Hersteller · Weimar
Gustloff-Werke, Werk Weimar („Gustloff-Werk II")
Das sogenannte Gustloff-Werk II in Weimar war Zweigwerk des Suhler Kombinats und zugleich Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald.
Zwangsarbeit als Fertigungsgrundlage
Ab März 1943 mussten hier Häftlinge Waffen und Waffenteile für die deutsche Rüstung herstellen, bis zu 2.270 Menschen gleichzeitig, auf dem Gelände an der heutigen Kromsdorfer Straße; bereits ab März 1942 wurden Buchenwaldhäftlinge in täglichen Arbeitskommandos in Weimar eingesetzt, zunächst für Bau- und Räumarbeiten.
Im Februar 1945 zerstörte ein Luftangriff die Anlage. Über 350 Häftlinge starben, viele weitere wurden verletzt.
Warum dieser Eintrag in einem Waffenregister steht
Ein Register, das Hersteller nach Fertigungsprogramm und Kennzeichnung ordnet, kann diesen Standort nicht auslassen und ihn auch nicht als Fußnote führen. Die Rüstungsfertigung des Kombinats beruhte in ihrer Spätphase wesentlich auf Zwangsarbeit; wer die Objekte dieser Hersteller sammelt oder bestimmt, dokumentiert damit auch die Verhältnisse, unter denen sie entstanden.
Der Ort ist heute Teil der Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Buchenwald. Wer zur Weimarer Fertigung forscht, sollte dort beginnen — nicht in der Sammlerliteratur.
Eine strittige Zuschreibung
Das Volkssturmgewehr Gustloff ist in diesem Register unter dem Suhler Stammwerk geführt. Diese Zuweisung ist nicht gesichert: Mindestens eine Darstellung verlegt die Fertigung hierher nach Weimar, und die sonst entscheidende Prüfung über Abnahmestempel versagt, weil diese Waffe keine trägt — sie entstand als Notbeschaffung des Gauleiters am Heereswaffenamt vorbei.
Dass der Eintrag hier nicht als Erzeugnis erscheint, ist deshalb keine Aussage gegen Weimar, sondern die Folge einer Konvention: Das Register trägt im Datensatz die besser gestützte Zuweisung und macht den Streit sichtbar, statt beide Werke einzutragen und damit eine unbewiesene Behauptung zu verdoppeln. Wer eine Betriebs- oder Lieferquelle zu dieser Frage hat, entscheidet sie.
Offene Forschungsfragen. Konkretes Fertigungsprogramm des Weimarer Werks, Kennzeichnung der dort gefertigten Teile, Verhältnis zum Suhler Stammwerk und zum Zweigwerk Meiningen. Und die Frage, ob das Volkssturmgewehr hier oder in Suhl gebaut wurde.
Rechtsform und Firmierung
- 1939
- Gustloff-Werke, Zweigwerk Weimar · Zweigwerk
Teil des Kombinats der Wilhelm-Gustloff-Stiftung, deren Grundstock aus dem der Familie Simson entzogenen Vermögen gebildet worden war.
Fertigungsprogramm
- 1939–1945
- Karabiner 98k
unter den Fertigungskennzeichen 337 und bcd
- 1943–1945
- Waffen und Waffenteile in Zwangsarbeit
Das konkrete Fertigungsprogramm des Weimarer Werks ist über den Kar 98k hinaus noch nicht im Einzelnen belegt.
Standorte
- Weimar · heutige Kromsdorfer Straße
Werksgelände des sogenannten Gustloff-Werks II; zugleich Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald.
Beschäftigte
- ab März 1943 · bis zu 2.270 Häftlinge (Zwangsarbeit; Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald)
Kennzeichen
Firmen-, Fertigungs- und Abnahmekennzeichen dieses Betriebs. Jede Zuordnung ist einzeln zu belegen — Kennzeichen bezeichnen eine Firma, nicht zwingend ein Werk.
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337Fertigungskennzeichen, Zifferncode 1939–1945 plausibel -
bcdFertigungskennzeichen, Buchstabencode 1939–1945 plausibel
Zwangsarbeit — belegt
Außenlager des KZ Buchenwald. Ab März 1943 mussten bis zu 2.270 Häftlinge Waffen und Waffenteile fertigen; beim Luftangriff im Februar 1945 starben über 350 von ihnen. Belegt durch die Gedenkstätte Buchenwald.
Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .
Verbleib
Die Anlage wurde im Februar 1945 durch einen Luftangriff zerstört. Der Ort ist heute Teil der Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Buchenwald.