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Hersteller · Weimar

Gustloff-Werk II am Konzentrationslager Buchenwald

1943–1944 1933–1945
plausibel Begründung anzeigenBegründung ausblenden

Lage, Bauzeit, Beginn des Häftlingseinsatzes, Häftlingszahl, Herkunft, Schichtregime, Fertigungsprogramm in Stichworten sowie Datum und Opferzahlen des Luftangriffs stammen aus der Darstellung der Gedenkstätte Buchenwald. Dieser Eintrag fehlte im Register bis zum 11. August 2026 vollständig — verdeckt durch einen falsch benannten Eintrag zum Fritz-Sauckel-Werk; siehe Korrekturregister. NICHT belegt sind: welche Waffenmuster hier montiert wurden, unter welcher Kennzeichnung, welche Raketenwaffe die Feinmechanik betraf und wie sich die Fertigung zum Fritz-Sauckel-Werk und zum Suhler Stammwerk verhielt.

Das Gustloff-Werk II war das größere der beiden Weimarer Werke des Kombinats — und das einzige, das nicht in einer Stadt stand, sondern am Lager: hundert Meter vor der Einfahrt in das Konzentrationslager Buchenwald, entlang der Blutstraße auf dem Ettersberg.

Zu unterscheiden vom Fritz-Sauckel-Werk an der Kromsdorfer Straße im Norden Weimars. Dieses Register hat beide bis zum 11. August 2026 in einem Eintrag geführt und dadurch dieses Werk hier vollständig übersehen. Der Korrektureintrag hält fest, wie das geschah und welche Prüfregel daraus folgt.

Ein Werk ohne freie Belegschaft

Die anderen Betriebe dieses Registers hatten eine Stammbelegschaft, der Zwangsarbeiter zugeordnet wurden. Hier war es umgekehrt: Die SS vermietete die Werkhallen an die Wilhelm-Gustloff-NS-Industriestiftung, deren Weimarer Stammbetrieb sie betrieb, und die Arbeit leisteten ausschließlich Häftlinge — überwacht von deutschen Vorarbeitern.

Ein Werk ohne freie Belegschaft
Bau1942/43, in weniger als einem Jahr
Häftlingseinsatzseit März 1943
Belegschaft Mitte 1944über 3.000 Häftlinge, mehrheitlich aus der Sowjetunion, Frankreich und Polen
Arbeitszeitelfstündige Tag- und Nachtschichten
ErzeugnisseGewehrmontage, Geschützteile, Feinmechanik für Raketenwaffen

Der letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit: Feinmechanik für Raketenwaffen ist kein Kleinwaffenbau mehr. Welche Waffe gemeint ist und wie die Fertigung mit dem Mittelbau-Komplex zusammenhing, geht aus der ausgewerteten Darstellung nicht hervor und ist hier nicht behauptet.

Der 24. August 1944

Alliierte Bomber zerstörten das Werk fast vollständig. 315 Häftlinge starben, 525 wurden schwer verletzt. Die Fertigung konnte nur teilweise wieder aufgenommen werden; nach 1945 wurde das Gelände nicht weiter genutzt.

Zum Vergleich: Beim Angriff auf das Fritz-Sauckel-Werk an der Kromsdorfer Straße am 9. Februar 1945 starben 356 Häftlinge. Zwei Werke desselben Kombinats, zwei Angriffe, zusammen 671 tote Häftlinge — und beide Ereignisse standen bis heute im Register als eines.

Was dieser Eintrag für die Bestimmung bedeutet

Er bedeutet zunächst wenig — und das ist selbst ein Befund. Welche Muster hier montiert wurden und unter welchem Fertigungskennzeichen, ist nicht belegt. Ein Stück mit einem Gustloff-Kennzeichen lässt sich damit derzeit nicht einem der drei Werke zuordnen: Suhl, Kromsdorfer Straße oder Ettersberg.

Wer eine Bestimmung auf „Gustloff-Werke Weimar” stützt, sollte deshalb wissen, dass diese Angabe zwei Anlagen umfasst, die zehn Kilometer und eine Lagermauer voneinander trennten.

Offene Forschungsfragen. Welche Waffenmuster wurden hier montiert, unter welcher Kennzeichnung? Welche Raketenwaffe betraf die Feinmechanik, und bestand ein Zusammenhang mit dem Mittelbau-Komplex? Wie verteilte sich die Fertigung zwischen Ettersberg, Kromsdorfer Straße und dem Suhler Stammwerk? Und wurde nach dem 24. August 1944 an diesem Ort noch gefertigt — die Darstellung spricht von teilweiser Wiederaufnahme, ohne Umfang oder Dauer zu nennen.

Rechtsform und Firmierung

1943
Wilhelm-Gustloff-NS-Industriestiftung · Betreiberin der von der SS vermieteten Werkhallen

Die SS vermietete die Hallen an die Stiftung; Betreiber war deren Weimarer Stammbetrieb, das Fritz-Sauckel-Werk. Der Grundstock des Stiftungsvermögens stammte aus dem der Familie Simson entzogenen Besitz.

Fertigungsprogramm

1943–1944
Gewehrmontage, Geschützteile, Feinmechanik für Raketenwaffen

Nach Angabe der Gedenkstätte Buchenwald. Welche Muster montiert wurden und unter welcher Kennzeichnung, ist hier nicht belegt.

Standorte

  • Weimar · Ettersberg, an der Blutstraße, hundert Meter vor der Lagereinfahrt

    Nicht in der Stadt Weimar, sondern am Konzentrationslager Buchenwald. Zu unterscheiden vom Fritz-Sauckel-Werk an der Kromsdorfer Straße.

Beschäftigte

  • Mitte 1944 · über 3.000 Häftlinge (mehrheitlich aus der Sowjetunion, Frankreich und Polen; elfstündige Tag- und Nachtschichten unter Aufsicht deutscher Vorarbeiter)

Zwangsarbeit — belegt

Das Werk beruhte vollständig auf Zwangsarbeit. Der Bau erfolgte 1942/43 in weniger als einem Jahr; seit März 1943 waren Häftlinge zur Waffenfertigung eingesetzt. Mitte 1944 arbeiteten über 3.000 Häftlinge dort, mehrheitlich aus der Sowjetunion, Frankreich und Polen, in elfstündigen Tag- und Nachtschichten unter Aufsicht deutscher Vorarbeiter. Beim Luftangriff am 24. August 1944 starben 315 Häftlinge, 525 wurden schwer verletzt.

Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .

Verbleib

Am 24. August 1944 durch alliierte Bomber fast vollständig zerstört; die Fertigung konnte nur teilweise wieder aufgenommen werden. Nach 1945 wurde das Gelände nicht weiter genutzt. Es gehört heute zum historischen Ort der Gedenkstätte Buchenwald.

Quellen

  1. [Online] Gedenkstätte Buchenwald Rüstungswerk Gustloff-Werk II , Lage hundert Meter vor der Lagereinfahrt an der Blutstraße, Bau 1942/43 in weniger als einem Jahr, Häftlingseinsatz seit März 1943, über 3.000 Häftlinge Mitte 1944 mehrheitlich aus der Sowjetunion, Frankreich und Polen, elfstündige Schichten, Montage von Gewehren, Geschützteilen und Feinmechanik für Raketenwaffen, Vermietung der Hallen durch die SS an die Wilhelm-Gustloff-NS-Industriestiftung, Zerstörung am 24. August 1944 mit 315 Toten und 525 Schwerverletzten, keine Nachnutzung nach 1945 Link