Hersteller · Weimar
Gustloff-Werke, Fritz-Sauckel-Werk Weimar
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Bezeichnung des Betriebs und des Außenlagers, Lage, Zeitraum, Belegungszahlen, Herkunft der Häftlinge, Schichtregime, Opferzahl des Luftangriffs und Räumung gehen auf das Außenlager-Portal der Gedenkstätte Buchenwald zurück und sind damit gut abgesichert. Dieser Eintrag stand bis zum 11. August 2026 unter dem falschen Namen „Gustloff-Werk II" und trug damit Name und Quelle eines anderen Werks — siehe Korrekturregister. Das Fertigungsprogramm ist über den Kar 98k hinaus nicht im Einzelnen belegt; ebenso wenig ist geklärt, welche Teile unter welchem der beiden Kennzeichen entstanden.
Das Fritz-Sauckel-Werk an der Kromsdorfer Straße im Norden Weimars war Waffen- und Werkzeugmaschinenfabrik des Suhler Kombinats — und zugleich Standort eines Außenlagers des Konzentrationslagers Buchenwald.
Nicht zu verwechseln mit dem Gustloff-Werk II. Das stand nicht in der Stadt, sondern hundert Meter vor der Einfahrt in das Lager auf dem Ettersberg. Dieses Register hat beide bis zum 11. August 2026 in einem Eintrag geführt; der Korrektureintrag hält fest, wie das geschah.
Das Außenlager
Das Lager trug die amtliche Bezeichnung „Kommandos Gustloff-Werk Weimar” und bestand vom 11. Oktober 1943 bis zum 4. April 1945. Die Belegung stieg rasch:
| Zeitpunkt | Häftlinge |
|---|---|
| 11. Oktober 1943 | 349 |
| Ende 1943 | 620 |
| Mitte 1944 | über 1.000 |
| Ende 1944 | 2.290 — Höchstbelegung |
| nach dem 9. Februar 1945 | rund 1.500 |
Die Häftlinge kamen überwiegend aus der Sowjetunion, aus Polen, der Tschechoslowakei, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland; fast alle waren als politische Häftlinge klassifiziert. Gearbeitet wurde montags bis freitags in zwei Schichten, samstags eine Halbschicht, teilweise auch sonntags — durchschnittlich elf Stunden je Schicht, in der Gewehrfertigung, an Minenwerfern, an Drehbänken und in allen Werkstattabteilungen.
Bereits ab März 1942 waren Buchenwaldhäftlinge in täglichen Arbeitskommandos in Weimar eingesetzt, zunächst für Bau- und Räumarbeiten.
Der 9. Februar 1945
Beim Luftangriff auf das Werk kamen 356 Häftlinge ums Leben. Die hölzernen Baracken der Häftlingslager, in denen die Nachtschicht ruhte, wurden zerstört. Nach der Räumung im März verlegte die SS 154 Häftlinge nach Billroda; am 3. und 4. April 1945 kehrten die übrigen in das Hauptlager zurück.
An der Ecke Andersenstraße/Kromsdorfer Straße steht seit den 1990er Jahren ein Gedenkstein; jährlich am 9. Februar wird dort der Opfer gedacht.
Warum dieser Eintrag in einem Waffenregister steht
Ein Register, das Hersteller nach Fertigungsprogramm und Kennzeichnung ordnet, kann diesen Standort nicht auslassen und ihn auch nicht als Fußnote führen. Die Rüstungsfertigung des Kombinats beruhte in ihrer Spätphase wesentlich auf Zwangsarbeit; wer die Objekte dieser Hersteller bestimmt, bestimmt damit auch Stücke, die unter diesen Verhältnissen entstanden.
Der Ort ist heute Teil der Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Buchenwald. Wer zur Weimarer Fertigung forscht, sollte dort beginnen — nicht in der Sammlerliteratur.
Eine strittige Zuschreibung
Das Volkssturmgewehr Gustloff ist in diesem Register unter dem Suhler Stammwerk geführt. Diese Zuweisung ist nicht gesichert: Mindestens eine Darstellung verlegt die Fertigung nach Weimar, und die sonst entscheidende Prüfung über Abnahmestempel versagt, weil diese Waffe keine trägt — sie entstand als Notbeschaffung des Gauleiters am Heereswaffenamt vorbei.
Dass der Eintrag hier nicht als Erzeugnis erscheint, ist deshalb keine Aussage gegen Weimar, sondern die Folge einer Konvention: Das Register trägt im Datensatz die besser gestützte Zuweisung und macht den Streit sichtbar, statt beide Werke einzutragen und damit eine unbewiesene Behauptung zu verdoppeln. Erschwerend kommt jetzt hinzu, dass „Weimar” seinerseits zwei Werke meinen kann — welches gemeint wäre, ist damit ebenfalls offen.
Offene Forschungsfragen. Konkretes Fertigungsprogramm des Fritz-Sauckel-Werks über den Kar 98k hinaus; welche Teile unter 337 und welche unter bcd entstanden; Verhältnis zum Suhler Stammwerk, zum Gustloff-Werk II auf dem Ettersberg und zum Zweigwerk Meiningen. Und die Frage, ob das Volkssturmgewehr in Suhl oder in Weimar gebaut wurde — und wenn in Weimar, in welchem der beiden Werke.
Rechtsform und Firmierung
- 1939
- Gustloff-Werke, Zweigwerk Weimar · Zweigwerk
Teil des Kombinats der Wilhelm-Gustloff-Stiftung, deren Grundstock aus dem der Familie Simson entzogenen Vermögen gebildet worden war.
Fertigungsprogramm
- 1939–1945
- Karabiner 98k
unter den Fertigungskennzeichen 337 und bcd
- 1943–1945
- Gewehre, Minenwerfer, Dreharbeiten in allen Werkstattabteilungen
Arbeitseinsatz der Häftlinge nach Angabe der Gedenkstätte; über den Kar 98k hinaus ist das Fertigungsprogramm nicht im Einzelnen belegt.
Standorte
- Weimar · Kromsdorfer Straße, Norden der Stadt
Fritz-Sauckel-Werk mit Waffenfabrik und Werkzeugmaschinenfabrik; das zugehörige Außenlager trug die amtliche Bezeichnung „Kommandos Gustloff-Werk Weimar".
Beschäftigte
- 11. Oktober 1943 · 349 Häftlinge (Einrichtung des Außenlagers)
- Ende 1943 · 620 Häftlinge
- Mitte 1944 · über 1.000 Häftlinge
- Ende 1944 · 2.290 Häftlinge (Höchstbelegung)
- nach dem 9. Februar 1945 · rund 1.500 Häftlinge (nach dem Luftangriff)
Kennzeichen
Firmen-, Fertigungs- und Abnahmekennzeichen dieses Betriebs. Jede Zuordnung ist einzeln zu belegen — Kennzeichen bezeichnen eine Firma, nicht zwingend ein Werk.
-
337Fertigungskennzeichen, Zifferncode 1939–1945 plausibel -
bcdFertigungskennzeichen, Buchstabencode 1939–1945 plausibel
Zwangsarbeit — belegt
Außenlager des KZ Buchenwald unter der amtlichen Bezeichnung „Kommandos Gustloff-Werk Weimar", 11. Oktober 1943 bis 4. April 1945. Die Belegung stieg von 349 auf eine Höchstbelegung von 2.290 Männern Ende 1944; die Häftlinge kamen überwiegend aus der Sowjetunion, aus Polen, der Tschechoslowakei, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und Deutschland und waren fast alle als politische Häftlinge klassifiziert. Gearbeitet wurde montags bis freitags in zwei Schichten, samstags eine Halbschicht, teilweise auch sonntags, durchschnittlich elf Stunden je Schicht — in der Gewehrfertigung, an Minenwerfern, an Drehbänken und in allen Werkstattabteilungen. Beim Luftangriff am 9. Februar 1945 kamen 356 Häftlinge ums Leben. Im März 1945 wurden 154 Häftlinge nach Billroda verlegt, am 3. und 4. April 1945 die übrigen in das Hauptlager zurückgeführt. Bereits ab März 1942 waren Buchenwaldhäftlinge in täglichen Arbeitskommandos in Weimar eingesetzt, zunächst für Bau- und Räumarbeiten.
Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .
Verbleib
Das Werk wurde am 9. Februar 1945 durch einen Luftangriff schwer getroffen. An der Ecke Andersenstraße/Kromsdorfer Straße erinnert seit den 1990er Jahren ein Gedenkstein; jährlich am 9. Februar findet dort eine Gedenkveranstaltung statt.
Modelle dieses Herstellers
Quellen
- [Online] Gedenkstätte Buchenwald — Außenlager Weimar — Kommandos Gustloff-Werk Weimar , Betrieb Fritz-Sauckel-Werk mit Waffen- und Werkzeugmaschinenfabrik, Lage an der Kromsdorfer Straße, Bestand 11. Oktober 1943 bis 4. April 1945, Belegungszahlen bis zur Höchstbelegung von 2.290 Männern, Herkunft der Häftlinge, Schichtregime, 356 Todesopfer am 9. Februar 1945, Verlegung von 154 Häftlingen nach Billroda im März 1945 Link
- [Online] Gedenkstätte Buchenwald — Rüstungsproduktion in und um das Lager Link
- [Online] Lernort Weimar — Gustloff-Werke Link