- Gasgebremster Masseverschluss ohne jede Verriegelung. Die Bremskammer ist der Ringraum zwischen dem feststehenden Lauf und dem Vorderteil des Verschlusses; ein gesonderter Zylinder wie bei der H&K P7 entfällt. Vorn schließt eine mit Bajonettverbindung im Verschluss gehaltene Mündungskappe die Kammer und sitzt dabei gasdicht auf einem rund 6 mm breiten Bund am Laufende; hinten begrenzt sie ein fest auf dem Lauf sitzender Bund, der als Labyrinthdichtung aus zwei schmalen Stegen ausgeführt ist und drosselt, statt anzuliegen.
- Ladeprinzip
- Rückstoßlader, unverriegelt, gasgebremst — kein Gasdrucklader: Das abgezweigte Gas treibt nichts an, es wirkt der Öffnung entgegen. Der Lauf ist über ein Brillenstück fest mit dem Griffstück verschraubt und läuft nicht zurück.
- Zuführung
- Zweireihiges Stangenmagazin, 18 Patronen. Der Abstand der Magazinlippen entspricht dem Patronendurchmesser, geladen wird deshalb von oben wie bei einem Maschinenpistolenmagazin. Magazinkörper, Boden und Zubringer sind Blechprägeteile.
- Abzug
- Spannabzug (DA/SA) mit Entspannhebel. Eine Darstellung nennt rund 75 N Abzugskraft im Spannabzug und rund 22 N nach dem Spannen; die Schlagfedern sind als Torsionsfedern seitlich auf der Hahnachse angeordnet.
- Sicherung
- Kein Sicherungshebel. Innenliegende Fallsicherung, Sicherheitsrast und eine Zündstiftsperre beim Betätigen des Entspannhebels; gesichert wird durch Entspannen, nicht durch Sperren.
- Visierung
- Feste offene Visierung, Balkenkorn und verschiebbare Rechteckkimme, beide mit Leuchtpunkten; Visierlänge rund 160 mm. Eine abgesetzte Visierschiene fehlt.
- Züge und Drall
- dreieckiges Polygonprofil, Drallänge 220 mm
Maße und Leistung
- Länge
- 216 mm
- Lauflänge
- 136 mm
- Gewicht
- 845 g mit leerem Magazin, 1.285 g geladen
- Magazin
- 18 Patronen (Magazin leer 120 g, gefüllt 340 g)
- V₀
- munitionsabhängig etwa 350 bis 450 m/s — Angabe einer einzigen Darstellung, nicht nachgemessen
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Ruhelage
Verschluss vorn, Patrone im Lager, Hahn entspannt. Der Lauf sitzt fest im Griffstück; gehalten wird das Patronenlager allein von der Verschlussmasse und der Schließfeder. Die Mündungskappe steht in ihrer vorderen Lage und schließt den Ringraum um den Lauf gasdicht auf dem Bund am Laufende; nach hinten begrenzt ihn der Laufbund mit seiner Labyrinthdichtung, die drosselt, statt anzuliegen. Mechanisch ist das der Zustand einer Pistole mit Masseverschluss, nur mit einer Patrone, für die die Masse allein nicht reicht.
- 2
Abziehen
Beim ersten Schuss zieht die Abzugsstange den Hahn über den Spannabzug durch, danach greift der Abzugsstollen in die Rast des vom Verschluss gespannten Hahns. Ein Sicherungshebel ist nicht vorhanden; entspannt wird über einen eigenen Hebel, der zugleich den Zündstift sperrt.
- 3
Zündung und erste Rücklaufphase
Der Gasdruck presst die Hülse gegen den Stoßboden. Solange das Geschoss die Gasbohrungen nicht erreicht hat, wirkt keine Bremse; diese Phase trägt allein die Trägheit der Verschlussmasse. Sie ist kurz, weil die Bohrungen bereits nach etwa einem Drittel des Geschossweges liegen.
- 4
Gaseintritt in den Ringraum
Passiert das Geschoss die beiden zur Mündung hin schräg angestellten Bohrungen, strömt Gas in den Ringraum. Es drückt nach hinten gegen den fest auf dem Lauf sitzenden Laufbund und nach vorn gegen die Innenfläche der Mündungskappe. Wirksam ist nur die zweite Kraft, denn die Kappe sitzt im Verschluss; sie zeigt nach vorn und damit gegen den Rücklauf.
- 5
Anpassung an die Ladung
Die Angriffsfläche in der Kappe ist etwas kleiner ausgelegt als der Hülsenboden. Damit bleibt eine Restkraft nach hinten, und die Bremswirkung wächst mit dem Gasdruck: Eine stark geladene Patrone bremst stärker als eine schwache. Ein Verstellorgan hat die Serienwaffe nicht. Die Patentschrift von 1974 bestreitet allerdings, dass diese Anpassung bei weit vorn liegender Anzapfung überhaupt trägt — dazu unten der Abschnitt zur Gasentnahme.
- 6
Druckabfall und Freigabe
Sobald das Geschoss die Mündung verlassen hat, fällt der Laufdruck. Der Ringraum bleibt über dieselben Bohrungen mit dem Laufinneren verbunden, das Gas strömt dorthin zurück, und die Bremskraft klingt ab. Eine pneumatische Verdichtung findet nicht statt, obwohl der Rücklauf den Ringraum verkleinert.
- 7
Rücklauf, Auszug, Auswurf
Der Verschluss läuft an, zieht die Hülse aus, wirft sie aus und spannt den Hahn. Dabei schiebt die Mündungskappe die entspannten Gase aus dem Ringraum in den Lauf zurück; ein Teil entweicht nach vorn, sobald die Kappe von dem schmalen Bund am Laufende heruntergelaufen ist und der Spalt zwischen Laufwandung und Kappe aufgeht. Die Nachladearbeit leistet die Verschlussmasse allein.
- 8
Vorlauf und Zuführung
Die Schließfeder treibt den Verschluss vor, das Magazin gibt die nächste Patrone ab. Die vordere Endlage ist zugleich die Schussstellung; die Mündungskappe fährt dabei wieder gasdicht auf den Bund am Laufende.
- 9
Entspannen
Der Entspannhebel sperrt den Zündstift und lässt den Hahn ab. Die Waffe wird mit Patrone im Lager und entspanntem Hahn geführt; der erste Schuss läuft dann wieder über den Spannabzug.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Ausgangslage: Kein Riegel, keine Rollen. Der Verschluss wird nur von seiner Masse und der Schließfeder gehalten — wie beim einfachen Masseverschluss.
- 2 Gasentnahme als Bremse: Beim Schuss strömt Pulvergas durch Bohrungen aus dem Lauf in einen Ringraum oder Zylinder und drückt dort gegen eine Fläche der beweglichen Baugruppe. Diese Kraft wirkt der Öffnungsbewegung ENTGEGEN — der Gasdruck bremst den Verschluss, statt ihn wie beim Gasdrucklader anzutreiben.
- 3 Abklingen: Sobald der Laufdruck fällt, strömt das Gas durch dieselben Bohrungen zurück; die Bremskraft klingt ab, und der Verschluss öffnet. Der Ringraum verdichtet dabei nicht — es ist eine Druck-, keine Dämpferkennlinie.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
Volkssturmgewehr VG 1-5 (Gustloff)
Gustloff-Werke · Deutschland (Suhl oder Weimar, ungeklärt) · 1944 plausibel- System
- Gasgebremster Masseverschluss, Ringraum zwischen Lauf und mitlaufendem Rohr, vier Bohrungen rund 63 mm vor der Mündung, 7,92 × 33 mm Kurz
- Unterschied
- Dieselbe Bauart und dieselbe Kammergeometrie: fester Lauf, mitlaufende Buchse, Kraft nach vorn gegen den Rücklauf. Der Unterschied liegt in der Lage der Anzapfung. Beim Volkssturmgewehr sitzt sie nach rund fünf Sechsteln des Geschossweges, bei der GB — folgt man den Beschreibungen mit Maßangabe — nach rund einem Drittel.
- Befund
- Das Vergleichsstück, an dem die Zuschreibung hängt. Belegt ist die Übereinstimmung der Bauart am Bauteil; nicht belegt ist, dass Steyr die Suhler Lösung bewusst aufgriff.
Heckler & Koch P7
Heckler & Koch · Deutschland (Oberndorf am Neckar) · 1976 plausibel- System
- Gasgebremster Masseverschluss mit eigenem Zylinder und Kolben unter dem Lauf, Anzapfung dicht vor dem Patronenlager, 9 × 19 mm
- Unterschied
- Gleiches Kaliber, gleiche Grundidee, gleiches Jahrzehnt, zwei Bauartlösungen. Die P7 setzt eine gesonderte Zylinderbaugruppe unter den Lauf und zapft dicht am Patronenlager an; die GB verwendet den Ringraum zwischen Lauf und Verschluss und zapft nach den Beschreibungen mit Maßangabe 81 mm vor der Mündung an, also rund 55 mm hinter dem Patronenlager.
- Befund
- Der unmittelbarste Vergleich, den die Bauart hergibt. Er trennt die Frage der Kammerbauform von der Frage des Wirkungszeitpunkts.
Glock 17
Glock · Österreich (Deutsch-Wagram) · 1982 plausibel- System
- Verriegelter Rückstoßlader mit laschenlosem Kippverschluss, teilgespannter Schlagbolzen, Polymergriffstück, 9 × 19 mm
- Unterschied
- Beide traten 1982/83 in derselben österreichischen Erprobung an. Die GB ist die aufwendigere Konstruktion aus Stahl mit unverriegeltem, gasgebremstem Verschluss, die Glock die einfachere aus Polymer und Kippverschluss mit rund 33 Teilen.
- Befund
- Die Entscheidung fiel gegen die GB, und sie fiel im eigenen Land. Wer wissen will, warum die Bauart nicht weiterging, findet die Antwort weniger in der Physik als in dieser Ausschreibung.
Pistole 38
Carl Walther · Deutschland (Zella-Mehlis) · 1938- System
- Verriegelter Rückstoßlader mit fallendem Verriegelungsstück, Spannabzug und Entspannhebel, 9 × 19 mm
- Unterschied
- Die Waffe, die die GB in Österreich ersetzen sollte, und zugleich der konstruktive Gegenpol: Die P 38 verriegelt formschlüssig und lässt den Lauf zurücklaufen, die GB verriegelt gar nicht und lässt den Lauf stehen.
- Befund
- Zeigt, was der feststehende Lauf einbringt und was er kostet. Der Preis ist nicht die Verriegelung, sondern die gasdichte Passung, die an ihre Stelle tritt.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Bremsfläche und Führungsfläche sind dieselbe Fläche
Der Ringraum um den Lauf ist Bremskammer und Verschlussführung zugleich — derselbe Befund wie beim Volkssturmgewehr. Rückstände legen sich genau dort ab, wo die Passung gasdicht bleiben muss, nämlich am Bund des Laufendes unter der Mündungskappe. Leserberichte auf einer objektnahen Seite nennen Funktionsstörungen, sobald sich um die Gashülse Verschmutzung setzt. Bei der Zustandsbeurteilung sind Bund am Laufende, hinterer Laufbund und Innenfläche der Mündungskappe der erste Prüfpunkt, noch vor dem Laufinneren.
plausibel
-
Erwärmung bei schnellen Schussfolgen
Eine Darstellung nennt zwei Wirkungen, beide unbelegt: Wärme wandere vom Lauf in den Verschlussfanghebel, der die stützende Hand verbrenne, und das Laufende dehne sich schneller als die Mündungskappe, bis der Verschluss sich nicht mehr durchziehen lasse und die Waffe stehenbleibe. Die zweite Wirkung wäre die unmittelbare Folge derselben gasdichten Passung, die das System braucht. Eine andere Darstellung, die sich auf die Werkserprobung mit sechs Waffen und rund 40.000 Schuss je Waffe beruft, bestreitet jede Störung. Die Angaben stehen unvereinbar nebeneinander und werden hier nicht geglättet.
ungeklärt
-
Fertigungsaufwand
Gasdichte Passung an Mündungskappe und Laufende, Labyrinthdichtung aus zwei Stegen von je 1,4 mm auf dem Lauf, hartverchromte Reaktionskammer, induktiv gehärtete Laufflächen, gehämmerter Polygonlauf: Die Waffe war als Sparkonstruktion nie gedacht. 1987 verlangte Steyr vom US-Importeur eine Preiserhöhung um 150 Dollar, die dieser für nicht durchsetzbar hielt.
plausibel
-
Nur in voller Baugröße
Die GB gab es ausschließlich als Ordonnanzpistole in den Abmessungen einer Beretta 92. Der zivile Markt der 1980er Jahre fragte zunehmend gekürzte Ausführungen nach. Dass eine Kompaktvariante bei dieser Bauart wegen der Länge des Ringraums auch schwer darstellbar gewesen wäre, ist eine Einschätzung dieses Registers und steht so in keiner Quelle.
plausibel
-
Kein Sicherungshebel
Die GB sichert durch Entspannen. Für das damals aufkommende praktische Pistolenschießen war das ein Ausschlussgrund, weil dessen Regeln den Antritt mit gespanntem und gesichertem Hahn verlangten. Eine Ausführung mit klassischer Sicherung bot Steyr nicht an.
plausibel
Verwendung
- Keine Einführung als Ordonnanzpistole. Eine erste Vorlage von Gebrauchsmustern beim österreichischen Bundesheer 1972 führte zu keinem Vertrag
- In der Erprobung des Bundesheeres 1982/83 unterlag die GB der Glock 17; beschafft wurden dort rund 28.000 Glock bei einem Anfangsbedarf von 25.000
- Ab 1984 an der US-Erprobung XM9 beteiligt; den Zuschlag erhielt Anfang 1985 die Beretta 92
- Kleinere Lieferungen an militärische, polizeiliche und nachrichtendienstliche Sonderverwender, genannt werden Libanon, Pakistan und US-Sonderverbände sowie zehn Stück an das westdeutsche Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung und rund einhundert Stück für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR über die USA — sämtlich aus einer einzigen, nicht überprüfbaren Darstellung
- Zivile Vermarktung ab 1982, Schwerpunkt USA; die letzte Lieferung von 633 Stück ging am 25. November 1988 dorthin
Quellen
- [Archiv] Patentschrift US 3.886.844 — Small arm (Steyr-Daimler-Puch AG) , Erfinder Hannes Kepplinger und Karl Wagner, angemeldet 30. November 1973, Priorität 6. Dezember 1972, erteilt 3. Juni 1975; beschreibt den Kolbenbund auf dem Lauf und vier Querbohrungen, die vor diesem Bund unmittelbar in den Ringraum münden, und beansprucht ausdrücklich auch die Bremswirkung aus der Volumenverkleinerung der Ringkammer beim Rücklauf; entgegengehalten sind fünf ältere US-Patente, darunter US 1.834.021 (Destree, belgische Priorität 1929) Link
- [Archiv] Patentschrift US 4.010.673 — Small arm (Steyr-Daimler-Puch AG) , Erfinder Hannes Kepplinger und Hermann Schweighofer, Priorität 28. November 1974, erteilt 8. März 1977; erklärt die Verlegung der Querbohrungen dicht vor das Patronenlager zur Erfindung, kritisiert die vorbekannte Anordnung „at a large distance therefrom" ausdrücklich und hält ihr entgegen, sie erfordere auswechselbare Endkappen mit verschieden großen Öffnungen für unterschiedlich starke Ladungen Link
- [Online] Wikipedia (de) — Steyr GB , Ausführlichste Systembeschreibung mit Maßangaben (Bohrungen, Labyrinthdichtung, Bund am Laufende, Abzugskräfte, Streukreise); unter „Quellen" ist allein eine persönliche Auskunft des Konstrukteurs Kepplinger angegeben, unter „Literatur" Wollert/Lidschun/Kopenhagen und Beiträge des DWJ. Die Darstellung nennt das Prinzip an mehreren Stellen „Gasdruckverriegelung", obwohl nichts verriegelt ist Link
- [Online] Wikipedia (en) — Steyr GB , Führt das „Barnitzke system" und die Anzapfung „in front of the chamber"; die Fußnoten stehen dabei nicht an der Namensbildung selbst, sondern an der Erstanwendung im VG 1-5 (Popenker) und an einer weiteren Anwendung in der Schweizer W+F-Versuchspistole 47 (Hogg/Walter, S. 45). Die Passage über das Wiederaufgreifen durch Steyr ist mit Wollert/Lidschun/Kopenhagen, S. 334 f. belegt. Nennt ferner zwei Wärmefolgen ohne Einzelnachweis Link
- [Online] Modern Firearms — Steyr GB , Maxim Popenker; nennt Barnitzke als Urheber des Schemas, ohne eigene Quellenangabe. Zur Lage der Anzapfung sagt der Text nichts: Das Gas werde „from the barrel into the front part of the slide" geführt. Nennt Rahmen und Verschluss aus Kohlenstoffstahl Link
- [Literatur] Hogg / Walter — Pistols of the World , 4. Auflage 2004, S. 45 und S. 329; für diesen Eintrag nicht eingesehen, hier nur als der von der englischsprachigen Wikipedia benannte Beleg im Umfeld der Bezeichnung „Barnitzke system" verzeichnet
- [Literatur] Wollert / Lidschun / Kopenhagen — Schützenwaffen 1945–1985 , Illustrierte Enzyklopädie der Schützenwaffen aus aller Welt, Band 1 und 2, 5. Auflage, Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1988, ISBN 3-89488-057-0, S. 334 f.; für diesen Eintrag nicht eingesehen. Die englischsprachige Wikipedia stützt auf diese Seiten sowohl die Behauptung, Steyr habe das Barnitzke-System wieder aufgegriffen, als auch die Stückzahl von rund 2.300 Rogak-Pistolen. Damit ist dieser Band die eigentliche Prüfstelle für beide Angaben
- [Objektbefund] Forgotten Weapons — Steyr GB , Objektnahe Beschreibung; nennt das System „virtually identical" zu dem des VG 1-5, verwendet den Namen Barnitzke aber nicht Link
- [Objektbefund] American Rifleman — The Steyr GB: A Forgotten Wondernine , Wiley Clapp, 20. September 2020; beschreibt den Bund etwa auf halber Lauflänge und die Gasbohrung an dessen Vorderkante, gibt das Griffstück abweichend als Aluminium mit Polymerumspritzung an Link
- [Online] Gun Digest — The Unfortunate Saga of the Steyr GB , Erprobungseindruck, Rogak-Vorgang, Marktumfeld; nennt für den Rogak 1.000 bis 1.500 Stück zwischen 1975 und 1980 und übernimmt zugleich die Bezeichnung „Barnitzke system" samt der Anzapfung „in front of the chamber" Link
- [Online] Bundesministerium der Justiz — Waffengesetz, Anlage 2 (Waffenliste) Link