Stempelkunde · Suhl
K 100
Abnahmestempel der im VEB Ernst-Thälmann-Werk Suhl gefertigten Pistole M (Makarow). Das Zeichen ist der praktische Schlüssel zur Unterscheidung der DDR-Fertigung von sowjetischer und bulgarischer Lieferung.
Die im VEB Ernst-Thälmann-Werk zwischen 1958 und 1965 in sowjetischer Lizenz gefertigten Makarow-Pistolen tragen den Abnahmestempel K 100.
Bestimmungsmerkmale im Zusammenhang
Der Stempel steht nicht allein. Drei Merkmale zusammen trennen die Suhler von der sowjetischen Fertigung:
| Merkmal | Suhl (ETW) | sowjetisch |
|---|---|---|
| Abnahmestempel | K 100 | abweichend |
| Griffschalen | schwarz gesprenkelt | rotbraun mit fünfzackigem Stern |
| Bandöse (Riemenbügel) | fehlt | vorhanden |
Damit ist die Zuordnung ohne Papiere in Sekunden möglich — und genau das macht diesen Stempel zum wichtigsten Einzelzeichen der DDR-Kurzwaffenkunde. Die Einzelheiten und die Abgrenzung zur Nachwendefertigung von Simson Suhl stehen unter Pistole M (Makarow).
Was offen ist
Die Angabe stammt aus spezialisierter Sammlerliteratur, nicht aus einer Primärquelle. Ungeklärt bleibt, wofür das „K” steht, ob es weitere Abnahmenummern desselben Systems gab und wie sich das Zeichen zum regulären DDR-Beschusszeichen verhält — Abnahme und Beschuss sind zwei verschiedene Vorgänge, die am Objekt beide auftreten können.
Die Klärung ist eine der konkretesten Rechercheaufgaben dieses Registers: Sie ist über Objektbefunde an dokumentierten Stücken erreichbar, ohne Archivzugang.