Hersteller · Suhl
Simson Suhl (Nachwendefertigung)
Nach 1990 wurde der Traditionsname Simson in Suhl wieder aufgenommen. Für dieses Register ist davon vor allem eine Episode relevant: die Neuauflage der Makarow ab 1994/95.
Die letzte Suhler Militärkurzwaffe
1994 entstanden Prototypen mit den Seriennummern V000001 bis V000016 („V” für Versuchsserie), 1995 begann die Serienfertigung bei Seriennummer 000001; die Auflage war klein — die Angaben schwanken zwischen etwa 300 und rund 1.000 Stück. Ein Prototyp im Kaliber 9 mm kurz ist belegt. Der Vertrieb lief überwiegend in die USA; im Oktober und November 1997 wurden Waffen dieser Serie dort kurzzeitig über einen Großhändler angeboten.
Konstruktiv weicht die Simson-Makarow in einem Detail vom Vorbild ab: Der Verschluss ließ sich auch bei gesicherter Waffe betätigen.
Kennzeichnung
- links: „SIMSON SUHL/THUR” mit Schmiedesymbol
- rechts: „MAKAROV 9x18mm”
- ab etwa Seriennummer 400: Wegfall des Zusatzes „THUR”
- US-Importexemplare tragen zusätzlich den Stempel des Importeurs
- Griffschalen: Hartkunststoff mit Daumenauflage und feiner Riffelung
Bedeutung
Diese Serie schließt den Bogen des Registers. Am selben Ort, an dem 1958 unter sowjetischer Lizenz die Dienstpistole der NVA entstand, lief 37 Jahre später dieselbe Konstruktion noch einmal vom Band — diesmal als zivile Ware für den Weltmarkt. Die Unterscheidung beider Serien ist zugleich der praktische Schlüssel zur häufigsten Fehlbestimmung bei DDR-Kurzwaffen; siehe Pistole M (Makarow).
Offene Forschungsfragen. Rechtsform, Eigentümer und Verhältnis zu den Nachfolgeunternehmen des VEB; belastbare Gesamtstückzahl; Ende der Fertigung.
Rechtsform und Firmierung
- nach 1990
- Simson Suhl · Wiederaufnahme des Traditionsnamens
Rechtsform, Eigentümerstruktur und das Verhältnis zu den Nachfolgeunternehmen des VEB sind hier nicht geklärt.
Fertigungsprogramm
- 1994
- Prototypen der Makarow, Seriennummern V000001 bis V000016
„V" für Versuchsserie; ein Prototyp im Kaliber 9 mm kurz ist belegt.
- ab 1995
- Makarow in Kleinserie, Seriennummern ab 000001
Angaben zur Auflage schwanken zwischen etwa 300 und rund 1.000 Stück. Konstruktive Besonderheit: Der Verschluss ließ sich auch bei gesicherter Waffe betätigen.
Standorte
- Suhl
Kennzeichen
Firmen-, Fertigungs- und Abnahmekennzeichen dieses Betriebs. Jede Zuordnung ist einzeln zu belegen — Kennzeichen bezeichnen eine Firma, nicht zwingend ein Werk.
-
SIMSON SUHL/THURBeschriftung links, mit Schmiedesymbol ab 1995 plausibel -
SIMSON SUHLBeschriftung ohne Ortszusatz ab etwa Seriennummer 400 plausibel -
MAKAROV 9x18mmBeschriftung rechts plausibel
Zwangsarbeit — Zeitraum nicht einschlägig
Der Betrieb besteht erst nach 1990 und liegt außerhalb des Zeitraums, für den die Prüfregel gilt.
Stehende Regel dieses Registers: Bei jedem Betrieb, der zwischen 1933 und 1945 gefertigt hat, wird der Einsatz von Zwangsarbeit geprüft und der Stand ausgewiesen — auch wenn die Prüfung noch aussteht. Siehe Die Waffenregion im Nationalsozialismus .
Verbleib
Der Vertrieb lief überwiegend in die USA; im Oktober und November 1997 wurden Waffen dieser Serie dort über einen Großhändler angeboten. Wann und unter welchen Umständen die Fertigung endete, ist hier nicht geklärt.