Zum Inhalt springen
OD WH

Stempelkunde · Suhl

Beschusszeichen Suhl

1893–… plausibel

Zeichen des Beschussamts Suhl, das seit dem 1. April 1893 durchgehend besteht — über Kaiserreich, Weimarer Republik, NS-Zeit, DDR und Bundesrepublik hinweg. Die Zeichenformen wechselten mit den Systemen; die Institution blieb. Damit ist die Suhler Beschusspraxis das beste Einzelbeispiel für die Leitfrage dieses Registers.

Das Beschussamt Suhl prüft seit dem 1. April 1893 Waffen auf Haltbarkeit und kennzeichnet sie. Es gehörte zu den ersten drei Anstalten des Reichs — Einzelheiten zur Rechtsgrundlage unter Das Beschussrecht von 1891.

Weil das Amt jeden Systemwechsel überstand, tragen hier geprüfte Waffen aus rund 130 Jahren eine fortlaufende Kette amtlicher Zeichen, deren Formen sich mit jedem Staat änderten. Suhl ist bis heute eines der deutschen Beschussämter.

Was gesichert ist

  • Zuständigkeitsraum: preußisch bis 1945, danach SBZ/DDR, seit 1990 bundesdeutsch. Ab 1949 übernahm Suhl zusätzlich den Bereich des aufgelösten Amts Zella-Mehlis.
  • Datierung: Die Suhler Zeichen führen den Prüfzeitpunkt mit Monat und den letzten beiden Ziffern des Jahres — ein unmittelbar lesbares Datum am Objekt.
  • Prüfarten nach heutigem Recht: Normalbeschuss, verstärkter Beschuss, Stahlschrotbeschuss, Beschuss von Schwarzpulverwaffen, Geschützbeschuss.

Was hier bewusst fehlt

Keine Zeichentafel — noch nicht. Die konkrete Zuordnung von Ortskennbuchstaben und Zeichenformen zu Perioden liegt in den greifbaren Quellen ausschließlich als Abbildung vor; die Verordnungstexte zeigen die Zeichen, benennen die Buchstabenzuordnung aber nicht im Fließtext. Eine aus dem Gedächtnis oder aus Sammlerforen rekonstruierte Tafel wäre für die Bestimmung wertlos und gefährlich — ein falsch zugeordneter Kennbuchstabe verschiebt Datierungen um Jahrzehnte und Staaten.

Die Tafel entsteht deshalb erst aus Primärquellen: den bebilderten Anlagen der Beschussverordnung, den Angaben des Beschussamts Suhl selbst und der einschlägigen Beschusszeichen-Literatur. Eine Anfrage an das Amt ist Teil des Projektplans.

Bis dahin gilt für dieses Register: Beschusszeichen werden beschrieben und fotografiert, nicht aus zweiter Hand tabelliert.

Quellen

  1. [Online] Wikipedia (de) — Beschussamt (Deutschland) Link
  2. [Literatur] BeschussV — Anlage II — Beschusszeichen, Prüfzeichen Link
  3. [Online] Monumente Online — Die Beschussanstalt in Zella-Mehlis Link