Modell
MG 34
- Fertigung
- Rheinmetall Sömmerda
- Kaliber
- 7,92 × 57 mm
- Zeitraum
- 1934–1945
- Belegstatus
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden
ZUR EINORDNUNG: Der Eintrag ist als REGION geführt. Die eingesehene Übersichtsdarstellung nennt unter den Hauptfertigern ausdrücklich „Rheinmetall-Borsig AG (Sömmerda)" — einen Betrieb, den dieses Register führt. Die weiteren Fertiger — Mauserwerke Oberndorf, Steyr-Daimler-Puch und Waffenwerke Brünn — liegen außerhalb. Die Aufteilung der Stückzahlen auf die Werke ist NICHT ermittelt; welchen Anteil Sömmerda trug, ist damit offen. ÜBEREINSTIMMEND belegt sind: Grundlage einer Rheinmetall-Konstruktion von 1930 unter Leitung von Louis Stange (MG 30); Anpassung durch Heinrich Vollmer bei Mauser, zunächst mit Satteltrommelzuführung, ab 1937 mit wiederverwendbaren Metallgurten; erste Erprobung 1929, Einführung 1934, Ausgabe ab 1935, förmliche Annahme am 24. Januar 1939; Gesamtfertigung 577.120 Stück zwischen 1935 und 1945 mit den genannten Jahreswerten; Stückpreis 312 Reichsmark im Jahr 1944; Maße 1.219 mm, Lauf 627 mm, 12,1 kg allein und 32 kg mit der 20 kg schweren Lafette 34; V0 765 m/s, Höchstschussweite 4.700 m, Visier 200–2.000 m und mit Zielfernrohr bis 3.500 m; Kadenz 800–900/min, früh am Pistolengriff zwischen 600 und 1.000/min einstellbar, MG 34S 1.500/min, MG 34/41 1.200/min, praktisch rund 150/min; Laufwechsel durch seitliches Wegschwenken des Gehäuses und Herausziehen nach hinten in 10 bis 15 Sekunden, Standzeit rund 6.000 Schuss bei Feuerstößen von höchstens 250 Schuss; Doppelmondabzug für Einzel- und Dauerfeuer ohne Umschalthebel; Gurte 33, 34 und 34/41 zu je 50 Patronen, Munitionskästen zu 250, Gurttrommel zu 50 und Patronentrommel 34 zu 75; Rückstoßverstärker; Lafette 34 mit Tiefenfeuerautomat, der die Waffe für fünf Schuss hebt und für vier senkt. WIDERSPRÜCHLICH ist der Stückpreis. Dieser Eintrag nennt nach der MG-34-Darstellung 312 RM für 1944; der Eintrag zum MG 42 nennt nach der dortigen Darstellung 327 RM im Fertigungsvergleich. Die Differenz ist gering, aber sie besteht, und dieses Register löst sie NICHT auf — möglicherweise beziehen sich die Werte auf verschiedene Jahre oder verschiedene Ausstattungen. RECHNERISCH WIDERSPRÜCHLICH sind Gesamtzahl und Jahreswerte derselben Quelle: Die genannten Jahresstückzahlen 1939 bis 1945 ergeben zusammen 342.258, die angegebene Gesamtfertigung 1935–1945 dagegen 577.120 — eine Differenz von 234.862 Stück. Sie müsste in den nicht aufgeführten Jahren 1935 bis 1938 liegen, was gegenüber dem Wert für 1939 (12.822) unplausibel wirkt. Dieses Register hat die Summe selbst gebildet; die Differenz wird benannt, nicht aufgelöst. NICHT ERMITTELT sind: die Sicherung, die Fertigungskennzeichen der Werke, der Anteil Sömmerdas an der Gesamtfertigung und die genaue Rolle Rheinmetalls gegenüber Mauser bei der Konstruktion.
So funktioniert sie
Ohne Fachbegriffe erklärt. Die genaue technische Beschreibung folgt darunter; wenn doch ein Wort unklar bleibt, steht es im Glossar.
Dieses Maschinengewehr war das erste, das zwei Aufgaben zugleich erfüllte: Auf einem Zweibein begleitet es die Gruppe, auf einer schweren Lafette steht es in der Stellung und schießt auf große Entfernung. Deshalb heißt es Einheitsmaschinengewehr — vorher brauchte man dafür zwei verschiedene Waffen. Angetrieben wird es vom Rückstoß: Beim Schuss laufen Lauf und Verschluss ein kurzes Stück gemeinsam nach hinten, dann dreht sich der Verschlusskopf auf und gibt den Lauf frei. Ein Aufsatz an der Mündung fängt die Gase auf und hilft nach. Der Lauf wird nicht gekühlt, sondern gewechselt: Ein Riegel wird gelöst, das Gehäuse klappt zur Seite, der heiße Lauf wird nach hinten herausgezogen — geübte Bedienungen schaffen das in zehn bis fünfzehn Sekunden. Und eine Besonderheit hat der Abzug: Er ist zweigeteilt wie zwei übereinanderliegende Monde. Drückt man oben, gibt die Waffe Einzelschüsse ab; drückt man unten, feuert sie im Dauerfeuer. Einen Umschalthebel braucht sie nicht — der Finger entscheidet.
Das MG 34 gilt als das erste Einheitsmaschinengewehr der Welt: eine Waffe für zwei Aufgaben, die vorher zwei Waffen verlangten. Auf dem Zweibein begleitet sie die Gruppe, auf der Lafette 34 steht sie in der Stellung und schießt mit Zielfernrohr bis 3.500 m.
Für dieses Register steht sie an einer Stelle, an der bereits zwei andere Einträge zusammenlaufen.
Der dritte Faden aus Sömmerda
Die eingesehene Übersichtsdarstellung nennt unter den Hauptfertigern ausdrücklich Rheinmetall-Borsig AG (Sömmerda) — einen Betrieb, den dieses Register führt. Und sie nennt als Grundlage eine Rheinmetall-Konstruktion von 1930, das MG 30, entstanden unter Leitung von Louis Stange.
Damit gehen im Register drei Konstruktionen auf denselben Mann und dasselbe Werk zurück:
| Jahr | Waffe | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1930 | MG 30 | Grundlage des MG 34 |
| 1937/39 | MG 39 Rh | verlor den Wettbewerb gegen Großfuß |
| 1942 | FG 42 | Fallschirmjägergewehr, Kleinserie |
Ein Konstrukteur, ein Werk in Sömmerda, drei Anläufe an dieselbe Frage: Dauerfeuer mit der vollen Gewehrpatrone.
Und noch eine Verbindung: Angepasst wurde das MG 30 bei Mauser durch Heinrich Vollmer — denselben Konstrukteur, dessen Maschinenpistolenlinie über die Erma EMP in Erfurt lief. Vollmer entwarf zunächst die Zuführung für 75-Schuss-Satteltrommeln und stellte sie 1937 auf wiederverwendbare Metallgurte um.
Warum es abgelöst wurde — und warum das erstaunlich ist
Das MG 34 wurde 577.120 Mal gebaut. Das MG 42, sein Nachfolger, 423.600 Mal.
Der Nachfolger wurde also in geringerer Zahl gebaut als die Waffe, die er ablösen sollte. Beide liefen bis 1945 nebeneinander; erst ab 1943 lag die Jahresfertigung des MG 42 höher.
Eine Rechnung, die nicht aufgeht. Die Quelle nennt neben der Gesamtzahl auch Jahreswerte: 12.822 (1939), 54.826 (1940), 80.952 (1941), 63.163 (1942), 48.802 (1943), 61.396 (1944) und 20.297 (1945). Zusammengezählt ergibt das 342.258 — gegen eine angegebene Gesamtfertigung von 577.120. Es fehlen 234.862 Stück.
Die Lücke müsste in den Jahren 1935 bis 1938 liegen, die in der Jahresaufstellung fehlen. Das ist aber schwer zu glauben: Dann hätte die Vorkriegsfertigung von vier Jahren mehr als das Doppelte dessen erbracht, was 1939 gefertigt wurde — und 1939 wären die Stückzahlen bei beginnendem Krieg auf ein Sechstel eingebrochen.
Dieses Register rechnet die Differenz nicht weg. Entweder meinen Gesamtzahl und Jahreswerte Verschiedenes (etwa alle Ausführungen gegen eine bestimmte), oder eine der beiden Angaben ist falsch. Wer eine der Zahlen zitiert, sollte wissen, dass sie mit der anderen nicht zusammenpasst.
Der Grund für die Ablösung liegt nicht in der Leistung:
| MG 34 | MG 42 | |
|---|---|---|
| Fertigungsstunden | 150 | 75 |
| Werkstoff | 49 kg | 27,5 kg |
| Kadenz | 800–900/min | rund 1.200/min |
| Bauweise | gefräst, enge Toleranzen | gepresst, weite Toleranzen |
| Gewicht | 12,1 kg | 11,6 kg |
Das MG 34 war aufwendig gefräste Präzisionsarbeit. Genau das machte es empfindlich gegen Nässe, Schmutz und Schlamm — enge Toleranzen lassen keinen Platz für eingedrungenes Material — und teuer in der Fertigung. Die Ausschreibung von 1937 verlangte deshalb ausdrücklich das Gegenteil: Blechpressbauweise, weitere Toleranzen, ein Gehäuse mit Platz für Schmutz.
Ein Widerspruch, den dieses Register nicht auflöst. Zum Stückpreis stehen zwei Angaben nebeneinander: 312 RM für 1944 nach der MG-34-Darstellung, 327 RM im Fertigungsvergleich der MG-42-Darstellung. Die Differenz ist gering, aber sie besteht — möglicherweise beziehen sich die Werte auf verschiedene Jahre oder Ausstattungen.
Der Doppelmondabzug
Das kennzeichnende Bedienelement: Der Abzug besteht aus zwei übereinanderliegenden Segmenten, die wie zwei Mondsicheln aussehen.
- Oberes Segment gedrückt: Einzelfeuer.
- Unteres Segment gedrückt: Dauerfeuer.
Einen Feuerwahlhebel gibt es nicht. Der Finger entscheidet, und zwar in dem Augenblick, in dem er den Abzug berührt — ohne dass eine Hand die Waffe verlässt oder ein Hebel umgelegt werden muss.
Das ist eine elegante Lösung für ein reales Problem und eine, die sich nicht durchgesetzt hat. Das MG 42 kennt nur Dauerfeuer; bei 1.200 Schuss je Minute ist ein Einzelschuss ohnehin nicht abzugeben.
Drehung gegen radialen Weg
Der Unterschied zwischen MG 34 und MG 42 lässt sich an einem Bauteil festmachen.
Das MG 34 verriegelt mit einem Drehkopfverschluss mit unterbrochenem Gewinde. Zum Entriegeln muss der Kopf eine Drehung zurücklegen; Rollen beschleunigen sie, aber sie bleibt eine Drehung.
Das MG 42 verriegelt mit zwei Rollen, die nur einen kurzen radialen Weg nach innen zurücklegen — keine Drehung. Das macht die Baugruppe kürzer und den Zyklus schneller, und es ist einer der beiden Gründe für die Kadenz von rund 1.200 Schuss je Minute. Siehe Verschlusssysteme.
Das Bauteil, das aus dem Ersten Weltkrieg kam
An der Mündung sitzt ein Rückstoßverstärker. Er fängt die austretenden Gase auf und treibt den Lauf zusätzlich zurück.
Dasselbe Bauteil saß ab 1915 am MG 08 — als patentgeschützte Vickers-Erfindung Rückstoßverstärker 08 S — und es sitzt 1942 am MG 42. Es überlebt drei Waffengenerationen, den Wechsel von der Wasserkühlung zum Wechsellauf, den Wechsel vom Kniegelenk über den Drehkopf zur Rolle und den Wechsel von der Fräsung zur Presse.
Und noch ein Bauteil hat diesen Weg genommen: Der Laufmantel des MG 08/18 von 1918, von dem nur wenige hundert Stück entstanden, diente als Grundlage für den Laufmantel des MG 34.
Theoretisch und praktisch
800 bis 900 Schuss je Minute stehen im Datenblatt. Die praktische Feuerrate lag bei rund 150.
Das ist derselbe Faktor wie beim MG 42 (1.200 gegen 153) und aus demselben Grund: Gefeuert wurde in kurzen Stößen mit Zielkorrektur dazwischen, und der Lauf hält nur rund 6.000 Schuss, wenn man Stöße von höchstens 250 Schuss einhält.
Die Kadenz beschreibt den Mechanismus, nicht den Munitionsverbrauch.
Für die Bestimmung
- Doppelmondabzug — das sicherste Merkmal gegenüber dem MG 42, das nur Dauerfeuer kennt.
- Gehäuse schwenkt zur Seite, Lauf wird nach hinten herausgezogen. Beim MG 42 schwenkt der Lauf seitlich heraus.
- Runde, gefräste Formen. Das MG 34 ist Drehteil- und Fräsarbeit, das MG 42 Blechpressteil — der Unterschied ist auf den ersten Blick zu sehen.
- Trommelhalter. Ein Halter für die Patronentrommel 34 weist auf eine frühe Ausführung; die 75-Schuss-Satteltrommel blieb selten und verlangte eine eigene Füllmaschine.
- Fertigerkennzeichen. Rheinmetall-Borsig Sömmerda, Mauser Oberndorf, Steyr, Brünn. Welches Kennzeichen zu welchem Werk gehört, ist in diesem Register NICHT erfasst.
Offene Forschungsfragen. Welchen Anteil an den 577.120 Stück fertigte Sömmerda? — Wie verhielten sich Rheinmetall und Mauser bei der Konstruktion zueinander: Stange lieferte die Grundlage, Vollmer die Anpassung, aber wo verlief die Grenze? — Welche Fertigungskennzeichen führten die vier Werke? — Und woher rührt die Preisdifferenz zwischen 312 und 327 RM?
Waffenrechtliches
Vollautomatische Waffe und damit Kriegswaffe nach dem KWKG. Sie wird hier ausschließlich technik- und zeitgeschichtlich dokumentiert. Siehe Methodik.
Konstruktion
- Verschluss
- Drehkopfverschluss mit unterbrochenem Gewinde, unterstützt durch Rollen, die die Drehbewegung beschleunigen. Anders als beim MG 42 muss der Verschluss erst eine Drehung zurücklegen, bevor er sich löst.
- Ladeprinzip
- Rückstoßlader mit kurzem Laufrücklauf, unterstützt durch einen Rückstoßverstärker an der Mündung — dasselbe Bauteil wie beim MG 08 von 1915 und beim MG 42 von 1942. Die Waffe schießt zu, der Verschluss steht vor dem Schuss offen: Das hält das Patronenlager frei und verhindert Selbstzündungen im heißen Lauf.
- Zuführung
- Nicht zerfallende Metallgliedgurte (Gurt 33, 34, 34/41) zu 50 Patronen, aneinanderzuhängen; Munitionskästen zu 250 Schuss in fünf Gurten. Dazu die Gurttrommel zu 50 Schuss seitlich angesetzt und, selten, die Patronentrommel 34 als Satteltrommel zu 75 Schuss, für die ein eigener Halter und eine Füllmaschine nötig waren.
- Abzug
- Doppelmondabzug — zwei übereinanderliegende Abzugssegmente. Der obere gibt Einzelfeuer, der untere Dauerfeuer. Ein Feuerwahlhebel entfällt.
- Sicherung
- Nicht ermittelt
- Visierung
- Offene Visierung von 200 bis 2.000 m; auf der Lafette 34 mit Zielfernrohr bis 3.500 m
Maße und Leistung
- Länge
- 1.219 mm
- Lauflänge
- 627 mm
- Gewicht
- 12,1 kg Waffe allein; 32 kg mit Lafette 34, davon 20 kg Lafette
- Magazin
- Gurt zu 50, aneinanderzuhängen; Gurttrommel 50; Satteltrommel 75 (selten)
- V₀
- 765 m/s
- Kadenz
- 800–900/min bei der Standardausführung; frühe Stücke am Pistolengriff zwischen 600 und 1.000/min einstellbar; MG 34S 1.500/min; MG 34/41 1.200/min. Praktisch dagegen rund 150 Schuss/min.
Funktionsablauf im Einzelnen
Der Zyklus vom Schuss bis zur erneuten Verriegelung, Schritt für Schritt. Wer ihn benennen kann, hat die Waffe verstanden — Schwächen, Varianten und Ausfallbilder folgen daraus. Unbekannte Begriffe stehen im Glossar.
- 1
Zuschießend
Der Verschluss steht vor dem Schuss offen. Das hält das Patronenlager frei und verhindert, dass eine Patrone im heißen Lager von selbst zündet — dasselbe Prinzip und derselbe Grund wie bei der MP 18.
- 2
Gemeinsamer Rücklauf
Lauf und Verschluss laufen verriegelt zurück. Der Rückstoßverstärker an der Mündung fängt die austretenden Gase auf und treibt den Lauf zusätzlich nach hinten.
- 3
Entriegelung durch Drehen
Der Verschlusskopf trägt ein unterbrochenes Gewinde und wird beim Rücklauf aufgedreht; Rollen beschleunigen die Drehbewegung. Genau hier liegt der Unterschied zum MG 42, dessen Rollen einen kurzen radialen Weg zurücklegen statt einer Drehung — deshalb ist das MG 42 schneller.
- 4
Auswurf und Gurttransport
Der zurücklaufende Verschluss zieht die Hülse aus, wirft sie aus und transportiert den Metallgliedgurt weiter.
- 5
Laufwechsel
Ein Riegel links am Gehäuse wird gelöst, das Gehäuse schwenkt um seine Längsachse nach rechts weg, der Lauf wird nach hinten herausgezogen. Geübte Bedienungen brauchen 10 bis 15 Sekunden. Die Standzeit liegt bei rund 6.000 Schuss, wenn Feuerstöße von höchstens 250 Schuss eingehalten werden.
Schemaskizze, nicht maßstäblich
- 1 Verriegelt: Die Warzen des Verschlusskopfs liegen hinter den Rastflächen des Gehäuses. Der Lauf steht fest — er läuft nicht mit zurück.
- 2 Gasentnahme: Hinter dem Geschoss strömt ein Teil der Pulvergase durch die Laufbohrung in den Gaszylinder und treibt den Kolben zurück. Der Kolben ist fest mit dem Verschlussträger verbunden (Langhub).
- 3 Entriegelung: Eine Steuerkurve im Träger dreht den Verschlusskopf aus den Rastflächen; erst danach nimmt der Träger ihn nach hinten mit.
Vergleichsstücke außerhalb der Region
Ohne Maßstab ist eine Regionalgeschichte eine Aufzählung. Erst der Vergleich mit der zeitgleichen Konkurrenz zeigt, was an einer Konstruktion eigenständig ist, was zeittypisch — und was schlicht übernommen wurde.
MG 42
Großfuß Döbeln, Gustloff Suhl u. a. · Deutsches Reich · 1942 plausibel- System
- Rückstoßlader mit kurzem Laufrücklauf, Rollenverriegelung ohne Drehbewegung, Rückstoßverstärker, Blechpressbauweise
- Unterschied
- Der Nachfolger, und der Unterschied liegt nicht in der Wirkung, sondern in der Fertigung: 75 statt 150 Stunden, 27,5 statt 49 kg Werkstoff. Dazu die Rollenverriegelung ohne Drehbewegung, die die Kadenz von 800–900 auf rund 1.200/min hebt.
- Befund
- Bemerkenswert ist, dass das MG 34 in GRÖSSERER Zahl gebaut wurde als sein Nachfolger — 577.120 gegen 423.600 — und trotzdem als das abzulösende Modell galt. Beide liefen bis 1945 nebeneinander; ab 1943 überholte das MG 42 das MG 34 in der Jahresfertigung.
MG 08 und MG 08/15
DWM Berlin, Spandau, Erfurt · Deutsches Reich · 1908 plausibel- System
- Kniegelenkverschluss, kurzer Laufrücklauf, Wasserkühlung, Rückstoß- verstärker ab 1915
- Unterschied
- Der Vorgänger im Feld und die Waffe, deren luftgekühlte Spätausführung MG 08/18 den Laufmantel für das MG 34 lieferte. Die entscheidende Änderung ist die Kühlung: Wassermantel gegen Wechsellauf.
- Befund
- Der Übergang von der Wasserkühlung zum Wechsellauf ist der Schritt, der aus der Stellungswaffe eine bewegliche macht — und die Voraussetzung dafür, dass ein Maschinengewehr überhaupt „Einheits"-Waffe werden kann.
FG 42
Rheinmetall-Borsig, Sömmerda · Deutsches Reich (Sömmerda) · 1942 plausibel- System
- Gasdrucklader mit Langhubkolben, Drehkopfverschluss, 7,92 × 57 mm
- Unterschied
- Aus demselben Haus und von demselben Konstrukteur: Louis Stange leitete die MG-30-Entwicklung, aus der das MG 34 hervorging, und entwarf 1942 das FG 42.
- Befund
- Damit gehen im Register drei Konstruktionen auf Stange und Sömmerda zurück — die Vorläuferlinie des MG 34, der unterlegene MG-Entwurf von 1937 und das FG 42. Ein Konstrukteur, ein Werk, drei Anläufe an dieselbe Frage: Dauerfeuer mit der vollen Gewehrpatrone.
MG 39 Rh
Rheinmetall-Borsig, Sömmerda · Deutsches Reich (Sömmerda) · 1939 plausibel- System
- Gasdrucklader, Konstruktion Louis Stange
- Unterschied
- Stanges Entwurf für den Wettbewerb von 1937, der gegen Großfuß verlor. Rheinmetall hätte damit sein eigenes MG 34 abgelöst.
- Befund
- Der Wettbewerb von 1937 war damit auch der Versuch von Rheinmetall, die eigene Vorherrschaft zu verlängern — und er scheiterte an einer Blechwarenfabrik aus Döbeln.
Bekannte Schwächen
Konstruktive und fertigungsbedingte Mängel gehören zur Objektkunde: Sie erklären Umbauten, Varianten und Ausfallbilder — und sind bei der Zustandsbeurteilung am Einzelstück unmittelbar praktisch.
-
Zu teuer und zu langsam zu fertigen
Aufwendig gefräste Präzisionsarbeit mit engen Toleranzen. Das MG 42 brauchte die halbe Fertigungszeit und 44 Prozent weniger Werkstoff. Genau das — und nicht ein Leistungsmangel — war der Grund für die Ablösung.
plausibel
-
Empfindlich gegen Nässe, Schmutz und Schlamm
Enge Toleranzen lassen keinen Platz für eingedrungenes Material. Die Ausschreibung von 1937 verlangte deshalb ausdrücklich ein Gehäuse, in dem Schmutz Platz hat, und weitere Toleranzen als beim MG 34.
plausibel
-
Die Satteltrommel war eine Last
Die Patronentrommel 34 zu 75 Schuss verlangte einen eigenen Halter und eine Füllmaschine. Sie blieb selten. Für die Beurteilung eines Stücks heißt das: Trommelhalter und Trommel sind seltenes Zubehör und nicht der Regelfall.
plausibel
-
Kadenz nicht beliebig steigerbar
Die Ausführung MG 34S erreichte 1.500 Schuss/min, das MG 34/41 1.200 — und zeigte dabei Haltbarkeitsprobleme im Truppenversuch. Die Weiterentwicklung wurde zugunsten des grundlegend neu entworfenen MG 42 eingestellt.
plausibel
Verwendung
- Erstmals 1929 erprobt, 1934 eingeführt, ab 1935 an die Truppe ausgegeben, förmlich angenommen am 24. Januar 1939
- Einheitsmaschinengewehr: auf dem Zweibein leichtes MG, auf der Lafette 34 schweres MG
- Bis 1945 in Fertigung neben dem MG 42; ab 1943 lag die Jahresfertigung des MG 42 höher
Quellen
- [Online] Wikipedia (en) — MG 34 , Grundlage einer Rheinmetall-Konstruktion von 1930 unter Louis Stange (MG 30), von der Schweiz und Österreich lizenziert; Anpassung durch Heinrich Vollmer bei Mauser, Zuführung zunächst für 75-Schuss-Satteltrommeln, 1937 auf wiederverwendbare Metallgurte umgestellt; Erprobung 1929, Einführung 1934, Ausgabe ab 1935, förmliche Annahme 24. Januar 1939; Hauptfertiger Rheinmetall-Borsig AG (Sömmerda), Mauserwerke AG (Oberndorf), Steyr-Daimler-Puch AG, Waffenwerke Brünn; Gesamtfertigung 577.120 Stück 1935–1945 (1939: 12.822; 1940: 54.826; 1941: 80.952; 1942: 63.163; 1943: 48.802; 1944: 61.396; 1945: 20.297); Stückpreis 312 RM (1944); Länge 1.219 mm, Lauf 627 mm, 12,1 kg, mit Lafette 34 32 kg, Lafette allein 20 kg; V0 765 m/s, Höchstschussweite 4.700 m; Kadenz 800–900/min, früh 600–1.000 einstellbar, MG 34S 1.500, MG 34/41 1.200, praktisch 150/min; Laufwechsel in 10–15 Sekunden durch seitliches Wegschwenken, Standzeit rund 6.000 Schuss bei höchstens 250-Schuss-Stößen; Doppelmondabzug ohne Feuerwahlhebel; Gurte 33/34/34/41 zu 50, Kästen zu 250, Gurttrommel 50, Patronentrommel 34 zu 75 mit eigenem Halter und Füllmaschine; zuschießend, luftgekühlt, Drehkopfverschluss mit unterbrochenem Gewinde und rollenunterstützter Beschleunigung, Rückstoßverstärker; Lafette 34 mit Pufferfedern, Zielfernrohrhalter und Tiefenfeuerautomat (fünf Schuss gehoben, vier gesenkt); Ablösung durch das MG 42 wegen aufwendig gefräster Präzisionsarbeit und hoher Kosten, ab 1943 höhere Jahresfertigung des MG 42 Link
- [Online] Forgotten Weapons — Dead End: MG 39 Rh , Louis Stange als Konstrukteur des Rheinmetall-Entwurfs im MG-Wettbewerb von 1937 Link