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Hersteller · Berlin

Mauser-Werke AG, Werk Berlin-Borsigwalde

1936–1945 1933–1945
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden

Die Aufteilung des Areals auf DWM, Dürener Metallwerke und Mauser Mitte der 1930er Jahre, die Aufgabe des Standorts durch Mauser und der Einzug der Deutschen Dienststelle 1950 sind über das Berlin-Brandenburgische Wirtschaftsarchiv belegt. Die Fertigungskennzeichen 243 und ar für Mauser Borsigwalde nennt die Übersichtsdarstellung zum Karabiner 98k; S/243 steht nur in Sammlerquellen. Ungeklärt bleibt das Fertigungsprogramm im Einzelnen: Die Darstellung des Wirtschaftsarchivs schreibt Pistolen, Revolver, Zielfernrohrhalterungen, Infanteriemunition und später Flammenwerfer dem GELÄNDE zu, ohne zwischen den drei Firmen zu trennen. Welche davon Mauser fertigte, ist damit offen; belegt ist für Mauser ausschließlich der Karabiner 98k. Stückzahlen sind nicht ermittelt.

Der DWM-Eintrag dieses Registers nennt einen Satz als seinen wichtigsten: Mitte der 1930er Jahre wurde das Borsigwalder Areal aufgeteilt — DWM im Süden, Dürener Metallwerke in der Mitte, Mauser-Werke im Norden. Dieser Eintrag behandelt den Norden.

Warum er nachgetragen wird

Das Register hat im August 2026 einen Sachfehler protokolliert: Der Untersuchungsraum umfasste Berlin, das Herstellerregister führte aber keinen einzigen Berliner Betrieb. Seither sind Spandau und die DWM nachgetragen. Mauser Borsigwalde fehlte weiter — und mit ihm der einzige Berliner Fertiger des Karabiners 98k, den dieses Register kennt. Der Modelleintrag führte bislang nur Weimar und Suhl.

Die Kennzeichen

Die Kennzeichen
ZeichenFormZeitraum
S/243frühe Form mit vorangestelltem Sbis 1937
243Zifferncodebis zur Umstellung 1940/41
arBuchstabencodeab 1940/41

Damit ist Borsigwalde ein Musterfall für das, was die Fertigungskennzeichen leisten und was nicht: Drei Zeichen über neun Jahre für ein Werk — und gleichzeitig ein Gelände, auf dem drei Firmen mit eigenen Zeichen nebeneinander fertigten. Wer ar liest, hat das Werk; wer „Berlin-Borsigwalde” liest, hat es nicht.

Was hier gefertigt wurde — und was die Quelle nicht trennt

Belegt ist für Mauser der Karabiner 98k. Darüber hinaus wird es unscharf, und das gehört gesagt:

Die Darstellung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs nennt als Erzeugnisse „Pistolen und Revolver, Halterungen für Zielfernrohre, Infanteriemunition und später Flammenwerfer” — schreibt sie aber dem Gelände zu, nicht einer der drei Firmen. Welche davon auf Mauser entfallen, ist damit offen.

Das ist keine Nachlässigkeit der Quelle, sondern der Normalfall: Werksgeschichten werden nach Adressen geschrieben, Waffen aber nach Firmen zugeordnet. Genau in dieser Lücke entstehen die falschen Zuschreibungen, die das Korrekturregister dieses Registers füllen.

Zwangsarbeit

Für das Gelände insgesamt sind mindestens 2.467 zivile Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge belegt. Um das Werk lagen mehrere Lager, ein weiteres am Bahnhof Schönholz; ab 1941 wurden Arbeitskräfte aus der Ukraine eingesetzt.

Wie sich diese Zahlen auf DWM, Dürener Metallwerke und Mauser verteilen, ist nicht ermittelt. Eine betriebsbezogene Angabe für Mauser Borsigwalde liegt nicht vor. Das Feld steht deshalb auf „ungeprüft” — nach der Regel, die dieses Register sich beim Erfurter Fehler gegeben hat: „Nicht einschlägig” ist eine belegpflichtige Aussage. Dass hier ohne Zwangsarbeit gefertigt worden wäre, ist ausdrücklich nicht gesagt.

Das Ende

Nach dem Krieg stellte das Gelände auf zivile Erzeugnisse um — Apparate, Halbzeug, Leichtmetall, später Kugellager und Schreibmaschinen. Mauser machte das nicht mit und gab den Standort auf. Auf die früheren Mauser-Flächen zog 1950 die Deutsche Dienststelle (WASt), die Auskunftsstelle für die Angehörigen gefallener Soldaten; 1986 entstand dort ein Neubau.

Der Vergleich mit den anderen Standorten dieses Registers liegt nahe: In Erfurt und Sömmerda wurde aus der Waffenfertigung Büromaschinenbau, in Zella-Mehlis endete sie ganz. In Borsigwalde endete sie für eine der drei Firmen, während die anderen weiterliefen — auf demselben Gelände.

Offene Forschungsfragen. Welche Erzeugnisse außer dem Kar 98k entfielen auf Mauser, und in welchen Stückzahlen? Wie verteilen sich die 2.467 Zwangsarbeiter des Geländes auf die drei Firmen? Ab wann genau nutzte Mauser den nördlichen Teil, und auf welcher vertraglichen Grundlage — die kursierende Datierung auf April/Mai 1936 samt Gebäudeliste stammt aus einer Sammlerdarstellung und wäre am Firmenschriftgut zu prüfen. Und trugen Mauser-Erzeugnisse aus Borsigwalde eigene Abnahmezeichen, die sie von der Oberndorfer Fertigung trennen?

Rechtsform und Firmierung

1936
Mauser-Werke AG, Werk Borsigwalde · Zweigwerk

Genutzt wurden von der DWM angemietete Gebäude. Die Einzelheiten des Pachtverhältnisses — Datierung auf April/Mai 1936 und eine Aufzählung der Gebäudenummern — stammen aus einer Sammlerdarstellung und sind hier nicht als belegt geführt.

Fertigungsprogramm

1936–1945
Karabiner 98k

unter den Fertigungskennzeichen S/243, 243 und ar

Standorte

  • Berlin · Borsigwalde / Wittenau, nördlicher Teil des Areals am Eichborndamm, entlang der Miraustraße

    Dasselbe Gelände trug gleichzeitig die DWM im Süden und die Dürener Metallwerke in der Mitte. Die Adresse allein benennt deshalb keinen Fertiger.

Kennzeichen

Firmen-, Fertigungs- und Abnahmekennzeichen dieses Betriebs. Jede Zuordnung ist einzeln zu belegen — Kennzeichen bezeichnen eine Firma, nicht zwingend ein Werk.

  • S/243 Fertigungskennzeichen, frühe Form bis 1937 plausibel
  • 243 Fertigungskennzeichen, Zifferncode bis 1940/41 plausibel
  • ar Fertigungskennzeichen, Buchstabencode ab 1940/41 plausibel

Zwangsarbeit — noch nicht geprüft

Für das Borsigwalder Gelände insgesamt sind mindestens 2.467 zivile Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge belegt; um das Werk lagen mehrere Lager, ein weiteres am Bahnhof Schönholz, und ab 1941 wurden Arbeitskräfte aus der Ukraine eingesetzt. **Wie sich diese Zahlen auf die drei Firmen des Areals verteilen, ist nicht ermittelt** — eine betriebsbezogene Angabe für Mauser Borsigwalde liegt nicht vor. Der Status steht deshalb auf „ungeprüft" und nicht auf „kein Befund": Dass hier nicht mit Zwangsarbeit gefertigt worden wäre, ist damit ausdrücklich NICHT gesagt.

Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .

Verbleib

Mauser machte die Umstellung des Geländes auf zivile Erzeugnisse — Apparate, Halbzeug, Leichtmetall — nicht mit und gab den Standort auf. 1950 zog die Deutsche Dienststelle (WASt) auf die früheren Mauser-Flächen; 1986 folgte dort ein Neubau.

Modelle dieses Herstellers

Quellen

  1. [Online] Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv Reinickendorf — Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken , Aufteilung des Werksgeländes Mitte der 1930er Jahre auf drei Unternehmen mit Mauser im nördlichen Teil; Erzeugnisse des Geländes ohne Trennung nach Firmen; Mauser machte die Umstellung auf Apparate, Halbzeug und Leichtmetall nicht mit und gab den Standort auf; Einzug der Deutschen Dienststelle (WASt) 1950, Neubau 1986 Link
  2. [Online] Wikipedia (en) Karabiner 98k , Fertigungskennzeichen 243 und ar für Mauser in Borsigwalde; neun Fertigungsstätten insgesamt; Gesamtfertigung über 14,6 Millionen Stück zwischen 1934 und 1945 Link