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Thema

Die Schmeissers

Zwei Konstrukteure, vier Betriebe, ein roter Faden durch das Register

KaiserreichErster WeltkriegWeimarer Republik1933–1945SBZ 1945–1949 plausibel

Wer die Betriebe dieses Registers einzeln liest, sieht eine Reihe unverbundener Firmen; wer nach den Konstrukteuren fragt, sieht ein Netz — und in dessen Mitte steht eine Familie.

Louis Schmeisser (1848–1917)

Der Vater galt als einer der bekanntesten Waffenkonstrukteure Europas. Zwei Spuren führen durch dieses Register:

  • Bergmann. Die Maschinenpistolen und Selbstladepistolen Theodor Bergmanns sind eng mit seinem Namen verbunden — gefertigt wurden sie zu erheblichen Teilen in Suhl bei V. C. Schilling.
  • Dreyse. Die Dreyse M1907, gebaut bei der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik in Sömmerda, ist seine Konstruktion.

Damit hängen zwei Standorte des Registers — Suhl und Sömmerda — an derselben Hand.

Hugo Schmeisser (1884–1953)

Der Sohn, geboren in Jena, wirkte fast sein ganzes Leben in Suhl. Er begann bei Bergmann, wo er die Pistolenkonstruktion weiterentwickelte, und ging 1921 zu C. G. Haenel. Dort entstanden zunächst Taschenpistolen nach seinen Patenten — und zwei Jahrzehnte später der Maschinenkarabiner 42(H), aus dem das Sturmgewehr wurde.

Zwischen Vater und Sohn liegt damit die gesamte Entwicklung der automatischen Handfeuerwaffe: von der Selbstladepistole über die Maschinenpistole des Ersten Weltkriegs bis zum Sturmgewehr.

Ischewsk 1946–1952 — und was daraus gemacht wird

Nach 1945 gehörte Hugo Schmeisser zu einer Gruppe von sechzehn deutschen Fachleuten, die in der Sowjetunion arbeiten mussten — im Werk Ischmasch in Ischewsk. Sein Aufenthalt dauerte ein halbes Jahr länger als der der übrigen Spezialisten; am 9. Juni 1952 kehrte er zurück. Er starb am 12. September 1953 und ist in Suhl begraben.

Ungeklärt und regelmäßig überdehnt. An diesen Aufenthalt knüpft die verbreitete Behauptung an, Schmeisser habe die Kalaschnikow (mit-)konstruiert. Belegt ist die Anwesenheit in Ischewsk — nicht ein konkreter Konstruktionsbeitrag. Die AK und das StG 44 unterscheiden sich in Verschluss und Aufbau grundlegend: Drehkopfverschluss gegen Kippblock. Was sie teilen, ist das Konzept — Mittelpatrone, Einzel- und Dauerfeuer aus einer Waffe —, und dieses Konzept war 1945 international bekannt.

Dieses Register führt die Frage als offen. Wer sie entscheiden will, braucht russische Werksunterlagen, nicht Sammlerliteratur. Bis dahin gilt: Anwesenheit ist keine Urheberschaft.

Warum das methodisch zählt

Die Schmeisser-Linie zeigt, was ein nach Betrieben geordnetes Register systematisch verfehlt: Konstruktionswissen wandert mit Personen, nicht mit Firmen. Wenn Bergmann in Baden sitzt, seine Pistolen in Suhl gefertigt werden und der Konstrukteur später in Sömmerda und dann wieder in Suhl arbeitet, dann erklärt keine Firmengeschichte allein, warum bestimmte Lösungen an bestimmten Orten auftauchen.

Für die Objektbestimmung folgt daraus eine dritte Frage neben Ort und Firma: Wessen Handschrift trägt die Konstruktion? Sie ist oft die einzige, die eine Zuordnung über Firmengrenzen hinweg erklärt.

Quellen

  1. [Online] Wikipedia (en) — Hugo Schmeisser Link
  2. [Online] Wikipedia (en) — Louis Schmeisser Link
  3. [Online] Wikipedia (en) — Dreyse M1907 — Konstruktion Louis Schmeisser Link